Freitag, 29.05.2020 09:11 Uhr
RSS | Inhalt |
Der Rettungs-Hype
 
21.03.2011

Der Rettungs-Hype Wie Politiker den Euro vernichten

Von Siegfried Pichler
Die EU einigt sich auf immer milliardenschwere Schutzpakete für finanzschwache Mitgliedsstaaten. Billionen Euro werden bereitstehen, um mögliche Talfahrten des Euro zu verhindern. Hier wird ein Flächenbrand mit Benzin gelöscht, anstatt nachhaltige Strukturreformen zu beschließen. Sind unsere Politiker von allen guten Geistern verlassen?
Euro-Eurozone-Griechenland-Finanzkrise-EU-Schutzschirm-Europäische Union-EU-Währung-Hilfspaket-Wirtschaftskrise-Finanzmärkte-Internationaler Währungsfonds-IWF-Aktien-Börse-Spekulanten-Supermarkt-Siegfried Pichler-Arbeiterkammer Sa
Siegfried Pichler ist Präsident der Arbeiterkammer Salzburg

Die bisher schwerste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit hat am schlimmsten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer getroffen: Steigende Arbeitslosenzahlen, eine schwache Entwicklung der Einkommen, unsichere Arbeitsplätze und massive Belastungen in der Zukunft lassen die Alarmglocken läuten.

Doch an den Finanzmärkten wird weiter gezockt, was das Zeug hält. Die gewaltigen Risiken, die von den unregulierten Finanzmärkten ausgingen, sind nicht gebändigt. Der milliardenteuere Rettungsschirm, den EU und Internationaler Währungsfonds aufspannten, löste ein Kursfeuerwerk an den Börsen aus, satte Gewinne wurden dort über Nacht geschrieben.
Doch innerhalb eines Tages ist dieses Feuerwerk verpufft. Am Montag nach Bekanntwerden der Milliardenspritze stiegen die Aktienkurse auf den europäischen Börsen zehn Prozent und mehr an – schon 24 Stunden später folgte die Ernüchterung. Alles war wie vorher. Der ATX sank sogar. Der Wert des Euro wurde gegenüber dem Dollar nicht gestärkt und befindet sich wieder im Sinkflug, bestenfalls stagniert er.

Nur Börsespekulanten und Geldhändler profitieren

Und niemand hinterfragt, wem es nützt, wenn die Aktienkurse steigen. Jedenfalls nicht den Arbeitnehmern, die mit ihrer täglichen Arbeit dafür sorgen, dass das Staatsgefüge am Leben bleibt. Die Wahrheit ist: Geholfen hat das nur jenen, die man damit bekämpfen wollte: Börsenspekulanten und Geldhändler fuhren innerhalb kürzester Zeit Gewinne ein, die weiterhin nichts mit der Entwicklung in der realen Wirtschaft zu tun haben. Das Modell eines Finanzsupermarkts hat sich als Riesenflop erwiesen, dennoch präsentieren Politik und Wirtschaft unverfroren die gleichen Uralt-Rezepte zur Lösung der Probleme auf dem Arbeitsmarkt wie vor der Wirtschaftskrise: neue Steuern, Abbau von Sozialleistungen, Lohnsenkungen, Privatisierung.

Notwendig ist aber eine aktive Konjunktur- und Beschäftigungspolitik, um das ohnehin noch zu geringe Wachstum nicht komplett abzuwürgen. Außerdem gehört ein Verbot der Spekulationen auf Währungen, Rohstoffe, Energie und Nahrungsmitte her: Wenn die Politiker diese Reformen nicht rasch umsetzen, werden sie sehr bald Geschichte sein. Die Menschen lassen sich nicht mehr lange von Abzockern schädigen und nicht handelnden Politikern für dumm verkaufen, wie man bei den jüngsten Wahlen gesehen hat.

Präsident Siegfried Pichler (Arbeiterkammer Salzburg),

....  58 Jahre, Lehre als Einzelhandelskaufmann, Kaufmännischer Angestellter, Sozialakademie der Arbeiterkammer-Wien, 1976 – 1984 Sekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Landesgruppe Salzburg, 1984 – 2003 Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Salzburg, seit 1. Juli 2003 Präsident der AK Salzburg seit 27. November 2004 Vorsitzender des ÖGB Salzburg. Seit 16.9.2009: Vizepräsident der Bundesarbeitskammer.

 

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
26.05.2010 15:45 Uhr - von Peter Flowik
Zockerbande
Diese Zockerbande an der Börse sollte sich wirklich mal die Frage stellen ob man sowas überhaupt noch braucht, dies hat doch mit einer ehrlichen und reellen Finanzwirtschaft nichts mehr zu tun. Das sind Halsabschneider in Nadelstreifen. Diese Typen gehören alle in ein Arbeitslager gesteckt, damit sie wissen wie hartverdientes Geld ausieht.Statt das Geld anderer zu verspielen. Was tragen diese Typen eigentlich zur Wertschöpfung unseres Landes bei? Wenn unser Land in den Bankrott geht, sind dies die ersten die uns im Stich lassen.
22.05.2010 09:36 Uhr - von Sitting-Bull
Ach
bis zum letzten Absatz konnte ich dem Autor noch folgen, und dann kommt der gleiche Käse in anderen Tüchern: Wachstum, aktive Beschäftigungspolitik, alles hohle Phrasen. Wer bis jetzt immer noch nicht begriffen hat, warum ein Schuld-Geld-Fiat-Money Fractional Reserve-System zyklisch scheitern muss, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Alternativen gibt es- aber was nützen die, wenn 90% der Bevölkerung immer noch in falschen Sphären umherirrrlichtert, was Geld und Finanzen angeht?
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:

Code hier eingeben: (neu laden)
Überschrift:
Kommentar:
Foto: AK Salzburg ID:804
Wir Helfen
Festgeld
Nr. Anbieter Zins  
1 Kommunalkredit Invest
0,70 %
Kommunalkredit Invest
2 Addiko Bank
0,60 %
Addiko Bank
3 Renault Bank
0,60 %
Renault Bank
4 Crédit Agricole
0,41 %
Crédit Agricole
5 DenizBank
0,25 %
DenizBank
Laufzeit:12 Monate; Betrag 20.000 Euro
Gesamten Vergleich anzeigen:Festgeld
Tagesgeld
Nr. Anbieter Zins  
1 Renault Bank
0,50 %
Renault Bank
2 DADAT
0,30 %
DADAT
3 Addiko Bank
0,30 %
Addiko Bank
4 Kommunalkredit Invest
0,11 %
Kommunalkredit Invest
5 Livebank
0,10 %
Livebank
Laufzeit:3 Monate; Betrag 20.000 Euro
Gesamten Vergleich anzeigen:Tagesgeld
Anzeige
Anzeige
Umfrage
Kolumne
ERWIN J. FRASL

von ERWIN J. FRASL

Steuern, Geldanlage und Förderungen

Was Sie vor Jahresende noch für Ihr Geld tun sollten

Kümmern Sie sich ausreichend um Ihr schwer verdientes Geld oder vernachlässigen Sie Ihr Geld über lange Zeiträume? Diese Frage sollten Sie sich gerade jetzt wieder einmal stellen. Immerhin geht das Jahr bald zu Ende.

Kolumne lesen Archiv Kolumne
.
© 2020 Biallo & Team GmbH - - Impressum - Datenschutz