www.sky.at
Startseite | Impressum | | RSS | biallo.de | geldsparen.de | biallo-unternehmen.de | bialloblog.de
Donnerstag, 09.09.2010
Suche:

Klientenvertreter oder Versicherungsvertreter

Wie verlässlich sind Banken als Versicherungsverkäufer?

Der überwiegende Teil der Versicherungsberatung am Bankschalter wird in Österreich nicht als Versicherungsmakler erbracht, sondern als Versicherungsvermittlung ohne Form. Das hat bedeutsame Folgen für die Kunden.
Versicherung-Banken-Kreditinstitute-Versicherungsmakler-Versicherungsvermittlung ohne Form-Versicherungskunden-Dipl. Versicherungstreuhänder
Manfred Taudes, Dipl. Versicherungstreuhänder
"Ohne Banken würde der moderne Wirtschaftskreislauf zusammenbrechen!" Mit dieser Meinung werden sich wohl viele Bankkunden quer durch alle Gesellschaftsschichten identifizieren können. Schon eher aufhorchen lässt da aber die Aussage des Schweizer Bankenombudsmannes Hanspeter Hägi: "In vielen Fällen wurden unkundige Kunden von ihren Beratern dazu gedrängt, Produkte zu kaufen, die sich als krisenuntauglich und verlustträchtig erwiesen." Die Rede ist in beiden Fällen von den Folgen der globalen Finanzkrise, welche bekannterweise ihre Ursachen in der maßlosen Gier des gesamten Finanzsektors hatte.


Darf ein Bankkunde bei Versicherungen objektive Beratung erwarten?

Wie wirken sich diese Unsicherheiten auf einem anderen wichtigen Standbein des Bankensektors – der Versicherungsberatung – aus? Darf der Bankkunde wenigstens in diesem Segment eine objektive Beratung unter Wahrung seiner Interessen erwarten? Mitnichten – es kommt darauf an welchen Vermittlungsstatus das Bankinstitut hat! "Wie bitte, was heißt Vermittlungsstatus? Ich will ordentlich beraten werden, mit einem Produkt das meinen Erwartungen entspricht und zwar mit einem optimalen Preis/Leistungsverhältnis!" Tritt die Bank als Versicherungsmakler (Paragraf 94 Z77 GewO) auf, unterliegt sie der besonders strengen Verantwortung gemäß Maklergesetz 1996 womit sich der Kunde auf einen ganz besonderen Schutz (treuhänderähnliche Sachwalterverantwortung) berufen darf.

Lesen Sie auch

Biallo.at - Newsletter
Jetzt anmelden!

Staatlich geförderte Altersvorsorge
Patient Zukunftsvorsorge

Test der Arbeiterkammer
Banken geizen mit Informationen

Versicherungsberatung am Bankschalter meist nur Vermittlung

Die Wahrung der Interessen (Rechte) des Versicherungskunden samt einer ganzen Reihe von weiteren Verpflichtungen, wie der genauen Erfassung der Bedürfnisse (Risikoanalyse) münden zusammengefasst in permanenten Beratungs- Prüfungs- und Dokumentationsaufgaben, verbunden obendrein noch mit der Vermittlung des bestmöglichen Versicherungsschutzes. Soviel zur Bestvariante in der Versicherungsvermittlung. Diese qualitativ hochstehende Beratungsdienstleistung klingt nicht nur aufwendig, sie ist es auch und daher ausschließlich Experten (Sachverständige gemäß Paragraf 1299 ABGB) vorbehalten. Damit trennt sich nicht nur sprichwörtlich die Spreu vom Weizen. Denn der überwiegende Teil der Versicherungsberatung am Bankschalter wird in Österreich nicht als Versicherungsmakler erbracht, sondern als Versicherungsvermittlung ohne Form. Damit haben Banken ein Schlupfloch entdeckt (oder geschaffen?), welches meines Erachtens eindeutig den EU-Richtlinien widerspricht.

Banken deklarieren sich praktisch nie

Was heißt das konkret? Banken deklarieren sich praktisch nie , ob sie als Klientenvertreter oder als Versicherungsvertreter tätig werden. Als Klientenvertreter (Versicherungsmakler) haben sie obigen Rucksack an Verantwortung zu erfüllen, als Versicherungsvertreter (Agent) haben sie eine einzige Hauptpflicht: Den Verkauf von Versicherungspolicen! Das heißt, Kundenbedürfnisse und -erwartungen sind nur eine sogenannte Nebenpflicht und eine Wahrung der Kundeninteressen darf nicht einmal ansatzweise erfolgen, weil dies ausschließlich dem Versicherungsmakler als Klientenvertreter vorbehalten ist.

So wird Machtposition genützt

Die Machtposition der Banken wird bei Finanzierungen natürlich auch dazu verwendet, um möglichst viele "eigene" Versicherungsprodukte an den "Mann oder die Frau" zu bringen. De facto aber ohne Rücksicht auf bestehende Verträge und ebenso ohne entsprechende Marktvergleiche. Diese sonderbaren (verbotenen?) Koppelungsgeschäfte dienen in den wenigsten Fällen dazu echte Vorsorgelücken zu schließen. Vielmehr um einerseits den Bankkunden mit vielfach unnötigen Versicherungspolicen zuzupflastern und andererseits oftmals mit Verpfändungen diese ihm erst gar nicht auszuhändigen. Wie verlässlich sind jetzt Banken als Versicherungsverkäufer? Wenn man den Aussagen von Erste-Bank Generaldirektor Andreas Treichl glauben schenken darf, dann müssen Schalterbeamte künftig noch kräftiger Policen verkaufen: "Wir haben kein Kostenproblem, wir haben ein Keilerproblem." (wörtliches Zitat). Die Erwartungen des unkundigen Bankkunden sind an dieser Stelle nicht gefragt.

Manfred Taudes

... geboren am 20. Mai 1961 in Wien, ist Dipl. Versicherungstreuhänder; Publizist von Fachkommentaren; Vortragender im Gewerbe- und Maklerrecht; Organisator von Expertenseminaren u.a. beim europäischen Forum Alpbach.

Beruflicher Werdegang:

1976: Eintritt bei der Ersten Allgemeinen Versicherungs-AG Wien und Beginn der Ausbildung zum Versicherungskaufmann

1978: BÖF- Lehrabschlußprüfung (mit Auszeichnung)

1979: Ausbildung zum Außendienstmitarbeiter

1983: Wechsel in die Selbstständigkeit als Versicherungsmakler

2006: Lehrlingsausbildungsprüfung WKNÖ-Ausschussmitglied in der FG Versicherungsmakler

2007: Diplomprüfung zum Versicherungstreuhänder, Mitglied der Prüfungskommision der NÖ Versicherungsmakler

2008: Vorstandsmitglied im Verband Österreichischer Versicherungs-Treuhänder und Mediatoren in Versicherungs-Angelegenheiten (ÖVT) und ÖVT - Pressesprecher

Manfred Taudes   18.02.2010

Leserkommentare

Name:
Email:

Ziffernfolge hier eingeben:
Überschrift:
Kommentar:
ID:587
Nach Oben
Der Biallo.at Newsletter
Hier können Sie sich anmelden!
Anzeige
Biallo präsentiert

Sparen Sie mit der SPAR-Anleihe

Einfach und ertragreich bis zu 2,90 %! Flexible Laufzeiten von 1-36 Monate.
Bitte mehr Informationen ...
Kolumne von Erwin J. Frasl
Erwin J. Frasl

Investments 2010

Goldene Zeiten

Gold zieht jeden in seinen Bann – irgendwann, irgendwie. Egal, ob es als Schmuckstück eine schöne Frau noch schöner macht, für Anleger in unsicheren Zeiten Sicherheit symbolisiert, Goldbesitzern freudige Genugtuung bringt, weil der Preis unentwegt nach oben marschiert.
Lesen
Archiv
Frasl fragt
Produktcheck
Erwin J. Frasl

ING-Diba Direktbank Austria - Direkt-Sparen

Die ING-Diba Direktbank Austria hat sich u.a. auf Direkt-Sparen, etwa für täglich fälliges Geld, spezialisiert. Biallo.at sagt Ihnen, was davon zu halten ist.
Lesen
weitere Produktchecks
Gastkommentar von Alexander Van der Bellen
Alexander  Van der Bellen

Preemptive restructuring

Wer trägt die Hauptlast einer Insolvenz?

Wenn gegen ein Unternehmen ein Ausgleichs-, geschweige denn ein Konkursverfahren eröffnet wird, wer trägt die Hauptlast? Diejenigen, die Forderungen gegen das Unternehmen haben: die Gläubiger - also letztlich die Bürger.
Lesen
Archiv
Anzeige
JSK Werbemittel 300x250 02
Anzeige
© 2010 Biallo & Team GmbH - info@biallo.at - Impressum - Datenschutz