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Bank Austria Analyse
 
13.03.2011

Bank Austria Analyse Die Gefahren für den Euro

Von Erwin J. Frasl
Niedrige Zinsen und hohe Inflation haben für Auftrieb bei Verschuldung gesorgt. Besonders wirtschaftlich starke Länder haben vom Euro enorm profitiert. Das zeigt eine neue Studie der Bank Austria. Hier die Details.
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Mag. Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria: "Der Euro war keine Staatsverschuldungsmaschinerie"
Die Eurozone steht in den nächsten Wochen vor wichtigen Entscheidungen. In einer aktuellen Analyse haben nun die Ökonomen der Bank Austria die ersten zwölf Jahre des Euro und die Optionen für die nächsten Jahre untersucht. „Der Euro war – entgegen der oft geäußerten Meinung – keine Staatsverschuldungsmaschinerie“, so Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria. Im Gegenteil, im Durchschnitt stieg die Verschuldung des Euroraums deutlich weniger stark als etwa jene der USA.


In einigen Euroländern hat Kontrolle der Staatsverschuldung versagt

„Auch wenn die Kontrolle der Staatsverschuldung in einigen Euroländern versagt hat, im Durchschnitt hat sie gut funktioniert“, so Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria. Hätten alle Länder des Euroraums jedes Jahr seit Einführung des Euro das Maastricht-Ziel erfüllt und ein Defizit unter 3,0 Prozent gehabt, wäre die Staatsverschuldung heute lediglich um 6,0 Prozentpunkte niedriger als sie derzeit tatsächlich ist. In den USA wären es hingegen 14 Prozentpunkte.

Niedrige Zinsen und hohe Inflation als Verschuldungstreiber

Die neue Studie der Bank Austria zeigt weiters, dass die heute sehr hohe Staats- oder Privatverschuldung einiger gefährdeter Länder teilweise auf den „Realzinsschock“ nach der Euroeinführung zurückzuführen war. Niedrige Zinsen und hohe Inflation waren wichtige Antreiber für die Verschuldung, aber auch für die Verschlechterung der Wettbewerbsposition. Erneut waren besonders einige kleinere Länder des Euroraums betroffen.

Restriktive Lohnpolitik Deutschlands hat Lage verschärft

Verschärft wurde die Situation noch durch die besonders restriktive Lohnpolitik Deutschlands. Alle Länder des Euroraums haben in den letzten zwölf Jahren gegenüber Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit verloren.  Der Mix aus starkem Wachstum durch hohe Löhne und Verschuldung und schlechter Wettbewerbsposition ließ die Leistungsbilanzsalden im Euroraum deutlich auseinander gehen. Besonders Deutschland profitierte und konnte seine vormals negative Leistungsbilanz mit dem Euroraum in ein Plus von rund 2,0 Prozent jährlich drehen. „In Summe hat Deutschland seit der Euroeinführung 600 Milliarden Euro netto mehr an Waren und Dienstleistungen in den Euroraum verkauft als von dort gekauft“ analysiert Bruckbauer und ergänzt: „Dies ist umso beeindruckender, als Deutschland die zehn Jahre davor noch ein Minus mit den anderen Euroländern hatte“.

Österreichs Bilanz mit dem Euroraum drehte dank Euro ebenfalls ins Positive, allerdings blieb – so wie in den meisten anderen Euroländern – ein Minus mit Deutschland bestehen. „Sieht man von Deutschland ab, konnte Österreich seine Leistungsbilanz zum Euroraum von Minus in ein deutliches Plus drehen“ so Bruckbauer, „in manchen Jahren netto über sechs Milliarden Euro“.

Die Inflationsunterschiede in den ersten zwölf Jahren des Euro waren deutlich größer als etwa zwischen den größten US Bundesstaaten: „Ein Vergleich mit den USA zeigt, dass das Wirtschaftswachstum und das Einkommensniveau innerhalb der USA ähnlich unterschiedlich wie im Euroraum waren, lediglich die Inflation war in den USA harmonischer“, so Bruckbauer.

 

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