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Edelmetallmarkt
 
12.07.2013

Edelmetallmarkt Goldaktien vor Trendwende?

Von Roland Peter Stöferle und Wolfgang Walter
Entwickelte sich der Goldpreis im vergangenen Jahr bereits enttäuschend, so war die Entwicklung der Goldaktien - sowohl relativ als auch absolut - desaströs.
Edelmetallmarkt Goldaktien vor Trendwende? Finanzportal biallo.at
Goldminen waren lange Zeit ein lohnendes Investment
Es scheint, als würden Mining-Aktien von frustrierten Aktionären für kapitalexpansive Entwicklungsprojekte, riskante Übernahmen und stark steigende Produktionskosten abgestraft. Dies erkennt man auch anhand des Verhältnisses zwischen Goldaktien und Gold: Der älteste verfügbare Goldindex, der Barrons Gold Mining Index (BGMI) notiert derzeit auf dem niedrigsten Stand in Relation zu Gold seit mehr als 70 Jahren.

Nun stellt sich die Frage wann und ob die Talfahrt der Miner endlich beendet wird. Eine wichtige Maßnahme, um das Vertrauen der Anleger wiederzuerlangen, könnte die verstärkte Kostentransparenz sein. So werden ua. Yamana, Barrick Gold und Goldcorp von nun an ihre „All-In Sustaining Cash Costs“ veröffentlichen. Sie inkludieren neben den Cash Kosten (also den operativen Kosten des Abbaus) auch die administrativen Ausgaben, Steuern, Kapitaleinsatz für Erhaltung und Entwicklung der Mine, Kapitalkosten sowie die Explorationskosten. Im 4. Quartal 2012 lag die Zahl bei USD 941 USD je Unze, und somit um 50 Prozent höher als die Cash-Kosten.

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Die Extrapolation ewig weiter steigender Kosten scheint derzeit Konsensmeinung zu sein. Wir zeigen uns diesbezüglich skeptisch. Im Zuge des anämischen Wirtschaftswachstums und stark gefallener Rohstoffpreise haben zahlreiche Inputkosten aufgehört zu steigen bzw. sinken teilweise bereits. So sind die Preise für Industriereifen, Sprengstoffe sowie auch die Personalkosten im Zuge der derzeit stattfindenden brutalen Marktbereinigung mittlerweile bereits gefallen. Insofern halten wir das Mantra der „ewig steigenden Förderkosten“ für falsch und erwarten ein Ende der

steigenden Kosten bzw. sogar eine Deflation der Förderkosten. Nachdem Goldaktien nun bereits 60 Prozent von ihren Höchstständen entfernt sind, erfolgen nun seitens der Sellside-Analysten - in gewohnt prozyklischer Manier - kollektive Herabstufungen der Gewinnerwartungen.

Dieses klassische Herding-Verhalten ist oftmals ein verlässliches Kaufsignal. Vergleich man die Revisionstätigkeit mit dem Kursverlauf des Gold Bugs Index (goldene Linie und linke Skala), so
erkennt man, dass der Zeitpunkt des größten Pessimismus meist verlässliche Einstiegssignale lieferte. Insofern lässt sich das Revision- Ratio als beruhigender Kontraindikator interpretieren.

Revision Ratio Goldaktien

Während die Analysten zunehmend bearish werden, werden Firmeninsider hingegen zunehmend bullish. Gemäß INK Research erreichten die Insiderkäufe zuletzt ein neues Allzeithoch. Zum letzten Mal war dies im Oktober 2008, also nahe der Tiefststände der Mining-Aktien, der Fall113. Das extreme negative Sentiment hinsichtlich Goldaktien ist auch auf nachfolgendem Chart zu erkennen.

Quelle: Roland-Peter Stoeferle: Incrementum AG - In Gold we Trust 2013

Fazit zu Goldaktien

Die Industrie erlebt derzeit eine Gezeitenwende. Es scheint, als wäre die Branche derzeit im Begriff, neue Prioritäten zu setzen. Rentabilität, Kapitaldisziplin und stabiler Cash Flow je Unze scheinen mittlerweile gegenüber maximaler Goldproduktion präferiert zu werden. Zahlreiche Projekte wurden in den vergangenen Monaten abgestoßen oder auf Eis gelegt und CEO’s ausgetauscht. Wir halten das neue Bekenntnis zu Kostenwahrheit, größerer Finanzdisziplin und Shareholder Value für eine wesentliche – wenn auch sehr späte – Einsicht des Sektors. Ob diese neue Fokussierung ein reines Lippenbekenntnis darstellt oder nicht, wird sich in den nächsten Quartalen weisen.

Wir gehen weiters davon aus, dass Royalty- und Streaming-Aktien weiterhin outperformen. Nachdem die Kostenbasis weitgehend fixiert ist und das Projektrisiko wesentlich breiter diversifiziert ist als bei herkömmlichen Minern, sollten Royalty- und Streaming-Titel im Zuge der hohen Risikoaversion weiterhin relative Stärke zeigen.

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