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Lohn und Gehalt
 
30.05.2017

Lohn und Gehalt Hier muss es am Konto sein!

Von Erwin J. Frasl
Bei vielen Konsumenten herrscht schon vor dem Monatsersten Leere am Konto. Welche Rechte Sie als Arbeitnehmer beim Thema Lohn und Gehalt haben, erfahren Sie hier.
Lohn und Gehalt Hier muss es am Konto sein!
Die Freude ist groß, wenn das Gehalt da ist.
Üblicherweise ist das Gehalt zum Monatswechsel fällig. Nach dem Gesetz ist die Zahlung des Entgelts eine Holschuld des Arbeitnehmers, so die Arbeiterkammer Burgenland. Das heißt, der Arbeitnehmer muss sich seinen Lohn, der im Unternehmen bereitliegen muss, holen. In der Praxis wird die Zahlung des Entgelts meistens so vereinbart, dass der Betrag auf ein Gehaltskonto des Arbeitnehmers Überwiesen wird.

Achtung: Sobald der Arbeitgeber mit der Zahlung des Gehalts in Verzug ist, wird die Holschuld des Arbeitnehmers eine Schickschuld des Arbeitgebers.

Wann muss das Gehalt auf Ihrem Konto sein?

Spätestens am Tag der Fälligkeit - bei Angestellten grundsätzlich der letzte Tag des Kalendermonats - muss der Betrag für den Arbeitnehmer auf seinem Gehaltskonto verfügbar sein, so die AK Burgenland.

Auch bei der bargeldlosen Lohnzahlung muss der Lohn dem Arbeitnehmer zum Fälligkeitszeitpunkt zur Verfügung stehen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Überweisung so rechtzeitig vorzunehmen, dass unter Berücksichtigung der üblichen Bearbeitungsdauer die Gutschrift zum fälligen Zeitpunkt verbucht ist.

Aber: Außergewöhnliche Verzögerungen, die im Bereich der Bank des Arbeitnehmers liegen, muss der Arbeitgeber nicht vertreten.

Lohn und Gehalt: Bis wann muss ausgezahlt werden?

Für Angestellte kann nach dem Gesetz das Gehalt in zwei annähernd gleich großen Beträgen jeweils in der Hälfte und am Ende des Kalendermonats auf das Gehaltskonto ausgezahlt werden. Es kann aber vereinbart werden (zum Beispiel im Arbeitsvertrag), dass das Gehalt jeweils am Monatsletzten im Nachhinein bezahlt wird. Das ist in der Praxis die Regel geworden. Arbeiter erhalten ihren Lohn am Ende der Lohnperiode, das ist üblicherweise monatlich, ausbezahlt.

Achtung: Kollektivverträge können aber bei Arbeitern einen Termin für die Auszahlung festlegen (zum Beispiel bis zum 15. des Folgemonats). Prüfen Sie einfach, wie das bei Ihnen konkret geregelt ist.

Eine Verzögerung bei der Lohnauszahlung belastet Arbeitnehmer, weil in der Regel gleichzeitig mit der Lohnzahlung zum Monatswechsel viele Zahlungen zu leisten sind: Für das Minus auf seinem Gehaltskonto muss der Arbeitnehmer Zinsen zahlen.

Mein Tipp: Mit die geringsten Dispozinsen werden etwa bei der ING-Diba, Hellobank, Easybank, Dadat und Bankdirekt.at fällig.

Bei Zahlungsschwierigkeiten des Arbeitgebers sollte nach folgender Reihenfolge vorgegangen werden, rät die AK Burgenland:

• feststellen, dass nicht zum Fälligkeitstermin bezahlt wird (Kontoauszug, Lohnzettel),
• eine mündliche Aufforderung, den Lohn auf das Gehaltskonto zu überweisen,
• fruchtet das nicht: einen Mahnbrief (eingeschrieben) mit einer Fristsetzung.

Wichtig: Unbedingt auf Verjährungs- und Verfallsfristen achten!

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0,00 % 
0,25 %
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Gibt es eine Chance auf Verzugszinsen?

Für Arbeitnehmer stellt sich natürlich auch die Frage, ob Verzugszinsen für nicht pünktlich gezahlte Löhne und Gehälter geltend gemacht werden können. Grundsätzlich können Verzugszinsen für nicht pünktlich gezahlte Löhne und Gehälter geltend gemacht werden. In einem aufrechten Dienstverhältnis gestaltet sich die Nachforderung von Zinsen aber oft schwierig, weil viele Arbeitgeber nicht bereit sind, solche Zinsen zu berechnen und nachzuzahlen.

Beendigung von Arbeitsverhältnissen: Verzugszinsen werden fällig

Von großer Bedeutung sind die Verzugszinsen nach Beendigung von Arbeitsverhältnissen, wenn in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung die offenen Ansprüche genau errechnet werden, so die AK. In einem Gerichtsverfahren gilt: Die gesetzlichen Zinsen für Forderungen im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis betragen 8,38 Prozent ab dem Tag nach Eintritt der Fälligkeit.

Allerdings können Verzugszinsen nur bis zu einer allfälligen Insolvenzeröffnung des Betriebs geltend gemacht werden. Sobald ein Betrieb insolvent ist, erhalten die Arbeitnehmer keine Zinsen mehr für ausstehende Löhne oder Gehälter.

Mein Tipp: Sollte Ihr Girokonto des Öfteren ein Minus ausweisen, sollten Sie sich nach einem günstigen Kredit umsehen. Sollten Sie noch studieren, so gibt es auch Sparpotenzial. Banken bieten eigens Girokonten für Studenten an.
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Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
04.05.2017 16:17 Uhr - von Iris-Manuela Gmainer
monatliche Gehaltsverzögerung
Bei mir ist es leider so das mein Chef erst dann mein Gehalt überweist wenn das Geld unserer "Einzugskunden" am Konto ist. Finde ich eigentlich eine Frechheit weil das oft bis zum 7. des Monats dauern kann. Ich muss ihm selbst dann ständig daran erinnern mein Gehalt auszubezahlen. Für mich ist die ganze Situation sehr schwierig da gerade am Monatsbeginn immer Zahlungen anfallen und ich mein Konto überziehen muss. Gebe also dem Kommentar von oben (Renate Sappl) recht, würde mir ebenfalls mehr Kontrollen wünschen.
02.12.2016 17:46 Uhr - von Sonja Ellek
Lohnauszahlung
Wann muss mein Lohn spätestens am Konto sein Bin gelernte Friseurin. Lg.Sonja
08.10.2016 19:33 Uhr - von Renate Sappl
Ständige Gehaltverzögerungen
Ich lebe schon lange mit verspäteten Gehaltszahlungen, traue mich aber nichts zu sagen, da mein Chef schnell wütend wird. Von den Sonderzahlungen etwas zur Seite legen geht nicht, da mein Gehalt nach 42 Arbeitsjahren netto 1060.- beträgt und SZ zur Anschaffung von Haushaltsgeräten oder sonstigem benötigt wird. Miete und Heizung monatl. 500.-! Ich würde mir mehr Kontrollen von GKK und Finanzamt beim Dienstgeber wünschen. Und dass man nicht arm trotz Arbeit ist.
05.04.2016 18:41 Uhr - von Florian
Verzugszinsen rückwirkend einfordern
Danke für die ausführliche Erklärung im Beitrag. Aber wie sieht's aus wenn der AG bereits seit Monaten unregelmäßig bezahlt, kann man einige Monate rückwirkend noch Zinsen verlangen bzw wann verjähren sie? Danke im voraus
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