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Fremdwährungskredite
 
12.09.2011

Fremdwährungskredite Banken in die Pflicht nehmen

Von Erwin Zangerl
Banken und Finanzvermittler haben Häuslebauer viele Jahre lang Fremdwährungskredite angeboten. Jetzt sollten sie zu ihrer Verantwortung gegenüber den Kreditnehmern stehen.
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Erwin Zangerl ist Präsident der Arbeiterkammer Tirol-Erwin Zangerl-Präsident

Seit Wirtschaftskrise und Frankenhoch versuchen manche Banken die alleinige Verantwortung auf die Kreditnehmer abzuwälzen, was zu teilweise existenzbedrohenden Situationen führt.
Gerne vergessen sie jetzt, dass sie jahrelang an den Krediten und Tilgungsträgern gut verdient haben. Sie müssen daher auch Verantwortung für das eingegangene Risiko übernehmen.

Steuergeld auch für Banken

Banken sind auch an den Entwicklungen am internationalen Finanzmarkt nicht unbeteiligt und einige Institute wurden darüber hinaus mit Steuergeldern unterstützt („Banken-Hilfspakete“!).
Rund 250.000 Österreicher, davon etwa 40.000 Tiroler, haben einen Fremdwährungskredit (derzeit fast ausschließlich) in Schweizer Franken. Die meisten dieser Kredite sind endfällig, das heißt, dass mit einem Tilgungsträger am Ende der Laufzeit der Kreditbetrag zurückgezahlt werden soll. Der aktuell sehr starke Franken und der demgegenüber - trotz vielfach anderslautender Prognosen zahlreicher Finanzexperten - in vielen Fällen aktuell sehr niedrige Wert des Tilgungsträgers bringt Frankenkreditnehmer in starke Bedrängnis. Bei einem jetzigen Umstieg von Franken in den Euro muss daher regelmäßig mit großen Verlusten gerechnet werden. Dementsprechend sind Kreditnehmer vielfach stark verunsichert.

Dazu wurden Kreditnehmer durch das Vorgehen mancher Banken zusätzlich mit unerfüllbaren Forderungen massiv unter Druck gesetzt: Nicht leistbare Nachbesicherungen innerhalb kürzester Fristen wurden verlangt oder Zwangskonvertierungen bzw. Vertragskündigungen angedroht, was in der Folge sogar die Versteigerung des Hauses oder der Wohnung bedeuten könnte. Für viele betroffene Familien eine existenzbedrohende Situation!

Auch Länder und Gemeinden in der Fremdwährungskredit-Falle

Auch Länder und Gemeinden haben Schweizer-Franken-Kredite abgeschlossen. Für Verluste, die dabei entstehen können, wird der Steuerzahler aufzukommen haben. Dabei haben Länder und Gemeinden mit ihren Experten das Risiko eines Franken-Kredites sicherlich bei weitem besser einschätzen können als private Haushalte.

Die AK Tirol verlangt auch für private Kreditnehmer eine Lösung, die insbesondere Banken und Finanzermittler, die an den Geschäften gut verdient haben, verstärkt in die Verantwortung nimmt und Frankenkreditnehmer mit ihren Sorgen nicht alleine lässt.

Die AK Tirol hat sich in Vertretung hunderter verunsicherter Kreditnehmer sehr erfolgreich gegen unzulässige Klauseln in den Geschäftsbedingungen der Banken gewehrt und bereits im Jahre 2009 die ersten wichtigen Erfolge in Gerichtsverfahren gegen unzulässige Vertragsklauseln erzielt. Somit war es für Banken nicht mehr so leicht, gestützt auf Klauseln in den Verträgen Kreditnehmer unter Druck zu setzen.

Tipps für Kreditnehmer

Jeder Kreditnehmer sollte sich mit seiner persönlichen Finanzsituation beschäftigen und auch aktiv das Gespräch mit der Bank suchen. Dabei sollte man jedoch nichts überstürzen und sich keinesfalls von der Bank zu einer bestimmten Vorgangsweise drängen lassen. Die AK Tirol steht allen verunsicherten Kreditnehmern mit rechtlichem Rat und Informationen zur Verfügung.

Erfolgreiche Banken-Abmahnungen

Die AK Tirol hat bisher insgesamt vier Banken wegen unzulässiger Klauseln bzw. Vertragsbestimmungen geklagt. Gegen zwei Banken liegen bereits rechtskräftige Urteile vor (Sparda-Bank Villach/Innsbruck und Volksbank Kufstein). Gegen weitere zwei Banken konnte die AK Tirol kürzlich weitere wichtige Gerichtsentscheidungen erzielen, die jedoch noch nicht rechtskräftig sind. (Bank Austria GiroCredit AG und Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz, nähere Informationen zu den aktuellen Urteilen unter www.ak-tirol.com).

Gegen insgesamt vier weitere Banken wurden Abmahnverfahren eingeleitet. Diese Banken haben in der Folge fristgerecht eine Unterlassungserklärung abgegeben und somit ein Gerichtsverfahren vermieden.
 

Leserkommentare
12.09.2011 22:12 Uhr - von Germanicus
Mir kommen die Tränen...
Wurde irgendeiner dieser "armen" Menschen gezwungen einen Kredit aufzunehmen? Hat die Bank ihnen einen Pistole an den Kopf gehalten? Jetzt soll also auch in diesem Fall der Steuerzahler helfen?
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