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Wohnen
 
27.08.2020

Wohnen Wohnkredite mit Fixzins bleiben günstig

Von Thomas Brummer
Immobilienkäufer und Häuslebauer können vorerst aufatmen. Die Zinsen für Wohnkredite sind weiterhin niedrig. Ein Zinsvergleich ist dennoch geboten.
Wohnen Wohnkredite mit Fixzins bleiben günstig
Beim Bauen kommt es auf jedes Detail an.
Noch sind am Kreditmarkt die infolge der Corona-Krise drohenden „Spätfolgen“ nicht eingetreten. Dies ist auf die massiven Interventionen von Staaten und Notenbanken zurückzuführen, deren massive Geldspritzen zwischenzeitlich die Finanzmärkte beruhigten und auch die Geld- und Kapitalmarktzinsen weitgehend niedrig halten.

Im Einklang mit dem Boom nach Sachwerten forcieren immer mehr Österreicher Immobilienbesitz, entweder als Wohneigentum oder Anlageobjekt. Somit waren, trotz der schwelgenden Mietausfallsthematik aufgrund der Corona-Krise, die Immobilienpreise in Österreich weiterhin im Aufwind:

Laut Wohnimmobilienpreisindex der OeNB stiegen die Preise für Wohnimmobilien in Gesamtösterreich im ersten Quartal 2020 auf Jahresbasis um 3,4 Prozent. Wien bleibt dabei ein Hotspot: Die durchschnittlichen Preise für Einfamilienhäuser in Wien stiegen um 10,4 Prozent und neue Wohnungen verteuerten sich um 5,3 Prozent.

Österreicher schätzen Immobilie als Sachwert

Offensichtlich favorisieren die Österreicher Immobilien als Sachwert-Investments, wobei sie gerne auf Wohnkredite der Banken zurückgreifen, die ihrerseits mangels Alternativen die Vergabe von Immobilienkrediten forcieren. Die Folge: Die Neuvergaben von Krediten für Wohnbauzwecke an private Haushalte in Österreich stiegen in den Monaten Jänner bis Mai 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,9 Prozent auf 9.352 Millionen Euro.

Dieser Umstand verschärft den Wettbewerb zwischen den einzelnen Kreditinstituten, zumal auch ausländische Banken versuchen, mit Sonderkonditionen Marktanteile zu gewinnen. Dazu folgende Highlights aus der zwölf Banken umfassenden Marktstichprobe des quartalsweise erscheinenden IKI (Infina Kredit Index):
  • Zinsen für variabel verzinste Kredite verbilligten sich geringfügig. Sie sind auf dem niedrigsten Stand seit dem dritten Quartal 2019.
  • Während im ersten Quartal die Banken infolge der Volatilität bei den langfristigen Zinssätzen und zwischenzeitlich erhöhter Liquiditätskosten eine Verbilligung nicht weitergaben, so erfolgte im abgelaufenen Quartal eine weitgehende Weitergabe im Einklang mit dem erneuten Rückgang der langfristigen Swapsätze.
  • Die 10- und 15-jährigen Swapsätze gingen weiter um knapp 0,1 Prozentpunkte zurück. Der durchschnittliche Nominalzins für 10-jährige Fixzinsbindungen fiel bei der Marktstichprobe (IKI) auf ein historisches Tief von 1,12 Prozent.
  • Allerdings wird auch erkennbar, dass Kreditinstitute aufgrund der stark schwankenden Zinssätze einen gewissen Sicherheitspolster einkalkulieren und bei den Fixzinskrediten nicht mehr jede Spitze nach unten mitmachen.
  • Die Zinsunterschiede zwischen der günstigsten und der teuersten Bank der Marktstichprobe sind wieder angestiegen. Kreditinstitute verfolgen – je nach Positionierung – unterschiedliche Markstrategien, was zu erheblichen Angebotsunterschieden führt. Ein Konditionsvergleich durch professionelle Wohnbaufinanzexperten lohnt sich.

Die Covid19-Pandemie hat jedoch eine Entwicklung auf den Kreditmärkten beschleunigt, die schon seit längerer Zeit im Raum steht. Kreditinstitute haben auf breiter Basis bonitätsrelevante Faktoren entweder verschärft oder nun mehr endgültig eingeführt. Damit werden vorhandene Eigenmittel ein noch wichtigerer Faktor bei Wohnbaukrediten. Und, je nach Kreditinstitut eingeführte konditionenrelevante Verschuldungskennzahlen, schaffen eine erweiterte Intransparenz und erschweren die Kreditsuche.

Basel IV und eine wohl noch vor uns liegende Corona-bedingte Pleitewelle bleiben darüber hinaus weitere Gefahrenpotenziale am Kreditmarkt. Vor allem weniger guten Bonitäten drohen in diesem Krisenszenario bei Neukreditaufnahme dann signifikante Verteuerungen.
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