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Kombinierte Er- und Ablebensversicherungen

Hände weg - und Alternativen prüfen!

25.08.2010
Von Erwin J. Frasl
Hände weg von kombinierten Er- und Ablebensversicherungen raten Konsumentenschützer den Verbrauchern. Denn hohe Kosten schmälern zu sehr die Erträge. Potenzielle Neukunden können sich davor noch schützen – für jene, die solche Versicherungen bereits abgeschlossen haben, heißt es Nerven bewahren statt ihre Verträge voreilig zu kündigen.
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Altkunden sollten ihre Policen nicht übereilt kündigen
In Österreich gibt es rund 10,4 Millionen Lebensversicherungsverträge – und nur knapp mehr als acht Millionen Einwohner. Das dokumentiert ziemlich deutlich, wie verantwortungsvoll die Österreicher vorsorgen wollen. Allerdings nicht immer zu ihrem eigenen Vorteil. Das zeigt eine Untersuchung des Verein für Konsumenteninformation (VKI). Der VKI hat Angebote für kombinierte Er- und Ablebensversicherungen der sieben größten österreichischen Versicherungs-Unternehmen untersucht. Die Annahme dabei: Eine vierzigjährige Frau bzw. ein vierzigjähriger Mann zahlen 20 Jahre monatlich 100 Euro, insgesamt also 24.000 Euro, ein. Das würde beispielsweise für den Mann am Ende eine prognostizierte Ablaufleistung von 27.000 bis 30.500 Euro ergeben und damit eine nur magere Rendite von 1,15 bis 2,33 Prozent. Kein Wunder, dass die Versicherungsexpertin des VKI, Gabi Kreindl, das als „angesichts der langen Laufzeiten bestürzend magere Bilanz“ kritisiert, die alle, nur nicht den Kunden profitieren lässt.

VKI-Devise: Finger weg von kombinierten Er- und Ablebensversicherungen

Hauptgrund dafür sind neben dem allgemeinen Rückgang der Zinsen die hohen Kosten. Diese führen dazu, dass nur rund achtzig Prozent der eingezahlten Summe tatsächlich veranlagt werden. Konkret zeigt das VKI-Rechenbeispiel ze, dass bei Einzahlung von insgesamt 24.000 Euro nach Abzug von Kosten, Risikoprämie und Versicherungssteuer nur rund 19.000 Euro übrig bleiben, die auch tatsächlich veranlagt werden. Ärgerlich für die Verbraucher ist zudem, dass für Konsumenten nicht immer ersichtlich ist, welche Kosten im Detail anfallen. „Intransparent, unflexibel und teuer. Kombinierte Er- und Ablebensversicherungen sind schlicht und einfach nicht zu empfehlen. Daher lässt man besser die Finger davon.“ So lautet etwa das Kurzurteil von VKI-Geschäftsführers Franz Floss.

Holen Sie mehrere Versicherungsangebote ein

Grund genug für alle, die derzeit planen eine Lebensversicherung abzuschließen, mehrere Angebote von Versicherungen einzuholen, genau zu erfragen, welche Kosten – insbesondere Provisionszahlungen – anfallen, wie hoch der Betrag ist, der tatsächlich angelegt wird und wie hoch die zu erwartende Rendite sein wird. Und im Vergleich dazu Angebote von reinen Ablebensversicherungen und reinen Lebensversicherungen einzuholen. Der Vergleich macht sich sicherlich bezahlt.

Hin und her macht die Taschen leer

Jene, die schon kombinierte Er- und Ablebensversicherungen abgeschlossen haben und jetzt von mageren Renditen enttäuscht sind, sollten ihre Verträge dennoch nicht voreilig kündigen. Damit würde man deutlich weniger zurückerhalten als eingezahlt wurde. Und lassen Sie sich auch nicht von geschickten Beratern verleiten, in einen neuen Vertrag mit scheinbar besseren Erträgen zu wechseln. Denn auch hier fällt in der Regel wieder die gesamte Kostenlast an: Hin und her macht Taschen leer, bringt es Versicherungsexpertin Kreindl auf den Punkt.

Trost gibt es für die Besitzer von kombinierten Er- und Ablebensversicherungen nur wenig – so können sie etwa durch jährliche Zahlungsweise oder durch Streichen unnötiger Zusätze wie Prämienerlass im Krankheitsfall oder Unfalltod, ihre Kosten etwas senken, aber das schale Gefühl geringer Erträge bleibt.

Schade. Denn so wird auch die Vorsorgebereitschaft der Verbraucher beschädigt. Und das kann wohl niemand wollen.

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