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Deutschland
 
27.09.2011

Deutschland Rettungsaktionen der EU untergraben Bonität

Von Erwin J. Frasl
Deutschland untergrabe mit seiner Beteiligung an den Rettungsaktionen der EU seine Bonität, sagte Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, am Dienstag in München.
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ifo-Präsident Prof. Dr. Hans-Werner Sinn interpretiert Finanzkrise als Pokerspiel zwischen den Vermögensbesitzern der westlichen Welt und der Bundesrepublik Deutschland
Deutschlands Versicherungsprämie für zehnjährige Staatspapiere ist im September auf den Wert von 124 Basispunkten gestiegen. Die Prämie ist im Zuge der Rettungsaktionen viel schneller als die britische Prämie gestiegen und hatte sie bereits im August erstmals überholt. Die deutsche Prämie lag beim 17-fachen des Wertes, den sie noch im ersten Halbjahr 2008 eingenommen hatte. Eine Versicherungsprämie von 124 Basispunkten impliziert, so Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts, dass die Märkte über einen Zeitraum von zehn Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 12 Prozent den Konkurs der Bundesrepublik Deutschland erwarten.


Sinn weist auch darauf hin, dass die Target-Kredite, die die deutsche Bundesbank der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Verfügung gestellt hat, damit in den Südländern mehr Geld zur Finanzierung von Zahlungsbilanzdefiziten gedruckt werden könne, im August den Wert von 390 Milliarden Euro erreicht hätten. Allein im August habe sich das Kreditvolumen um 47 Milliarden Euro vergrößert.

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Laut Sinn zeigt die steigende Versicherungsprämie, dass die Märkte auf die exorbitanten Rettungsschirme reagieren, die schon beschlossen seien und nun vom Bundestag in Berlin am Mittwoch noch ausgeweitet werden sollen. Sie gingen davon aus, dass sich Deutschland übernehmen könnte. Zusammen mit dem ersten Rettungspaket für Griechenland, den Target-Krediten der EZB an die peripheren Länder, den Anleiherückkäufen der EZB, der Hilfe durch den IWF und dem ESFM, komme mit den Beschlüssen des Parlaments ein Hilfsvolumen der Staatengemeinschaft von 1679 Milliarden Euro zustande.

So steigt Deutschlands Last an Haftungen

Deutschland müsse bei einem Ausfall der Länder Griechenland, Irland, Portugal und Spanien daraus eine Haftung von 468 Milliarden Euro übernehmen. Sollte auch noch Italien ausfallen, steige die deutsche Haftung auf 520 Milliarden Euro. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Haftung tatsächlich in großen Teilen in Anspruch genommen werde, sei hoch.

Besonders problematisch sei es, wenn die Planspiele der EU Realität werden, nach der Ratifizierung der Vereinbarungen zum EFSF durch Schaffung strukturierter Wertpapiere dem EFSF eine Hebelwirkung zu verleihen, die es möglich machen, ein Vielfaches der im Gesetz genannten 440 Milliarden Euro AAA-gesichert zu verleihen. Die Mittel des EFSF erhielten dadurch tendenziell den Charakter von verlorenen Versicherungsprämien zur Absicherung der Staatsschuld der Krisenländer.

Pokerspiel zwischen Vermögensbesitzern  und der Bundesrepublik Deutschland

Der ifo-Präsident interpretierte die Finanzkrise als Pokerspiel zwischen den Vermögensbesitzern der westlichen Welt und der Bundesrepublik Deutschland, bei der es vornehmlich um die Frage gehe, wer die maroden Staatspapiere der südlichen Länder übernehmen solle. Deutschland lade kaum noch beherrschbare Vermögensrisiken auf sich, sagte Sinn. Der Anstieg der Versicherungsprämie zeige, dass es dabei sei, seine Bonität zu verspielen.

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