Die aktuelle Tier-2-Anleihe der Deutschen Bank bringt es bei einer Laufzeit von 15 Jahren auf die satte Rendite von 4,3 Prozent pro Jahr. Allerdings handelt es sich hierbei um eine sogenannte nachrangige Anleihe: die Gläubiger dieser Anleihe erhalten erst nach allen anderen Gläubigern im Insolvenzfall ihr Geld zurück. Auch kann die Bankenaufsicht festlegen, dass der Wert der Anleihe auf Null herabgesetzt oder die Anleihe in Aktien getauscht wird.
Cat-Bonds hingegen bringen es auf stolze 6,0 Prozent Rendite pro Jahr. Und so sind diese Anleihen durchaus beliebt: immerhin 1,6 Milliarden US-Dollar als neuem Rekordwert wurden im ersten Quartal 2013 diesen Jahres platziert. Da scheint es die Anleihen-Investoren wenig zu stören, dass die deutsche Bezeichnung der cat-Bonds „Katastrohen-Anleihen“ ist. Sie werden von Versicherern herausgegeben, die damit einen Teil ihres Risikos an die Anleihen-Zeichner weitergeben. So entfällt die Zins- und teilweise auch die Kapitalrückzahlung der Anleihen bei bestimmten Schadensereignissen wie z.B. einem schweren Tornado im amerikanischen Mittelwesten.
Erst wenige Jahre ist es her, dass sowohl Tier-2-Anleihen und Cat-Bonds durchaus Renditen im zweistelligen Bereich hatten. Ebenso wie Junk-Bonds oder Hochzinsanleihen, für die man aktuell gerade einmal 5,0 Prozent pro Jahr einstreichen kann. Aber alle mit hohem Risiko inklusive: zwar ist der Zinssatz dieser Angebote gesunken – nicht jedoch das Risiko! Hier besteht weiterhin ein extrem hohes Verlustpotential.
Tierische Rendite und dazu noch risikofrei bieten – so viel sei zum Abschluss noch angemerkt – sogenannte Nonvaleurs: historische Aktien und Anleihen von zoologischen Gärten. Diese bieten zwar keinen Anteil mehr am Unternehmenswert und werden nicht mehr zurückgezahlt. Punkten können sie jedoch oftmals mit schönen Abbildung und einer Besonderheit: dem freien Eintritt in den zoologischen Garten. Aber auch hier gilt: vor dem Kauf gründlich mit den Anleihen- bzw. Aktienbedingungen beschäftigen, damit auf den Hoch(zins)genuss kein Katzen-Jammer folgt.
Manfred Lappe (Jahrgang 1961) arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft zuerst fünf Jahre bei Andersen Consulting (accenture) als Berater für Banken und Kapitalanlagegesellschaften, danach als Selbstständiger in diesem Gebiet. Es folgte eine Tätigkeit als Vorstandssprecher einer deutschen Wertpapierhandelsbank. Heute ist er allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für das Gebiet Wertpapiere und Fonds in Österreich. In bisher neun Büchern beim Verlag Konsument erklärt er in verständlichen Worten die Themen Kredit, Veranlagungen, Pensionsvorsorge und Steuern.