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Neue Weltleitwährung
 
28.12.2010

Neue Weltleitwährung „Phoenix“ für 2018 - oder früher?

Von Roland Stöferle und Wolfgang Walter
Ein Ende der US-Währungshegemonie könnte nach Meinung von Experten bald bevorstehen. Roland Stöferle, Investmentexperte der Erste Bank Austria, was dies im globalen Kontext bedeuten würde.
Globale Zukunft Gold im Kontext einer neuen Weltleitwährung Finanzportal Biallo.at

Die Diversifikation aus dem Dollar hinaus ist ein langsamer, aber stetiger Prozess. Als Weltreservewährung verliert der Greenback sukzessive an Bedeutung. Waren 1999 noch mehr als 70 Prozent aller Zentralbankreserven allokiert, so sind es heute nur noch 63 Prozent. Einer Reuters-Umfrage zufolge soll der Anteil innerhalb der nächsten 20 Jahre auf 48 Prozent sinken. Hieran erkennt man auch die fallende Bedeutung der US-Wirtschaft in Relation zur Weltwirtschaft sowie die hohe positive Korrelation des US-Dollars.

Economist prognostizierte „Phoenix“ für 2018

Der Economist hat bereits 1988 prognostiziert, dass es im Jahre 2018 eine weltweite Einheitswährung geben würde. Im Zuge des 1987er Crashes wurde die Idee einer gemeinsamen Währung namens „Phoenix“ entwickelt, die quasi aus der Asche wiederaufersteht. Der IWF solle die neue Zentralbank sein, wirtschaftliche Souveränität ginge komplett verloren.

Im Oktober 2009 berichtete „The Independent“, dass China, Russland, Brasilien, Japan sowie einige Golfstaaten planen, den Ölhandel bis 2018 nicht mehr in US-Dollar abwickeln zu wollen. Ein Währungskorb aus Yuan, japanischem Yen, Rubel, dem Euro, Gold und anderen Rohstoffen soll stattdessen entwickelt werden. Die politische Brisanz einer solchen Entscheidung wäre enorm.

Zahlreiche Beweise für abnehmendes Vertrauen in Greenback

Die iranische Ölbörse akzeptiert Settlement in verschiedenen Währungen, ausgenommen US-Dollar. Saudi Arabien gab zudem bekannt, keine Öl-Futures mehr an der NYMEX zu handeln. Zudem einigten sich im Vorjahr 9 Staaten aus Zentral- und Südamerika sowie der Karibik, eine Währungsunion (zuerst für bilaterale Geschäfte), später auch in physischer Form zu kreieren. Die Teilnehmerstaaten sind ua. Venezuela, Kuba, Nicaragua, Honduras, Ecuador und Bolivien. Die Türkei wird die internationalen Geschäfte mit Russland, Iran und China fortan in lokalen Währung fakturieren. Der Umfang der Handelsbeziehungen belief sich zuletzt auf knapp USD 70 Milliarden. Zudem wird Russland im Handel mit China das Settlement in Yuan oder Rubel erlauben. Ähnliche Verhandlungen gibt es auch mit Indien und Brasilien. Weißrussland, Kasachstan und Russland werden zudem ihre Kooperation vertiefen. Eine Zollunion wurde per 1. Januar beschlossen, bis 2012 möchte man einen gemeinsamen Wirtschaftsraum etablieren. Eine gemeinsame Währung wäre der nächste logische Schritt.

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Arabische Währungsunion plant Einführung des „Gulfo“

Vier Golfnationen (Saudi Arabien, Kuwait, Bahrain, Quatar) haben sich ebenfalls auf eine Währungsunion geeinigt. Langfristig wird eine physische Währung, der „Gulfo“ mit eigener Zentralbank geplant. Innerhalb der Zone werden Ölkontrakte nicht mehr in Dollar abgewickelt. Die Zone verfügt über ein BIP von USD 1,2 Billionen und 40 Prozent der weltweiten Ölreserven.

Internationales Interesse an US-Treasuries nimmt ab

Die Liebe zu US-Treasuries dürfte sich sukzessive abkühlen. 2009 wurden von China lediglich US-Staatsanleihen im Ausmaß von USD 62 Mrd. gekauft. Mit einem Bestand von USD 790 Milliarden ist China somit weiterhin größter Gläubiger, in einem Jahr in dem die USA so viel Schulden wie noch nie zuvor gemacht haben, dürfte nun das Vertrauen des größten Gläubigers sukzessive verloren gehen. Im Vorjahr wurden insgesamt nur noch 39 Prozent der Anleihen im Ausland platziert, der Löwenanteil verblieb also innerhalb der USA. 2007 wurdenoch ein überwiegender Teil von Ausländern gekauft. 2010 emittieren die USA übrigens mehr Staatsanleihen als der Rest der Welt zusammen.

Dass die Bonität der vermeintlich „risikolosen“ US-Treasuries immer mehr angezweifelt wird, zeigt auch die Tatsache, dass die Yields von 2-year-notes zeitweise höher lagen als vergleichbare Papiere von Berkshire Hathaway, Procter & Gamble, Johnson&Johnson oder
Lowe’s. Dies kam in der Geschichte bisher nur einige wenige Male vor.

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