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Sieben Fragen an: Bernhard Spittaler

Goldminenaktien derzeit besonders interessant

17.11.2011
Von Erwin J. Frasl
Aussteigen oder einsteigen bei Gold, drohende Griechenland-Pleite, Sorgen mit Italien, Chancen mit Silber und Alternativen zu Gold. Darüber sprach Biallo.at mit Fondsmanager Bernhard Spittaler von der Schoellerbank Invest AG.
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Bernhard Spittaler von der Schoellerbank Invest AG
Biallo.at: Die Schwankungen beim Goldpreis sind jetzt stärker geworden. Sind das die ersten Signale, aus Gold rechtzeitig auszusteigen oder sollen Anleger bei schwächeren Goldpreisen wieder zukaufen?

Bernhard Spittaler: Prinzipiell hängt das sehr stark vom Anlageziel des Anlegers ab. Für Investoren, die hohe Wertschwankungen generell vermeiden wollen, stellt Gold grundsätzlich das falsche Investment dar. Ist man langfristig von einem weiteren Anstieg des Goldpreises überzeugt, macht es natürlich Sinn in Schwächephasen zuzukaufen.

Biallo.at: Eine Pleite Griechenlands kann noch immer nicht ausgeschlossen werden. Wird eine allfällige Insolvenz Griechenlands den Goldpreis nach oben treiben oder ist das im Goldpreis schon vorweggenommen?

Spittaler: Kurzfristig haben sehr viele Faktoren Einfluss auf die Kursbildung, daher ist die Folge einer Pleite in Griechenland nur sehr schwer abschätzbar. Langfristig betrachtet ist jedenfalls zu erwarten, dass Gold aus Investorensicht umso attraktiver wird, je länger und größer die Turbulenzen rund um die Eurozone sind. Diese Veranlagungsform war speziell in Krisenzeiten bislang äußert begehrt, daran sollte sich auch in Zukunft nichts ändern.
Biallo.at: Welchen Druck löst die Krise Italiens auf den Goldpreis aus? Über die 3000 US-Dollar-Marke?

Spittaler: Eine fix definierte Zielmarke, die der Goldpreis durchschlagen könnte, ist aus unserer Sicht nicht seriös prognostizierbar. Dafür ist die Anzahl der Einflussfaktoren einfach zu groß. Für Gold spricht jedenfalls, dass die physisch verfügbare Menge – im Gegensatz zu Papiergeld – nicht unbegrenzt steigerbar ist. Gegen ein Direktinvestment in Gold spricht, dass der Investor keine laufenden Zins- bzw. Dividendenerträge bekommt und die Zentralbanken den Kurs aufgrund von Verkäufen aus Liquiditätsengpässen möglicherweise drücken könnten.
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Biallo.at: Wer sind eigentlich die stärksten Goldkäufer? Privatpersonen, Zentralbanken oder Diktatoren in aller Welt, die so ihre Zukunft absichern?

Spittaler: Derzeit zählen nach unseren Informationen weltweit betrachtet die Notenbanken eher zu den Nettokäufern, wobei sich diese Tatsache naturgemäß jederzeit ändern kann. Auch Exchange Traded Funds (ETF) auf physisch hinterlegtes Gold haben in den letzten Jahren sehr stark an Volumen hinzugewonnen.

Biallo.at: Welche Anlageprodukte bieten Anlegern aktuell interessante Chancen, wenn sie jetzt noch in Gold investieren wollen?

Spittaler: Goldminenaktien erscheinen derzeit besonders interessant, da diese speziell seit Jahresbeginn sehr deutlich hinter der Entwicklung des Goldpreises zurückgeblieben sind. Auch im historischen Vergleich sind die Bewertungen in diesem Bereich auf ein überaus attraktives Niveau zurückgekommen. Der Nachteil liegt in der höheren Korrelation mit den Aktienmärkten. Als Beimischung ist auch physisches Gold eine Alternative, wobei die hohen Kosten bei An- und Verkauf sowie die Lagerung nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Biallo.at: Lohnt jetzt noch ein Investment in Silber?

Spittaler: Silber ist tendenziell weit schwankungsanfälliger als Gold. Der Vorteil von Silber liegt darin, dass dieses Edelmetall auch verstärkt in der Industrieproduktion, beispielsweise in der Medizintechnik und für alternative Energien, zum Einsatz kommt. Bei Kauf von physischem Silber in Münzen- oder Barrenform fällt eine zusätzliche Mehrwertsteuer in der Höhe von 20 Prozent an.

Biallo.at: Was sind aus Ihrer Sicht aktuelle Alternativen zu Gold, um Euro-Guthaben optimal anzulegen?

Spittaler: Grundsätzlich ist das sehr stark von der Risikoneigung des jeweiligen Anlegers abhängig. Wichtig ist es, gerade jetzt großen Wert auf eine ausgewogene Vermögensstreuung zu legen. Fremdwährungen sollten dabei nicht unberücksichtigt bleiben, dies gilt sowohl für Aktien- als auch Anleiheninvestments. Bei jeglichem Investment ist Transparenz eine wichtige und unabdingbare Voraussetzung.
Bernhard Spittaler, CPM
 
Bernhard Spittaler ist Fondsmanager in der Schoellerbank Invest AG und verfügt über eine Branchenerfahrung von über 16 Jahren. Er verfügt über ein CPM-Diplom nach der Richtlinien der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) und ein Börsenhändler-Diplom der Wiener Börse Akademie. Unter anderem ist er mitverantwortlich für das Management des Schoellerbank Global Resources, welcher in einem Teamansatz verwaltet wird.
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