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Rohstoffe und Edelmetalle
 
19.02.2011

Im Interview Rohstoffe und Edelmetalle Agrarrohstoffen gehört die Zukunft

Von Erwin J. Frasl
Biallo.at sprach mit Bernhard Spittaler von der Schoellerbank Invest AG über die Ertragschancen bei Agrarrohstoffen in Zeiten ständig steigender Nachfrage nach Nahrungsmitteln.
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Bernhard Spittaler, Fondsmanager bei der Schoellerbank Invest AG, sieht Story sowohl für Agrarrohstoffe als auch für Edelmetalle und andere Rohstoffe absolut intakt

Biallo.at: Mit welchen Preisentwicklungen rechnen Sie bei den wichtigsten
Agrarrohstoffen mittelfristig?

Bernhard Spittaler: Wir rechnen mittel- und langfristig weiter mit steigenden Notierungen im Bereich der Agrarrohstoffe. Vor allem die wirtschaftlichen und demographischen Veränderungen in den Emerging Markets sollten dafür verantwortlich zeichnen. Wir geben allerdings keine konkreten Kursziele für einzelne Soft-Commodities ab, sondern versuchen vielmehr, im Rahmen unserer Strategie von diesem langfristigen Trend zu profitieren. Unser mehrfach mit Awards ausgezeichneter Dachfonds "All Trends" (ISIN: AT0000746581) ist bereits seit 2007 in diesem Thema investiert, und auch der im Februar 2010 neu aufgelegte "Schoellerbank Global Resources" (ISIN: AT0000A0GU03) veranlagt seit Fondsbeginn einen Teil seines Vermögens im Bereich der Agrarrohstoffe.

Biallo.at: Was treibt die Preise von Agrarrohstoffen am stärksten an?

Spittaler: Fundamental betrachtet gibt es aus unserer Sicht dafür drei Hauptfaktoren: Die Weltbevölkerung nimmt ständig zu. Derzeit gehen wir von knapp sieben Milliarden Einwohnern aus. Prognosen zufolge wird diese Zahl auf rund neun Milliarden im Jahr 2050 ansteigen.

Der zunehmende Wohlstand der Emerging Markets führt zu einem signifikant steigenden Bedarf an Agrarprodukten, da vor allem der Fleischkonsum stark zunimmt und damit einhergehend auch der Futtermittelbedarf enorm ansteigt.

Auch der Klimawandel fordert seinen Tribut. Es ist statistisch eindeutig belegt, dass sich die Anzahl der Wetteranomalien in den letzten 25 Jahren verdoppelt hat. Daher steigt weltweit leider auch die Zahl der Ernteausfälle. Hagel ist im übrigen hierbei der größte Schadensverursacher. Aber auch Probleme mit dem Grundwasserspiegel wirken sich tendenziell preistreibend auf Agrarrohstoffe aus.

Biallo.at: Agrarrohstoffe sind ja kein Rohstoff wie jeder andere, wenn man die Millionen Menschen denkt, die hungern. Soll die Politik in den Markt für Agrarrohstoffe eingreifen oder würde das die Lage für die Armen, die sich teure Lebensmittel nicht leisten können, noch verschärfen?

Spittaler: Eine gewisse Regulierung könnte durchaus sinnvoll sein. Dennoch muss ausreichend Anreiz für neue Investitionen geschaffen werden, denn nur so wird es gelingen, in Zukunft größere Hungersnöte zu vermeiden. Es nützt beispielsweise nichts, wenn Preisobergrenzen festgelegt werden, dadurch aber der Anreiz zu produzieren deutlich gemindert wird und somit das Angebot zurückgeht. Die Politik muss dementsprechend mit großer Umsicht und Sorgfalt mit dieser Frage umgehen. Entscheidend ist es, die Rahmenbedingungen zu verbessern bzw. die Effizienz in der landwirtschaftlichen Produktion zu steigern - und zwar unter langfristigen Gesichtspunkten.

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Biallo.at: Wird die Sorge vor einer Ölknappheit in den kommenden Jahren von einer Angst um die Ernährungssicherheit abgelöst?

Spittaler: Diese Sorge ist nicht ganz unbegründet, da vor allem die weltweiten Lagerbestände im Agrarbereich immer weiter am absinken sind. Derzeit befinden sich die Vorräte auf einem 50-Jahres-Tief und auf Grund der ständig steigenden Nachfrage ist kaum Besserung in Sicht. Einige Staaten, wie beispielsweise Algerien und Saudi-Arabien, haben sich vor kurzem strategisch mit Weizen eingedeckt. Bangladesch und Indien kauften zuletzt ungewöhnlich große Mengen an Reis. Derartige Hamsterkäufe heizen die ohnehin schon angespannte Preissituation naturgemäß noch mehr an.

Biallo.at: Welche Möglichkeiten bieten sich durchschnittlichen Anlegern aktuell, die mit ihren Ersparnissen von der Entwicklung der Agrarrohstoffe profitieren wollen? Das heißt, wie kann man investieren und wie soll man investieren?

Spittaler: Wir empfehlen grundsätzlich eine Anlage über qualitativ hochwertige Investmentfonds. Deren Vorteile sehe ich vor allem im transparent nachvollziehbaren Investmentansatz und einer dementsprechenden Streuung. Durch diese können die Wertschwankungen einzelner Positionen besser abgefangen werden.

Dabei unterscheidet der Markt grundsätzlich zwischen Aktienfonds, welche in börsennotierte Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette "Agribusiness" investieren und in Commodity Fonds, die in der Regel versuchen, über Derivate die Entwicklung der Rohstoffpreise direkt abzubilden.

Unter dem Strich ist es in jedem Fall unabdingbar, in seinem Portfolio auf eine ausgewogene Streuung zu achten, um eventuelle Klumpenrisiken zu vermeiden.

Biallo.at: Werden Agrarrohstoffe im kommenden Jahrzehnt die Geldanlage in Gold oder andere Edelmetalle schlagen können?

Spittaler: Aus dem Gesichtspunkt der Verknappung erscheinen Agrarrohstoffe besonders interessant zu sein und die allgemeine Richtung der Preise scheint vorgezeichnet; dennoch sind wir mit konkreten Preisprognosen bewusst sehr zurückhaltend, da diese in der Regel sehr wenig aussagekräftig und erfahrungsgemäß nicht zuverlässig sind.

Von der fundamentalen Seite betrachtet, ist die Story sowohl für Agrarrohstoffe als auch für Edelmetalle und andere Rohstoffe absolut intakt. Daher würden wir empfehlen, all diese Trends in der Anlageentscheidung mit zu berücksichtigen.

Bernhard Spittaler

... ist seit 2004 Fondsmanager bei der Schoellerbank Invest AG. Zuvor war er von 2000 bis 2004 als Börsenhändler in der Schoellerbank AG beschäftigt. Von 1995-1998 konnte er erste Erfahrungen beim Raiffeisenverband Salzburg sammeln. Unter dem Strich verfügt er damit über eine Branchenerfahrung von über 14 Jahren. Als Teammitglied im Fondsmanagement zeichnet er unter anderem für das Management des Dachfonds "All Trends" (AT000746581) verantwortlich. Der vielfach ausgezeichnete Fonds fokussiert sich auf langfristige wirtschaftliche Trends im 21.Jahrhundert. Bernhard Spittaler verfügt über ein Börsenhändlerdiplom der Wiener Börse und die Ausbildung zum Certified Portfolio Manager (CPM) nach den Vorgaben der BankAkademie Wien und der VÖIG.

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
02.02.2011 09:53 Uhr - von Nick Bergmann
Nix zu verschenken
Wieso gibt es das Sparkonto nur für Österreiche Bewohner. Was ist mit uns Deutschen ? Ich würde es auch gerne in Anspruch nehmen doch leider geht es nicht. Weil ich in Deutschland wohne. Ich bitte um Antwort
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