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Hausbau oder Wohnungskauf zu zweit

Hohe Scheidungsrate schreckt ab

15.02.2012
Von Erwin J. Frasl
Zu zweit ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen? 43 Prozent der Österreicher haben Angst davor. Die hohe Scheidungsrate schreckt vor allem junge Männer ab.
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GfK-Studienleiterin Dr. Doris Kostera: "Gemeinsames Wohneigentum wird immer mehr zum Risiko.“
Wohl kaum ein Paar denkt bei der Hochzeit daran, dass die Ehe scheitern könnte. Passiert es doch, muss oft das zusammen gebaute Haus oder die gemeinsame Eigentumswohnung verkauft werden.
Die große Zahl geschiedener Ehen bringt bereits einen großen Teil der Österreicher ins Grübeln: 43 Prozent meinen, dass man es sich angesichts der hohen Scheidungsrate heutzutage genau überlegen muss, ob man mit dem Partner/der Partnerin zusammen Wohneigentum anschafft. Das ist ein Ergebnis der großen Wohnstudie der GfK Sozial- und Organisationsforschung, für die 4.600 ÖsterreicherInnen zu ihrer aktuellen Wohnsituation befragt wurden.
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Scheidung ist oft auch ein finanzielles Fiasko

Der Gedanke, dass man im Falle einer Scheidung das eigene Zuhause aufgeben muss, schreckt vor allem die jungen Männer zwischen 20 und 29 Jahren. Die Frauen in diesem Alter sind durchwegs weniger pessimistisch eingestellt und haben offenbar mehr Mut sich ganz auf eine Partnerschaft einzulassen. Erst die Generation der Großmütter zeigt sich durch die hohen Scheidungszahlen ähnlich verunsichert wie die jungen Österreicher.

„Einerseits kommt hier die bekannte Bindungsscheu der jungen Männer unter 30 zum Ausdruck. Andererseits sind diese Ängste ja auch nicht unbegründet, denn eine Scheidung ist oft auch ein finanzielles Fiasko. Gemeinsames Wohneigentum wird immer mehr zum Risiko.“ interpretiert Studienleiterin Doris Kostera das Ergebnis.

Besonders verängstigt: Geringverdiener, Singles, Alleinerzieher

Die Angst vor den Scheidungsfolgen ist stark vom Einkommen abhängig. Über die Hälfte derer, die monatlich weniger als 1.800 Euro verdienen, fürchten die finanziellen Folgen einer Trennung vom Partner/der Partnerin. „Besserverdiener machen sich da weniger Sorgen, da sie sich eine Scheidung eher leisten können“ so Kostera weiter. Auch das Stadt/Land Gefälle bei Scheidungen – in der Stadt ist die Scheidungsrate deutlich höher als am Land – spiegelt sich in den Befragungsergebnissen wider: Wer in der Großstadt wohnt, hat größere Bedenken gemeinsam Wohneigentum anzuschaffen als jemand, der am Land lebt. Überdurchschnittlich kritisch eingestellte Gruppen sind daneben Alleinerziehende, die bereits eine Trennung hinter sich haben, sowie Singles.

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