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Rat der Schoellerbank

Finger weg von den Fremdwährungskrediten

22.03.2010
Von Erwin J. Frasl
Fremdwährungskredite sind gefährlich geworden. Hingegen bieten Veranlagungen in bestimmten Fremdwährungen durchaus Chancen. Hier die Details.
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Mag. Josef Falzberger, Leiter Asset Management Zinsmärkte der Schoellerbank, warnt vor Fremdwährungskrediten

Worum es bei Zins-Währungs-Parität geht

Die Zins-Währungs-Parität geht, vereinfacht gesagt, davon aus, dass der Wert höher verzinster Währungen in Relation zu niedriger verzinsten Währungen fallen wird, so Josef Falzberger, Leiter Asset Management Zinsmärkte der Schoellerbank. Dies ergibt sich aus dem Umstand, dass bei frei konvertierbaren Währungen Investoren grundsätzlich präferenzfrei sind und innerhalb eines bestimmten Anlagezeitraumes die gleichen Ergebnisse zu erzielen sind.

Kurzes Beispiel

Der Wechselkurs der Währungen ABC und XYZ sei aktuell 1:1, d. h. eine Einheit ABC kann man aktuell in eine Einheit XYZ tauschen. Der Zinssatz für die Währung ABC beträgt auf ein Jahr 1,0 Prozent, während der Zinssatz für die Währung XYZ auf den gleichen Zeitraum zehn Prozent beträgt. Ein Investor, der 100 Einheiten der Währung ABC besitzt, hat nunmehr zwei Möglichkeiten:

  • Entweder er legt seine 100 Einheiten der Währung ABC zu 1,0 Prozent an und erhält nach einem Jahr 101 Einheiten der Währung ABC zurück.
  • Oder er tauscht seine 100 Einheiten der Währung ABC zum aktuellen Kurs in 100 Einheiten der Währung XYZ, legt diese zu zehn Prozent an und erhält nach einem Jahr 110 Einheiten der Währung XYZ zurück.

Aus den beiden Ergebnissen (101 Einheiten der Währung ABC, 110 Einheiten der Währung XYZ) ergibt sich der Terminkurs für das Währungspaar ABC/XYZ. Der Markt geht also davon aus, dass die Gleichung gilt: 101 ABC = 110 XYZ. Daraus ergibt sich: 1 ABC = 1,0891 XYZ oder 1 XYZ = 0,9182 ABC.

Demzufolge nimmt der Markt vorweg, dass die Währung XYZ in Relation zur Währung ABC genau um die Zinsdifferenz abwertet. Deshalb liegen die Terminkurse höher verzinster Währungen stets niedriger in Relation zu niedriger verzinsten Währungen.

Folgen für die Praxis

In der Praxis hat das dazu geführt, dass es an den Währungsmärkten zu einer Unterscheidung zwischen Anlage- und Finanzierungswährungen kam. Höher verzinste Währungen wurden tendenziell für Anlagen genutzt, während niedrig verzinste Währungen - allen voran Japanischer Yen (JPY) und Schweizer Franken (CHF) - als Finanzierungswährungen verwendet wurden. Und zwar nicht nur von den berühmten österreichischen „Häuslbauern“, sondern auch international in großem Stil von Hedgefonds und ähnlichen Anlagevehikeln.

Damit war der „Carry-Trade“ geboren: Man finanziere sich in einer Niedrigzinswährung und lege sein Geld in der Hochzinswährung an. Sollte sich der Wechselkurs (entgegen der Prognose der Zins-Währungs-Parität) nicht ändern, hat man schon gewonnen – nämlich die Zinsdifferenz.

Gefährlicher Trugschluss

Nun haben sich im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise die Geldmarktzinsen weltweit nach unten entwickelt. Insbesondere zwischen den großen Währungsräumen (USD, EUR, JPY, aber auch GBP und CHF) gibt es kaum noch Zinsunterschiede. Das bedeutet gleichzeitig, dass auch die Währungs-Forwards kaum Änderungen zum aktuellen Kurs aufweisen. Denn gleiche Zinsen bedeuten nach der Zins-Währungs-Parität stabile Wechselkurse.

Dies kann aber ein gefährlicher Trugschluss sein, warnt Falzberger: Auch diesmal ist zu erwarten, dass die Prognose der Währungs-Forwards eine denkbar schlechte ist. Denn die positive Performance von Hochzinswährungen in der Vergangenheit ist zu einem Gutteil dem Umstand zuzuschreiben, dass die geschilderte Spekulation dazu geführt hat, dass sich Hochzinswährungen stets guter Nachfrage erfreut haben.

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