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Aktien-Halbjahr 2011
 
23.07.2011

Aktien-Halbjahr 2011 ATX einer der schlechtesten Indizes in Westeuropa

Von Erwin J. Frasl
Der österreichische Aktienmarkt hat im ersten Halbjahr eine unterdurchschnittliche Performance geliefert und auch in den nächsten Monaten sind einige Hürden zu überwinden. Europaweit beeinflussen negative konjunkturelle Faktoren, hohe Rohstoffpreise, steigende Inflationserwartungen, die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Staatsschuldenkrise die Aktienmärkte.
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Thomas Neuhold, Leiter Aktienresearch Österreich in der UniCredit:: Solange das europäische Umfeld unruhig bleibt, wird sich der ATX natürlich schwer tun, sich dem Umfeld gänzlich zu entziehen, und einigen Stürmen nicht ausweichen
Gehörte der ATX (Austrian Traded Index) 2010 noch zu den größten Gewinnern, hat sich das Bild inzwischen ins Gegenteil gedreht: Nach dem ersten Halbjahr zählt Österreichs Aktienindex mit einem Minus von 9,0 Prozent zu einem der schlechtesten Indizes in Westeuropa, so die Experten der UniCredit.
Hoffnung für die nächsten sechs bis zwölf Monate
Aber gerade deshalb orten die Experten der UniCredit eine erfreulichere Entwicklung in den nächsten sechs bis zwölf Monaten. Aufgrund der relativ guten makro-ökonomischen Stabilität bleibt Österreich ein attraktiver Markt in der Länderallokation. Und auch die günstigen Bewertungen österreichischer Aktien, zusammen mit der starken Verflechtung mit den europäischen Wachstumsmotoren Deutschland und Osteuropa, geben Grund zur Hoffnung. Somit behalten die Analysten der UniCredit das Prognoseziel für den ATX der nächsten 12 Monate mit 3.200 Punkten und einem Gesamtrenditepotenzial von 25 Prozent bei.
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„Auch wenn der ATX bis dato ein unterdurchschnittliches Aktienjahr verzeichnet, gehen wir davon aus, dass sich im zweiten Halbjahr wieder eine positivere Dynamik einstellt. Gerade in der jetzigen Wirtschaftssituation in Europa sollte der heimische Leitindex mit der relativen wirtschaftlichen Stabilität Österreichs punkten können. Die starke Verknüpfung mit Deutschland und Osteuropa gereicht dem ATX ebenso zum Vorteil“, so Thomas Neuhold, Leiter Aktienresearch Österreich in der UniCredit. „Solange das europäische Umfeld unruhig bleibt, wird sich der ATX natürlich schwer tun, sich dem Umfeld gänzlich zu entziehen, und einigen Stürmen nicht ausweichen können. Mittelfristig sollte jedoch der Aufwärtstrends am österreichischen Aktienmarkt, der 2009 begonnen hat, weiter anhalten“, meint Neuhold.

„Österreich profitiert derzeit von der Lage im Herzen der europäischen Wachstumsmotoren. Deutschland und Osteuropa weisen überdurchschnittlich hohe Wachstumsraten auf und dies kommt vielen heimischen Unternehmen zugute, da diese Regionen deren Kernmärkte sind. Für Investoren ist die Kombination aus höherem Gewinnwachstum der Unternehmen und geringerem makro-ökonomischem Risiko Österreichs sehr attraktiv“, analysiert Neuhold.

3.200 Punkte als 12-Monate-Ziel für ATX

Trotz der Turbulenzen am Aktienmarkt erwarten die UniCredit-Analysten einen Anstieg des ATX auf 3.200 Punkte binnen der nächsten 12 Monate. Auch wenn dieses Wachstum für 2012 auf den ersten Blick optimistisch wirkt, befinden sich die erwarteten Gewinne für den ATX nur leicht über den Höchstständen des Jahres 2007. Das Gewinnwachstum schätzen die Experten des Aktienresearchs der UniCredit für 2011 mit plus 40 Prozent und plus 20 Prozent für das Jahr 2012 ein. Durch die fallenden Frühindikatoren und die Staatsschuldensituation in der EU-Peripherie werden positive Gewinnrevisionen aber zunehmend schwieriger.

Großes Potenzial für diese Aktien

Das Aktienresearch-Team der UniCredit sieht angesichts des schwierigen Umfeldes großes Potenzial für Erste Bank, EVN, Immofinanz, Österreichische Post, Strabag und voestalpine. „Das Schicksal der österreichischen Aktien hängt sehr stark von der weiteren Entwicklung in Deutschland und Osteuropa ab. Vor allem Banken-, Industrie- und Immobilienwerte haben eine starke Ausrichtung in diese Regionen. Die ungelöste Staatsschuldensituation in einigen Ländern wird die Volatilität jedoch hoch halten. Um für jede Situation gerüstet zu sein, empfehlen wir weiterhin Unternehmen mit hoher Gewinndynamik, defensive und spätzyklische Titel“, so Neuhold.

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