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EU-Bürger zahlen für Athen

Schuldenerlass für Griechenland fast unausweichlich

29.04.2010
Von Erwin J. Frasl
Es gibt eine kleine Chance, dass Griechenland seine Krise mit EU-Hilfe meistert. Wenn nicht, scheint ein Schuldenerlass unausweichlich. Positiv in der Krise: Der schwächere Euro belebt den europäischen Konjunkturmotor Export.
Griechenland-Veschuldung-Staatspleite-Staatsbankrott-Finanzstaatssekretär-Andreas Schieder-Institut für Höhere Studien-IHS-Bernhard Felderer-Daniel Gros-Ökonom-ORF-Runder Tisch-TV-Sendung-Wilhelm Hemetsberger-Investmentbanker-Ithuba Ca
Die Bürger in Europa werden so oder so für Griechenland zahlen. Das meinte der Ökonom Daniel Gros in der TV-Sendung "Runder Tisch". Entweder zahlen die Steuerzahler direkt für Griechenland im Wege der staatlichen Kredithilfen oder dann, wenn die Banken in der EU wegen der Griechenlandkrise Verluste machen. Denn auch in diesem Fall gibt es nur die Möglichkeit, dass der Staat den Banken hilft, oder die Kredinstitute müssen ihre Dienstleistungen für ihre Kunden verteuern, um so die Verluste abzudecken.
Der Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS) Bernhard Felderer sieht aber Möglichkeiten, dass Griechenland seine Schulden komplett zurückzahlt, wenn die EU-Hilfe rasch gewährt wird und der Zeitraum für die Schuldentilgung sehr lange gestreckt wird. Gar nicht so günstig ist die EU-Hilfe in diesem Zusammenhang. Denn während der Internationale Währungsfonds seine Kredithilfe mit Zinsen "unter zwei Prozent" geben kann, so Felderer, sind die EU-Kredite teurer, da die EU-Hilfe nur zu Marktzinsen geleistet werden darf. Für die Griechen wäre so eine ausschliessliche Hilfe durch den IWF wesentlich billiger.
Wenn Griechenland mit seinem Schuldenberg nicht zu Rande kommt, rechnet der Investmentbanker Wilhelm Hemetsberger von der Ithuba Capital AG mit einer Restrukturierung der Schulden, bei der Athen Anlegern für deren Griechenland-Anleihen mit einem Nominale von 100 dann zum Beispiel Anleihen mit einem Nominale von 60 gibt und sich so von 40 Prozent seiner Schulden befreit.
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Noch wenig Sorge mit schwächerem Euro

Wenig Sorge bereitet derzeit der etwas schwächere Euro. Dieser begünstige derzeit die Exportwirtschaft in Europa, da der schwächere Euro europäische Waren ausserhalb der Eurozone verbilligt. Damit wird der Wachstumsmotor Export begünstigt. Immerhin, so Finanzstaatssekretär Andreas Schieder, betrug der Wechselkurs des Euro bei seiner Einführung 1: 1 gegenüber dem US-Dollar. Mit einem Eurokurs von rund 1,3 sei der Euro trotz Griechenlandkrise noch immer sehr stark.

Österreich bereit Griechenlandhilfe aufzustocken

Da die jüngsten Einschätzungen des Kapitalbedarfs von Griechenland schon 135 Milliarden Euro erreicht haben, werden die Mitglieder der Eurozone ihre Hilfen an Griechenland aufstocken müssen. Österreich wird hier mitziehen, so Finanzminister Josef Pröll. Österreich hat für eine allfällige Erhöhung bereits mit zwei Milliarden Euro vorgesorgt. " Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank sieht keine Notwendigkeit, dass die österreichischen Banken einen Teil der griechischen Schulden nachlassen. Auch eine Umstrukturierung der Kredite ist aus Sicht der Notenbank nicht notwendig.

Umsetzung der Hilfsauflagen wird Härtetest

Sorgen bereitet den Experten allerdings die Stimmung in der grirechischen Bevölkerung, die den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt habe. Die griechische Regierung werde zwar alle notwendigen Auflagen des Internationalen Währungsfonds und der EU akzeptieren und unterschreiben, um die notwendigen Milliardenhilfe zu erhalten, allerdings komme der Härtetest für die Regierung erst danach bei der Umsetzung gegen grossen Widerstand in der Bevölkerung.

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