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Bankenrettung
 
03.07.2013

Bankenrettung Latente Gefahr für Kleinsparer

Von Erwin J. Frasl
Noch sind Spareinlagen EU-weit bis zu einem Sparguthaben von 100.000 Euro pro Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Das kann sich aber schnell ändern. Denn hinter den Brüsseler Kulissen lassen einige EU-Mitgliedsstaaten nicht locker, den Schutz von Spareinlagen von bis zu 100.000 Euro aufzuweichen.
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Kein automatischer Rettungsring mehr für marode Banken?

Der Machtkampf um neue Wege bei der Banken-Rettung könnte auch die EU-weite Einlagensicherung und damit auch Kleinanleger gefährden. Ziel der EU ist es, statt der Steuerzahlern vorrangig die Gläubiger einer Bank zu denen auch die Sparer gehören, für die Rettung einer maroden Bank zahlen zu lassen.

Im Falle von Zypern wurden bereits beträchtliche Teile der Sparguthaben großer Anleger für die Rettung der angeschlagenen Kreditinstitute herangezogen. Die Begehrlichkeit einiger hochverschuldeter Euro-Staaten auch Kleinanleger und ihre Ersparnisse zur Kasse zu bitten ist ungebrochen hoch. Denn das Abkassieren von Kleinanlegern im Wege einer EU-Einigung bietet große Vorteile:

  • Die Sparer in der EU sind unorganisiert, das heisst, sie haben keine Lobby.
     
  • Zur Not kann man jene, die sparen statt Schulden zu machen, in der öffentlichen Diskussion jederzeit als „Reiche“ oder „Kapitalisten“ abqualifizieren - egal, wie klein ihre Ersparnisse auch sind.
     
  • Die Verantwortung für eine EU-Einigung, auch die Spareinlagen von Kleinsparer zur Bankenrettung heranzuziehen, kann der anonymen Institution EU, d.h. Brüssel, in die Schuhe geschoben werden, womit sich nationale Politiker - vom jeweiligen Regierungschef bis hin zu den Parlamentsabgeordneten - zu Hause auf Brüssel ausreden können.

Die Versuchung der Politiker zur Rettung von Banken auch auf die Ersparnisse von Kleinanlegern zuzugreifen ist daher nicht gerade klein.

Grund genug für Sparer, sich möglichst gut über die Bonität der Banken zu informieren, denen man Ersparnisse anvertraut hat oder demnächst anvertrauen möchte. Da können die Bewertungen von Rating-Agenturen eine erste wichtige Hilfe sein, ebenso die Wirtschaftsnachrichten in Tages- oder Wochenzeitungen, wie etwa „Die Presse“ oder „Börsen-Kurier“. Und lassen Sie sich von den Banken, denen Sie Geld anvertrauen, auch genau erklären, womit die jeweilige Bank für Ihre Ersparnisse haftet. Damit ist nicht nur gemeint, welchem System der Einlagensicherung Ihre Bank angehört, sondern vor allem, über welche wirtschaftlichen Sicherheiten Ihre Bank verfügt, damit sie die versprochene Haftung für Ersparnisse von Kunden überhaupt erfüllen kann.

Dort, wo Sie für sich eine kleine Auswahl an Banken gefunden haben, die Ihren Sicherheitsansprüchen genügen, geht es natürlich darum, besonders gute Konditionen für die eigenen Ersparnisse zu bekommen.

Mein Tipp: Holen Sie auf jeden Fall einige Angebote ein, um die gebotenen Konditionen vergleichen zu können oder nutzen Sie einfach Geldanlage-Vergleiche wie etwa biallo.at oder tagesgeld-vergleich.at, um sich einfach und schnell zu informieren.

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
10.07.2013 14:03 Uhr - von Redaktionskommentar
@ e.rees
Sehr geehrte Frau Evelyn Rees, herzlichen Dank für Ihre interessanten Ausführungen. Die sorgsame Auswahl einer Bank könnte doch ganz entscheidend sein: Die Europäische Union hat sich ja bereits darauf geeinigt, dass im Falle der Insolvenz einer Bank zuerst die Eigentümer einer Bank zur Kasse gebeten werden, danach die Gläubiger (und dazu zählen auch die Sparer) und erst dann der Steuerzahler. Geschützt werden durch die staatlichen Einlagensicherungssysteme in der EU aktuell pro Person 100.000 Euro. Es gibt aber auch Banken, die ihren Kunden eine Einlagensicherung von 100 Prozent der Einlagen (egal in welcher Höhe) versprechen und entsprechende Vorsorgen getroffen haben. Jemand, der eine Eigentumswohnung, ein Eigenheim oder eine Altersvorsorge z. B. für seine Pflege finanzieren oder sich beruflich selbständig machen möchte, kann durchaus für einige Zeit einen Betrag auf einem Konto geparkt haben, der die gesetzlich garantierten 100.000 Euro deutlich übersteigt. Beträge über 100.000 Euro sind aber in Zukunft besonders gefährdet, da die EU klar und warnend sagt, auch Sparer werden im Fall einer Bankenpleite in Zukunft haften. So wie das in Zypern erstmals erfolgt ist. Sie haben natürlich recht: Wenn eine Bank nach der anderen Pleite macht, trifft es am Ende auch die beste Bank der EU. Mit besten Grüßen aus Österreich Mag. Erwin J. Frasl
10.07.2013 00:14 Uhr - von e.rees
die auswahl der bank spielt dann keine rolle mehr
Sehr geehrter Herr Frasl, ihre Warnung an die Kleinsparer, für den Fall des Inkrafttretens einer europäischen Einlagensicherung ist goldrichtig. Denn sollte es dazu kommen, was zu befürchten ist, käme das besonders für Sparer in Deutschland und Österreich einer Enteignung gleich. Da Sparer weniger verschuldeter Länder dann für die Bankenschieflagen in Pleitestaaten haften. Es werden schlicht und ergreifend die Einlagensicherungsfonds von Deutschland und Österreich geplündert, indem sie in einem gemeinsamen europäischen Sicherungsfonds aufgehen. Ich verstehe angesichts dieses drohenden Horrorszenarios nur ihren Rat nicht, sich als Sparer genaustens zu informieren, welcher Bank man Geld leiht. Denn im Falle eines europäischen Einlagensicherungsfonds wäre es ja eben völlig egal, bei welcher Bank man sein Geld hat. Selbst wenn es die sicherste Bank der gesamten EU wäre. Denn das Geld das solch eine wirtschaftlich hervorragend dastehende Bank ursprünglich mal zur Sicherung ihrer Kunden in den Fonds eingezahlt hat, wird ja nicht mehr für die eigenen Sparer zur Verfügung stehen. Da es ja dann im Rahmen des europäischen Sicherungsfonds schon längst zur Entschädigung der Kunden unseriöser Pleitebanken aus maroden Staaten aufgebraucht wurde. Was nützt es da also noch, sein Geld bei einer gut wirtschaftenden seriösen Bank zu haben? Fakt ist, Sparereinlagen werden dann auch unter 100.000 Euro nicht mehr abgesichert sein, sollte es in der Eu einen gemeinsamen Einlagensicherungsfonds geben. ( Und das ist nun mal der Plan.) Womöglich wäre es in dem Fall sogar schlauer sein Geld bei einer Pleitebank zu haben, weil die Kunden dieser Bank zu einem Zeitpunkt entschädigt werden zu dem noch Geld im Fonds ist. Die Banken die gut dastehen, werden wenn das Kartenhaus nach und nach zusammenfällt erst ganz am Ende kollabieren, wenn der Topf zur Sicherung der Kundeneinlagen längst schon leer ist.
16.05.2013 12:46 Uhr - von bernd1
Haircut?
Ist es bei einem Haircut nicht egal, wie "gut" eine Bank dasteht? Wenn alle Sparer dran glauben müssen, dann ist es doch egal wie die Bonität der Bank aussieht, oder etwa nicht?
16.05.2013 08:40 Uhr - von Amelie
Achtung Grundschuldeinträge
Auch an die Löschung von Grundschuldeinträgen von bereits getilgten Darlehen denken denn auch diese können bei einer Bankenpleite wieder neu eingezogen werden. Eine Grundschuld mit Zwangsvollstreckungsunterwerfung ist KEINE Hypothek. Sie ist ein ABSTRAKTES, SOFORT VOLLSTRECKBARES Schuldversprechen, das die Bank (und andere), JEDERZEIT unabhängig vom Bestehen einer realen Schuld gegen den Besteller (Schuldner) vollstrecken kann, auch wenn Sie sich nicht einen Cent geliehen haben.
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