Sonntag, 16.06.2024 23:42 Uhr
RSS | Inhalt |
Walter K. Eichelburg
 
27.01.2012

Im Interview Walter K. Eichelburg "Es ist auch das Ende der Macht von Politik und Banken"

Von Wolfgang Thomas Walter
Nicht nur die Herabstufung Österreichs und Frankreichs durch Standard & Poor`s sorgt aktuell für Aufregung in der Politik. Walter K. Eichelburg über eine verfehlte EZB Geldpolitik, erste Gedankenspiele über eine Ära nach dem Euro in deutschen Chefetagen und die wahre Macht von Silber und Gold.
Walter K. Eichelburg
Dipl.Ing. Walter K. Eichelburg, Informatiker und Investor in Wien.
Biallo.at: Die Herabstufung Österreichs und Frankreichs durch die Ratingagentur S&P kam offenbar nur für die Politik überraschend. Welche Konsequenz hat dies insbesondere für Österreich – kommt jetzt die Reformflut?

Walter K. Eichelburg: S&P hat nur die Ratings ein Stück der Marktrealität angenähert, sonst nichts. Dort gibt man höchstens noch Deutschland ein AAA. Frankreich ist schon Bereich A..BBB. Österreich ähnlich. Die Reformflut in Österreich oder sonstwo kommt garantiert nicht, auch wenn Politiker davon reden. Erst wenn das Land praktisch vor dem Bankrott steht und seine Bonds nicht mehr losbekommt, beginnt zaghaftes Sparen, aber auch nicht das grosse Sparen oder Strukturreformen - siehe Italien.

Biallo.at: Mit Linde Chef Wolfgang Reitzle bringt der erste Chef eines DAX-Unternehmens einen möglichen Austritt Deutschlands aus dem Euro öffentlich ins Gespräch. Die deutsche Wirtschaft könnte diesen Schock nach einigen Jahren überwunden haben, so Reitzle. Beginn der Post-Ära der Europäischen Gemeinschaftswährung?

Eichelburg:
Realität kehrt offenbar in den deutschen Chefetagen ein. Reitzle ist nur der Erste der sieht, dass Export auf Kredit nicht ewig geht. Viele werden folgen. Ja, der Euro ist wieder sichtbar auf einer Front im Untergang: diesesmal bei den Konzernbossen, die ihn noch vor einem halben Jahr mit allen Mitteln verteidigt haben.

Biallo.at: Jürgen Stark, der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, hat die aktuelle Fiskalpolitik der EZB in der Euro-Krise deutlich kritisiert. Durch die Aufkäufe am Anleihemarkt könnten strukturelle und fiskalische Probleme der Eurozone nicht gelöst werden. Eine späte Einsicht?

Eichelburg: Jürgen Stark ist wegen der Gelddruckerei der EZB zurückgetreten. Jetzt kann er frei sprechen. Einer weiterer der vielen Risse durch die Eurozone wurde sichtbar, dass man in Deutschland eine Hyperinflation aus historischen Gründen unbedingt verhindern möchte und lieber einen Haircut bei den Sparern per Währungsreform hat. Im Süden hat man lieber die Hyperinflation. Weg sind die Lebensersparnisse in beiden Fällen, da bereits verkonsumiert.

Biallo.at: Der Entwertungsprozess von Gold und Silber, der mit der Demonetisierung der Edelmetalle seinen Anfang nahm, verkehrt sich seit einigen Jahren ins Gegenteil. Silber wird derzeit als das beste Geldmetall für den Währungs-Crash gehandelt. Besser als Gold?

Eichelburg: Gold und Silber remonetisieren sind derzeit wieder. Sie waren über 3000 Jahre lang Geld. Richtig schlagartig wird das gehen, wenn die Preise von Gold und Silber nicht mehr gedrückt werden können, die Preise explodieren und die grosse Flucht in diese Geldmetalle losgeht. Dann gehen alle Papiergelder in die Hyperinflation - deren natürliches Ende. Es ist auch das Ende der Macht von Politik und Banken.
Silber wird mehr steigen, weil sich dann die Masse kein Gold mehr leisten wird können, Silber vielleicht schon. Ausserdem ist Silber derzeit im Vergleich zu Gold viel zu billig.

Biallo.at: Klassischer Liberalismus, minimaler Staat. Roland Baaders Werk handelte nicht nur von der Freiheit des wirtschaftlich denkenden Individuums und der Natürlichkeit des Geldes und der Märkte. Wie fällt ihr persönlicher Nachruf zu seinem Tod aus?

Eichelburg: Es gibt nur wenige grosse Denker des Liberalismus, wieder ist einer von uns gegangen. Hoffentlich werden viele neue Denker wie Baader erscheinen - wenn unser derzeitiges Schuldensystem untergeht.

 

Leserkommentare
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:

Code hier eingeben: (neu laden)
Überschrift:
Kommentar:
Foto: Walter K. Eichelburg, hartgeld.com ID:2309
* Anzeige: Mit Sternchen (*) gekennzeichnete Links sind Werbelinks. Wenn Sie auf so einen Link klicken, etwas kaufen oder abschließen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ergeben sich keine Mehrkosten und Sie unterstützen unsere Arbeit.
Anzeige
Tagesgeld
Nr. Anbieter Zins  
1 zur Bank
3,600 %
zur Bank
2 Renault Bank direkt
3,300 %
zur Bank
3 zur Bank
3,300 %
zur Bank
4 zur Bank
3,000 %
zur Bank
5 zur Bank
0,550 %
zur Bank
Laufzeit:3 Monate; Betrag 20.000 Euro
Gesamten Vergleich anzeigen:Tagesgeld
Sparindex
Tagesgeld
Tagesgeld-Index Österreich
Durchschnittszins, 10.000 Euro
Anzeige
|link.alt|
Festgeld
Nr. Anbieter Zins  
1 zur Bank
3,400 %
zur Bank
2 Renault Bank direkt
3,300 %
zur Bank
3 zur Bank
3,150 %
zur Bank
4 zur Bank
3,100 %
zur Bank
Laufzeit:12 Monate; Betrag 20.000 Euro
Gesamten Vergleich anzeigen:Festgeld
Sparindex
Festgeld
Tagesgeld-Index Österreich
Durchschnittszins, 10.000 Euro
Anzeige
.
© 2024 Biallo & Team GmbH - - Impressum - Datenschutz