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Walter K. Eichelburg
 
24.11.2011

Sieben Fragen an Walter K. Eichelburg Das österreichische AAA-Rating ist faktisch weg

Von Wolfgang Thomas Walter
Eurobonds, Länderratings, Basel III – die Eurokrise trifft endgültig die Kernstaaten Europas. biallo.at sprach mit Walter K. Eichelburg von hartgeld.com über mögliche Auswege aus der Krise, die derzeitige Situation in Österreich und geeignete Anlageformen für den Durchschnittsinvestor.
Sieben Fragen an: Walter K. Eichelburg Der Euro wird bald crashen und sich dann auflösen Finanzportal biallo.at
Walter K. Eichelburg, Informatiker und Investor in Wien

Biallo.at: Die Schuldenkrise frisst sich nun offenbar auch in den „Kern der Eurozone“ vor. Aktuell hat selbst der bislang sichere Hafen Deutschland Probleme, seine Anleihen abzusetzen. Bei einer Auktion neuer zehnjähriger Staatsanleihen wurde Deutschland rund ein Drittel der Anleihen nicht los. Ein endgültiges Alarmzeichen für den Euro?

Walter K. Eichelburg: Nachdem jetzt die gesamte Eurozone vom Abverkauf infiziert ist und das Grosskapital aus dem Euro flüchtet, ist die Währungskrise nicht mehr verhinderbar. Der Euro wird bald crashen und sich dann auflösen.

Biallo.at: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat eine Mission: Eurobonds. Drei Varianten sind im Gespräch, die als "Stabilitätsanleihen" der Finanzkrise das Fürchten lehren sollen. Mit Eurobonds aus der Euro-Krise – eine realistische Option?

Walter K. Eichelburg: Die Eurobonds funktionieren genauso wenig wie der gehebelte EFSF, es ist alles nur mehr wilder, planloser Aktionismus. Es gibt nur mehr eine Option um von der Eurokrise nicht mitgerissen zu werden: schneller Ausstieg aus dem Euro. Übrigens, in Portugal nennt man Barroso auch "Burroso", von Burro = Esel. Die Portugiesen haben ihn als Ministerpräsidenten erlebt.

Biallo.at: Die derzeitigen Regierungswechsel in Europa beeindrucken die Märkte nur wenig. Der viel gerühmte Rettungsschirm erweist sich zusehends als unzureichend. Um den Euro zu stützen, wird die EU vor zwei „Alternativen“ gestellt. Euro-Bonds oder Notenpresse. Welche Wahl wäre das geringere Übel?

Walter K. Eichelburg: Die Eurobonds funktionieren überhaupt nicht, weil man jetzt auch Deutschland nicht mehr die Haftung für die gesamte Eurozone zutraut. Mit dem Gelddrucken kann man innerhalb der Eurozone die Pleitestaaten etwas stabilisieren. Aber es hilft nichts bei der derzeit laufenden Flucht aus dem Euro.

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Biallo.at: Österreichs Großbanken müssen die strengeren Eigenkapitalanforderungen von Basel III offenbar früher umsetzen als gedacht. Die Republik Österreich muss aktuell bereits deutlich höhere Zinsen zahlen als Deutschland. Milliarden an zusätzlichem Kapital werden benötigt. Wie ernsthaft ist das AAA Rating Österreichs aktuell in Gefahr?

Walter K. Eichelburg: Das österreichische AAA-Rating ist auf den Märkten bereits genauso weg wie das französische. Und dann ist noch die nächste Ostkrise im Anlaufen. Die Ersparnisse der österreichischen Sparer werden bald zusammen mit dem Euro in Rauch aufgehen. Der Staat kann kaum mehr helfen. 2011 ist eben nicht mehr 2008.

Biallo.at: Zusammen mit den Supermarktketten Billa, Merkur und Spar rät der ehemalige Wiener Zivilschutzverband derzeit in einer Plakataktion zu Maßnahmen für "kurzfristige Versorgungsengpässe in Notsituationen". Gewinnt das Wort "Krise" in Österreich derzeit eine neue Bedeutung?

Walter K. Eichelburg: Man will den Leuten nicht offen sagen: bereitet euch für einen Finanzcrash und geschlossene Supermärkte vor. Daher wird diese heimliche Aktion kaum Erfolg haben. Die Krise kommt daher erst mit dem Euro-Crash und geschlossenen Banken und Supermärkten.

Biallo.at: Hedge-Fonds kürzten in den vergangenen Tagen ihre Rohstoffpositionen in auffälliger Weise. „Wetten“ auf steigende Preise beispielsweise bei Silber, Erdgas oder Baumwolle gingen zurück. Leerverkäufe bei Rohöl, Benzin oder Heizöl hingegen stiegen an. Wohin steuern die Rohstoffmärkte 2011 und darüber hinaus?

Walter K. Eichelburg: Durch die Pleite von MF Global mit massiven Verlusten der Kunden zieht man sich offenbar aus den Rohstoffmärkten generell etwas zurück. Jedoch sind Rohstoffe und besonders Gold der Ort, wo man in einer Währungskrise wie jetzt überwintern sollte.

Biallo.at: Der Goldpreis stagniert seit Wochen – viele „Normalinvestoren“ sind auf der Suche nach der geeigneten Anlageform. Sparpläne, Goldfonds, ETCs oder Goldminenaktien – der Markt an Investments in Sachen Gold ist reichlich und hart umkämpft. Können solche „Alternativen“ den Besitz an physischem Gold als Krisenwährung ersetzen?

Walter K. Eichelburg: Nur physisches Gold/Silber hat keine Counterparty, die pleite gehen kann. Daher sollte nur dieses zur Absicherung gekauft werden. Wer ein grösseres Vermögen und genügend Zeit hat, kann auch in Minenaktien gehen. Aber keinesfalls irgendwelches Papiergold sollte gekauft werden.

Dipl.Ing. Walter K. Eichelburg

... ist Informatiker und Investor in Wien. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er ist Autor zahlreicher Artikel auf dem Finanz- und IT-Sektor.

Seine Gold-Website www.hartgeld.com wurde 2006 gegründet und ist nach eigenen Angaben derzeit das meistgelesene Gold- und Krisen-Webportal im deutschsprachigen Raum. Es befasst sich umfassend mit allen Aspekten der Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2007 sowie mit der Geldanlage in Gold/Silber. Hartgeld.com ist ein „News-Aggregator“, der alle wesentlichen Meldungen zu diesem Themenkreis für den Leser leicht auffindbar macht. Das produziert über zwei Millionen Zugriffe pro Monat allein auf die Homepage. Hartgeld.com wird von Walter K. Eichelburg über seine Hartgeld GmbH mit Sitz in Wien betrieben.

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