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Greenpeace
 
20.03.2011

Greenpeace Schon 15 Prozent Atomstrom in Österreich

Von Erwin J. Frasl
Die Atomkatastrophe in Japan macht auch den Österreichern Angst. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat daher jetzt alle neun Landeshauptleute dazu aufgefordert, ihre Eigentümerverantwortung in den Landesenergieversorgern zu nutzen und ab sofort sämtliche Geschäfte mit Atomstrom für immer zu stoppen.
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Offiziell beträgt der Anteil von Atomstrom im österreichischen Energie-Mix rund fünf Prozent. „Tatsächlich kann man jedoch von einem weitaus höheren Anteil ausgehen, der bei etwa fünfzehn Prozent liegt. Grund für die Schwankung: Bis zu zehn Prozent des in Österreich verwendeten Atomstroms werden durch den Handel mit Zertifikaten über internationale Strombörsen vertuscht“, so Greenpeace.

„Wir gehen davon aus, dass ein großer Teil des importierten Atomstroms direkt oder indirekt aus Tschechien, der Slowakei und Deutschland kommt und somit auch aus bekannten Risiko-Reaktoren wie Mochovce, Temelin oder deutschen Schrott-Reaktoren“, erklärt Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof. Dieser Atomstrom gelangt über Strombörsen nach Österreich und wird oft mittels zugekauften Wasserkraftzertifikaten „umetikettiert“, um die offiziellen Werte möglichst niedrig zu halten „Nach unserer Informationslage sind nahezu alle Landesenergieunternehmen davon betroffen“, so Westerhof.

Hinzu kommt, dass einige Betreiber von so genannten Pumpspeicherkraftwerken billigen Atomstrom zu Niedrigverbrauchszeiten importieren, um damit Wasser in die Stauseen zurück zu pumpen. Später wird damit teurer Spitzenlaststrom für den Rückexport produziert. „Diese zweifelhaften Geschäfte, die absolut nichts zur Stromversorgung in Österreich beitragen, müssen sofort gestoppt werden. Die Speicherkraftwerke sollen für Wind- oder Sonnenenergie, aber nicht für Atomstrom verwendet werden“, fordert der Energieexperte.

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Greenpeace sieht in einem Ausstieg Österreichs aus Geschäften mit Atomkraft nicht nur einen konkreten Beitrag zu mehr nuklearer Sicherheit in Europa, sondern auch ein starkes Signal in Richtung der Länder, die Atomkraftwerke betreiben. Außerdem erhöht sich damit die Glaubwürdigkeit des österreichischen Anti-Atom-Kurses. Nur massives Investieren in Ökostrom-Anlagen und das Forcieren von Energiesparmaßnahmen stellen eine echte Lösung dar. Kurzfristig unumgängliche Stromimporte dürfen nur aus atomkraftfreien Ländern oder von atomkraftfreien Unternehmen erfolgen. Zu einem zusätzlichen Import von Kohlestrom darf es dabei natürlich keinesfalls kommen, so Greenpeace.  Auch die Vorstände der österreichischen Stromkonzerne werden von Greenpeace aufgefordert, umgehend und für immer auf alle Geschäfte mit Atomstrom zu verzichten.

Energie Steiermark unterstützt Anti-Atom-Linie von Greenpeace

Prompt hat die Energie Steiermark reagiert. Sie setzt nach eigenen Angaben voll auf erneuerbare Energie und „wird ihren Kunden ausschließlich atomfreien Strom liefern“, so Vorstandssprecher Dr. Oswin Kois und sein Vorstandskollege DI Olaf Kieser. Ihrer Ansicht nach „hat die Katastrophe in Japan hat die Richtigkeit der grünen Neupositionierung des steirischen Landesenergieversorgers auf erschreckende Weise bestätigt“.

Kois und Kieser ersuchen Greenpeace daher die Offensive der Energie Steiermark im Bereich Energieeffizienz im Sinne des Klimaschutzes und der Kunden zu unterstützen und die in Planung befindlichen Öko-Energie-Projekte "rtnerschaftlich zu begleiten und zu fördern". Dazu gehören neben zahlreichen Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasseantagen vor allem auch die geplanten Wasserkraftwerke in Graz und Gratkorn. Allerdings machen Kois und Kieser darauf aufmerksam, dass sie für „eine aktionistische Behinderung von Alternativenergie-Projekte — siehe Murkraftwerk Graz — kein Verständnis haben“.

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