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Finanzkrise und Goldpreis
 
27.08.2011

Finanzkrise und Goldpreis Gold 2011 bei 2.000 US-Dollar?

Von Max Geißler und Wolfgang Walter
Die Angst der Anleger sorgt für eine weitere Kursrallye bei Gold. Anleger sehen das Edelmetall zusehends als sicheren Hafen für ihr Vermögen. 2.000 Dollar je Unze sind 2011 noch drin.
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Der Goldpreis steigt und steigt
Anleger fliehen zusehends ins Gold, weil sie dem Euro misstrauen - und nicht nur dem. Der Run auf das Edelmetall treibt die Preise in ungeahnte höhen.Vergangene Woche erreichte der Goldpreis einen neuen Rekordstand von 1.900 Dollar je Feinunze. Auf Monatssicht verteuerte sich Gold um rund sechs Prozent, der Jahreszuwachs beträgt knapp 35 Prozent. Auch Anleger aus der Eurozone profitieren. Mit rund 1.300 Euro je Unze kostet Gold fast 200 Euro mehr als zu Beginn des letzten Monats und ist damit so teuer wie noch nie. Anleger, die vor einem Jahr Gold in Euro gekauft haben und heute verkaufen würden, erzielen einen Wertgewinn von knapp zehn Prozent, das Dreijahresergebnis liegt bei plus 76 Prozent.
Angst der Anleger sorgt für Kursrallye bei Gold
Hinter der Kursrallye steckt die Angst vieler Goldkäufer, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte zur Stütze der überschuldeten Euro-Staaten die Druckerpresse anwerfen und damit den Euro weiter entwerten. Die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa und Amerika belastet den Euro. Inzwischen kostet ein Euro mehr als 1,42 US-Dollar. Die inflationäre Geldpolitik der EU-Länder hat auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, die aktuelle Inflationsrate verharrt trotz jüngster Leitzinsanhebung der EZB mit zuletzt 3,3 Prozent über der als kritisch gesehenen Zwei-Prozent-Grenze. Investoren stoßen massenweise Staatsanleihen der Krisenstaaten ab, weil sie befürchten müssen, dass die Papiere alsbald vollständig wertlos sind.
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Gold als sicherer Hafen

Anleger, die auf Gold als Vermögensstabilisator setzen wollen, sollten trotzdem vorsichtig sein. Der Goldpreis ist in erster Linie von Spekulation getrieben. Sollte es Europa und den USA gelingen, eine überzeugende Antwort auf ihre Schuldenproblematik zu geben, dürften die Preise für das Edelmetall wieder gen Süden laufen. Wer zu aktuellen Höchstpreisen einsteigt, sollte keine allzu großen Wertzuwächse erwarten, denn ob und in welchem Umfang die Kurse weiter steigen, ist ungewiss. Viel eher empfiehlt es sich, eine Konsolidierung der Märkte abzuwarten, und dann einen Einstieg erneut zu prüfen.

Wer wegen des hohen Sicherheitsrisikos und hoher Kosten kein physisches Gold erwerben möchte, der kann Gold-ETCs erwerben, zum Beispiel den Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0). ETCs sind Schuldverschreibungen von Banken. Im Unterschied zu herkömmlichen Zertifikaten haben ETC-Anleger jedoch Anspruch auf finanziellen Ausgleich, falls der Emittent Pleite geht. Bankhäuser, die ETCs emittieren, müssen nämlich als Sicherheitsleistung eine adäquate Menge Gold erwerben und in einem neutralen Banktresor hinterlegen. Je nach Ausstattung des ETC kann der Anleger bei einer Emittentenpleite die Herausgabe des Goldes verlangen oder einen entsprechenden Finanzausgleich in bar. ETCs bilden die Preisentwicklung des Basisprodukts, also des Rohstoffs Gold, möglichst genau nach. Oft laufen die Papiere parallel zum Rohstoffpreis. Wie bei Aktien können auch beim Handel mit ETCs Limit- und Stopp-Loss-Orders aufgegeben werden. Die Laufzeit der Papiere ist unbegrenzt, die Erwerbs- und Managementgebühren vergleichsweise gering.

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