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Nach der Griechenlandwahl
 
20.06.2012

Walter K. Eichelburg im Interview Nach der Griechenlandwahl "Der Euro - der größte Irrtum Europas"

Von Wolfgang Thomas Walter
Nach dem Ausgang der Griechenlandwahl vergangenen Sonntag zeigen sich die europäischen Finanzmärkte vorerst beruhigt. Doch wie lange hält dieser „Burgfrieden“ an? Von Kapitalflucht bis zur neuen Gold-Rallye – Biallo.at im Gespräch mit Walter K. Eichelburg von hartgeld.com.
Nach der Griechenlandwahl "Der Euro: der grösste Irrtum Europas" Walter K. Eichelburg Finantportal biallo.de
Walter K. Eichelburg, Hartgeld.com: Wir werden einen langsamen Anstieg des Goldpreises nicht erleben
Erster Ausstiegskandidat: Die Wahlen in Griechenland am Sonntag haben das vielfach diskutierte und auch befürchtete Ergebnis nicht gebracht. Dennoch: Reformwillige Kräfte werden das Land vorerst weiter regieren. Dennoch: Wie lange sehen Sie Griechenland noch im Euro und welche konkreten Auswirkungen hätte ein Austritt für die dortige Wirtschaft, deren Menschen und die restlichen Mitgliedsstaaten der EU?

Walter K. Eichelburg: Ja, die alte Garde aus ND und Pasok kommt wieder ans Ruder. Die EU-Mächtigen sind natürlich erleichtert, die Börsianer veranstalten wieder ein kurzes Feuerwerk. Aber spätestens in 2 Tagen kommen wieder die wirklichen Probleme im Euro zu Vorschein: das untergehende Spanien, gefolgt von Italien. Ob Griechenland im Euro bleibt oder nicht, ist für diesen egal, bei Spanien wäre es nicht egal. Griechenland wird bald einmal aus dem Euro austreten müssen, denn es braucht dringendst eine Währungs-Abwertung.

Kapitalflucht: Infolge der massiven Kapitalabflüsse aus Griechenland und Spanien in den letzten Wochen, diskutiert die EU bereits schärfere Kapitalverkehrs-Kontrollen. Sind solche Maßnahmen realistisch oder führt dies zu verstärkten Divergenzen am Kapitalmarkt?

Eichelburg: Bürokraten ist alles zuzutrauen. Aber alleine, dass Kapitalverkehrskontrollen nur diskutiert werden, wird eine Panik-Flucht des Kapitals aus Spanien und Italien auslösen, bald auch aus Frankreich - dort aber wegen der Linken an der Macht. Diesesmal geht die Flucht aus dem Euro raus, man wird daher den Eurokurs nicht mehr lange stützen können. Sollten Kapitalverkehrskontrollen wirklich kommen, dann ist der Euro ohnehin tot, denn niemand wird ihn mehr angreifen.

Eurobonds: Der französische Präsident Hollande wie Italiens Regierungschef Monti drängen mit Nachdruck auf Eurobonds zur Bewältigung des europäischen Finanzdebakels. Deutschland steht schon heute an der Grenze dessen, was viele Experten finanziell für verantwortbar halten. Würden solche Anleihen gesamteuropäischer Haftung letztlich nicht auch den finanziellen Ruin Deutschlands bedeuten?

Eichelburg: Dass Deutschland heute schon mit den vielen Euro-Rettungen überfordert ist, sieht man daran, dass die Zinsen auf deutsche Staatsanleihen seit einigen Tagen wieder steigen. Grosse Fonds wie Pimco steigen gerade aus den Bunds aus. Deutschland hat schon zu viel gerettet. Trotzdem ist es der Wunschtraum von Poltikern wie Monti in Italien oder Hollande in Frankreich, dass es noch etwas mehr verkraften könnte. Irrtum, die Märkte glauben es nicht mehr. Ausserdem hat sich Hollande eindeutig auf die Seite der Bankrott-Staaten im Süden geschlagen, das wird den Euro einmal politisch zerreissen, wenn er nicht von selbst crasht. Mit dem Crash des Euro müssen wir ohnehin noch im Sommer 2012 rechnen.

Crash 2012: “Investoren sollten sich auf einen weiteren Crash am Aktienmarkt einstellen, der schlimmer wird als 2008″, so der US-Ökonom Peter Schiff. Kommt der wahre Crash an den globalen Märkten, wenn Deutschland die Druckerpressen anwerfen muss und Europa wankt?

Eichelburg: Überall auf der Welt von den USA über Japan bis Europa wird ohnehin schon fleissig Geld gedruckt. Damit werden die Bond- und Aktienmärkte gestützt. Den grossen Aktien-Crash wird es aber erst geben, wenn auch die gigantische Blase der Staatsanleihen platzt, es also den universellen Bond-Crash gibt. Das passiert dann, wenn der Goldpreis nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden kann. Mit einem Systemcrash innerhalb eines Tages ist zu rechnen. Den Auslöser kennen wir noch nicht, aber es wird einer kommen, recht bald.

Neue Gold-Rallye: „Gold steht in den Startlöchern für eine neuerliche Rally. Für Investoren, die auf der Seitenlinie gewartet haben, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, ins Spiel zurückzukommen" – so die Worte des renommierten Goldstrategen John Hathaway von Tocqueville Asset Management unlängst im Wiener Wirtschafts-Blatt. Wann sehen wir den Höchststand von 1.900 US-$-Marke per Feinunze aus dem letzten September? Kann 2012 sogar die 2.000-$-Marke geknackt werden?

Eichelburg: Wir werden einen langsamen Anstieg des Goldpreises nicht erleben, sondern einen sprunghafte Explosion, wenn der Bond-Crash kommt. Der Grund: im 1. Halbjahr 2011 "durfte" der Goldpreis bis auf $1900 ansteigen, weil keine Gefahr des Systemcrashs bestand. Seit August 2011 ist das anders. Daher drückt ein Kartell aus Grossbanken und Zentralbanken massiv auf den Goldpreis, damit Gold nicht als Fluchtwährung gesehen wird. 2008 ist es auf diese Art gelungen, das Finanzsystem zu retten, 2012 wird das nicht mehr so sein, weil diesesmal die Staaten reihenweise pleite gehen. Daher wird auch das Ereignis, das den Systemcrash auslöst, den Goldpreis explodieren lassen. $5000 oder mehr an einem Tag sind dann nicht unmöglich.

Post-Euro-Zeit: In zehn Jahren, vermutlich sogar schon früher, werden Doktorarbeiten und Dramen darüber geschrieben werden, wie die Europäer zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Projekt "Europa" vermasselt haben. In Fernsehdokus werden Politiker, Wissenschaftler oder Künstler darüber berichten, wie der Euro einst eingeführt wurde und dann wieder abgeschafft. Welchen Titel würden Sie solch einer Dokumentation geben?

Eichelburg: "Der Euro: der größte Irrtum Europas".

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