19.12.2009
auf Facebook teilen
Twittern

Abschwung im Auslandsgeschäft

Rückgang der Bilanzsumme bei Banken

Von Erwin J. Frasl
Die unkonsolidierte Bilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute erreichte Ende September 2009 einen Rückgang von 2,06 Prozent. Für diese Entwicklung war zu einem großen Teil das Zwischenbankengeschäft im In- und Ausland verantwortlich.
Banken-Kreditinstitute-Geldhäuser-Bilanzsumme-Oesterreichische Nationalbank-OeNB-Zwischenbankengeschäft-Ausland-Auslands¬verbindlichkeiten-Auslandsforderungen-Auslandsgeschäft-Auslandsaktiva-Auslandspassiva-Gesamteinlagen-Einlagekategor
Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute erreichte Ende September 2009 einen Stand von 1.047,10 Milliarden Euro, und wies mit minus 2,06 Prozent einen leichten Rückgang im Vergleich zum Ultimo 2008 auf. Für diese Entwicklung war zu einem großen Teil das Zwischenbankengeschäft im In- und Ausland verantwortlich.

Das Bankengeschäft mit dem Ausland wies aktiv Rückgänge auf. Die Nettoforderungsposition österreichischer Kreditinstitute gegenüber dem Ausland reduzierte sich auf unter 100 Milliarden Euro (95,93 Milliarden Euro). Grund für diese Entwicklung war ein Rückgang der Auslandsverbindlichkeiten (minus 6,08 Milliarden Euro) und eine noch stärkere Abnahme der Auslandsforderungen (minus 17,04 Milliarden Euro). Seit Ende 2008 ist diese negative Entwicklung im Auslandsgeschäft zu beobachten. Ende September 2009 lag der Anteil der Auslandsaktiva (359,50 Milliarden Euro) und der Auslandspassiva (263,57 Milliarden Euro) an der Bilanzsumme bei 34,3 Prozent bzw. bei 25,2 Prozent.

Plus bei Sichteinlagen - Minus bei Termineinlagen

Lesen Sie auch

Transparenz für die Kunden
Wie das Internet das Bankgeschäft verändern wird

Unabhängige Finanzdienstleister
Was können Finanzdienstleister besser?

Mag. Helmut Praniess im Interview
Einlagensicherung von 100.000 Euro ist ausreichend

Direktversicherer
allianz24.at baut Angebote aus

Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2008 um 0,42 Prozent (plus 1,15 Milliarden Euro) auf 276,89 Milliarden Euro zu, jedoch waren in den einzelnen Einlagekategorien sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten. Der Stand der Sichteinlagen expandierte um 7,25 Milliarden Euro (plus 9,6 Prozent), jedoch war vice versa bei den Termineinlagen ein Rückgang von 8,58 Milliarden Euro (-19,13 Prozent) erkennbar. Das moderate Wachstum der Spareinlagen (plus 1,60 Prozent) – der nach wie vor bedeutendsten Sparform – führte schließlich zu einem leichten Anstieg der Einlagen. Ende September 2009 verteilten sich die Einlagen zu 57,0 Prozent auf Spareinlagen (157,86 Milliarden Euro), zu 29,9 Prozent auf Sichteinlagen (82,75 Milliarden Euro) und zu 13,1 Prozent auf Termineinlagen (36,28 Milliarden Euro).

Das Einlagenwachstum war mehrheitlich auf private Haushalte (plus 4,41 Milliarden Euro) zurückzuführen, wodurch ihr Anteil an allen Einlagen auf rund 72 Prozent anstieg. Bei den Unternehmen (rund 16 Prozent Anteil) erfuhr das Einlagenvolumen keine wesentliche Veränderung (plus 0,22 Milliarden Euro). Nichtbanken-Finanzintermediäre und der Staat verringerten jedoch ihre Einlagenstände um 2,91 Milliarden Euro bzw. 1,20 Milliarden Euro.

Fremdwährungskredite schrumpfen

Zum 30. September 2009 belief sich der Stand der Direktkredite an inländische Nichtbanken auf 303,20 Milliarden Euro (minus 3,02 Milliarden Euro). In den ersten drei Quartalen 2009 war dieser Wert leicht rückläufig (minus 0,99 Prozent). Bei den Euro-Krediten betrug die Bestandsveränderung in diesem Zeitraum minus 0,29 Milliarden Euro. Das Fremdwährungskreditgeschäft) wies ein Minus von 2,73 Milliarden Euro auf. Wechselkursbereinigt belief sich der Volumensrückgang bei der bedeutendsten Fremdwährungskategorie – den Schweizer-Franken-Krediten – auf minus 1,76 Milliarden Euro (minus 3,9 Prozent). Der Anteil der Fremdwährungskredite an allen Krediten fiel auf 17,4 Prozent. Über 83 Prozent der endfälligen Schweizer-Franken-Kredite an private Haushalte sind mit einem Tilgungsträgermodell kombiniert (29,67 Milliarden Euro).

Die verbrieften Kredite und Schuldverschreibungen erhöhten sich relativ deutlich um 7,58 Milliarden Euro (plus 42,21 Prozent) auf 25,55 Milliarden Euro. Dieser Anstieg war im wesentlichen auf größere Investionen in Bundesanleihen zurückzuführen.

Eigenmittel sind gestiegen

Die nach den Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende September 2009 92,99 Milliarden Euro, was einer Erhöhung in den ersten drei Quartalen von 4,66 Milliarden Euro bzw. 5,28 Prozent entsprach. Mit 70,85 Milliarden Euro entfielen rund 76 Prozent der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency ratio) betrug 18,57 Prozent (plus 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Ultimo 2008). Die unkonsolidierte Kernkapitalquote2) stieg gegenüber Dezember 2008 um 1,1 Prozentpunkte auf 13,67 Prozent.
Foto: colourbox.com ID:463