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Walter K. Eichelburg
 
27.03.2012

Sieben Fragen an Walter K. Eichelburg „Mein bestes Investment war die Intel-Aktie“

Von Wolfgang Thomas Walter
Im aktuellen Biallo.at-Interview spricht Walter K. Eichelburg nicht nur über die „Tops“ und „Flops“ seiner persönlichen Investorkarriere. Zu den Gehältern unserer Spitzenpolitiker, dem Desaster um Österreichs Sparpaket und dem künftigen Schuldenproblem aller Eurostaaten. Außerdem: Ein Performance-Check bei Gold, Silber und Aktien.
Sieben Fragen an: Walter K. Eichelburg
Dipl.Ing. Walter K. Eichelburg, Informatiker und Investor in Wien.

Biallo.at: Schnäppchenpreise bei Gold und Silber: Der Edelmetallmarkt bietet dem langfristig orientierten Anleger zurzeit wunderbare Einstiegsmöglichkeiten – zu Preisen, die weit unter dem realen Wert liegen. Sollten Sparer vor dem Hintergrund der katastrophalen Finanz- und Wirtschaftssituation der westlichen Industrieländer jetzt zuschlagen?

Walter K. Eichelburg: Ja, die Finanzsituation ist immer noch katastrophal. Jedoch versucht man uns in einer "Heile Welt Show" einzulullen, damit die Kapitalflucht aus den Problemstaaten nicht weitergeht. Dazu gehören Gelddrucken, Aktienkurse anheben, Goldpreis drücken und die entsprechende Propaganda. Nichts hat sich geändert, das passiert erst, wenn die Schulden grossflächig abgeschrieben werden. Die "heile Welt" geht daher bald wieder vorbei. Ja, Gold und Silber sind daher derzeit günstig, man sollte zuschlagen, solange es noch so billig geht.

Biallo.at: In den vergangenen zehn Jahren hat der deutsche Aktienindex viele Turbulenzen erlebt. Nach dem Crash 2001/2002 eine fulminante Rallye über 8.000 Punkte, der erneute Absturz in der Finanzkrise 2008, eine vor allem durch die Notenbanken getriebene Rückkehr zur 7000-Punkte-Marke. Unter dem Strich erzielten Anleger in den letzten zehn Jahren ein Plus von +31,1 Prozent (in Euro): Aus 1.000 Euro wären also 1.311 Euro geworden. Welche Bilanz haben Goldinvestoren in diesem Zeitraum vorzuweisen?

Eichelburg: Laut Insider-Infos ist das Publikum grossteils aus dem Aktienmarkt verschwunden, die Zahl der Transaktionen ist massiv geschrumpft. Es sind vier große Banken, die vermutlich im Auftrag der EZB und mit derem Geld die Aktienkurse heben - "Heile Welt". Mit Aktien konnte längerfristig nicht einmal die Inflation verdient werden, wie die Frage zeigt. Gold hat sich in dieser Zeit fast vervierfacht, Silber war noch besser. Es ist eben eine Goldzeit, keine Aktienzeit.

Biallo.at: Italien ist derzeit Spitzenreiter bei der Kreditaufnahme: 2012 braucht das Land schätzungsweise mindestens 337 Milliarden Euro, um fällige Schulden tilgen zu können. Welche Euro-Schuldner werden in diesem Jahr noch frisches Geld benötigen und welche Auswirkungen hat dies für die Stabilität der Währungsunion?

Eichelburg: Alle Eurostaaten haben dieses Problem, da sie sich in den letzten Jahren eher kurzfristig finanziert haben. Wie auch bei Firmen ist das tödlich, wenn die Schulden plötzlich nicht mehr übergerollt werden können. Dann gibt es eben eine Pleite, wie gerade bei Griechenland gesehen. Für Italien oder Spanien druckt derzeit die EZB das Geld zum Überrollen. Das geht solange, bis einmal die Flucht aus der Währung kommt und der Euro crasht. Dann kommen wieder die bereits fertig gedruckten, nationalen Währungen.

Biallo.at: Nach einer neuesten Umfrage spricht sich immer noch ein Drittel der Österreicher für die Rettung sogenannter Problembanken durch den Staat aus. Unsinn oder staatlich finanzierte Schadensbegrenzung? Schließlich würde so mancher Sparer bei der derzeit auf 100.000 Euro begrenzten Einlagensicherung in Österreich im Pleitefall seiner Bank teilweise leer ausgehen.

Eichelburg: Die Österreicher sind eben wie viele andere staatsgläubig, Dass sich schon 2/3 gegen eine Rettung von Pleitebanken aussprechen, ist schon ein grosser Fortschritt. Die Politik rettet die Banken, weil sie Angst vor den betrogenen Sparern hat und noch mehr, weil sie einen Systemcrash füchtet, wenn sie es nicht tut. Es ist alles so vernetzt, so dass man nicht weiss, was passieren würde, wenn etwa die Volksbanken pleite gehen würden.

Biallo.at: Knapp sechs Wochen nach dessen Verkündung fehlen im Budget für Österreichs Sparpaket bereits 2,5 Milliarden Euro. Geplatzte Transaktionssteuer und Schweizer Steuerabkommen sei Dank. Ist das Sparpaket bereits tot?

Eichelburg: Das Sparpaket ist ein Produkt von Feiglingen in der Politik und bestand immer nur aus Überschriften. So hat man bei den Subventionen oder im Gesundheitssystem nicht gespart, da man Angst vor den Landesfürsten und vielen anderen Lobbies hat. Der einzige Grund für dieses Paket aus Sparüberschriften war die Verstoßung der Republik Österreich aus dem AAA-Klub durch S&P. Ein Steuerabkommen mit der Schweiz wird mindestens drei Jahre dauern, falls überhaupt etwas zustande kommt. Die Transaktionssteuer ist tot. Daraus ersieht man die "Qualität" dieses Pakets. Es ist die Arbeit nicht wert, die man da hineingesteckt hat.

Biallo.at: Wirtschaftsvertreter in Deutschland forderten unlängst eine Anhebung der Gehälter für wichtigste Entscheidungsträger im Staate. So sollte beispielsweise das Gehalt von Kanzlerin Merkel auf 500.000 bis 600.000 Euro jährlich angehoben werden. Sind solche Forderungen in der aktuellen Finanzlage vertretbar und was verdienen eigentlich Österreichs oberste Staatsdiener?

Eichelburg: Ist Merkels Politik wirklich 600.000 Euro wert? Sicher nicht. Bei einem Regierungschef, der etwas leistet und reformiert, könnte man schon über eine Gehaltsanhebung reden. Das gilt auch für Faymann & co. Den Beweis für ihr Nichtkönnen haben sie gerade mit ihrem "Sparpaket" geliefert.
Ganz generell gesagt, werden Politiker nicht so schlecht bezahlt - im Vergleich zu dem, was die Bevölkerung verdient. Im Vergleich zu Spitzenpositionen in der Wirtschaft ist es natürlich recht wenig. Das Problem in Österreich ist die Parteisteuer, die Politiker an ihre Partei abführen müssen, eine Art von Parteifinanzierung. So dürfte etwa Bundeskanzler Faymann auf vielleicht 8500 Euro pro Monat netto kommen, ein Nationalrat auf 3500 Euro netto. Nicht wahnsinnig viel. Kein Wunder, dass sie sich dann Träumen von "Millionärssteuern" hingeben. Es gibt kaum reiche Politiker.

Biallo.at: Zum Abschluss eine persönliche Frage: Als erfahrener Investor haben Sie sicher selbst manche Höhen und Tiefen erlebt. Was war Ihr bisher bestes Investment und wo haben Sie am meisten Geld verloren?

Eichelburg: Mein bestes Investment bisher war die Intel-Aktie, 1991 gekauft und Anfang 2000 verkauft - der Kurs hat sich verfünfunddreissigfacht. Der grösste Verlust: davon zu wenig gekauft zu haben - hat buchstäblich Millionen an entgangenen Gewinnen gekostet. Alle anderen Verluste, die jeder Investor macht, waren im Vergleich dazu Peanuts. Der zweitgrösste Verlust war eine Eigentumswohnung - nicht einmal die Inflation wurde abgegolten. Eine Lehre an jeden Investor: man soll auf die beste Assetklasse fokussieren und nicht das kaufen, was die Masse kauft. In den 1990er Jahren war die beste Assetklasse High Tech Aktien, heute ist es Gold und Silber.

Zur Person Walter K. Eichelburg

Diplomingenieur Eichelburg ist Informatiker und Investor in Wien. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel auf dem Finanz- und IT-Sektor.

Seine Gold-Website www.hartgeld.com wurde 2006 gegründet und ist nach eigenen Angaben derzeit das meistgelesene Gold- und Krisen-Webportal im deutschsprachigen Raum. Es befasst sich umfassend mit allen Aspekten der Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2007 sowie mit der Geldanlage in Gold/Silber. Hartgeld.com ist ein „News-Aggregator“, der alle wesentlichen Meldungen zu diesem Themenkreis für den Leser leicht auffindbar macht. Das produziert über zwei Millionen Zugriffe pro Monat allein auf die Homepage. Hartgeld.com wird von Walter K. Eichelburg über seine Hartgeld GmbH mit Sitz in Wien betrieben.

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