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Ärgernis Bankgebühren

Österreichs Banken nur bei den Spesen Spitze?

23.09.2009
Von Erwin J. Frasl
Da kommt Ärger hoch: Im EU-Vergleich liegen Österreichs Banken im absoluten Spitzenfeld, was die höchsten Bankspesen anlangt. Das hat die EU-Kommission in einer aktuellen Studie festgestellt.
Zyniker haben hier vielleicht einen kleinen Trost parat: In drei Ländern verlangen die Geldhäuser von ihren Kunden noch mehr an Spesen. So ist Italien mit jährlichen Kosten von 253 Euro pro Bankkonto bei einer durchschnittlichen Nutzung das teuerste Land für Bankkunden, gefolgt von Spanien mit 178 Euro, an dritter Stelle liegt Frankreich mit 154 Euro - und Österreich mit 140 Euro behauptet den vierten Platz.



EU-Studie zeigt Verbesserungspotenzial auf

Aber im Ernst: Auch wenn Bankenvertreter wie immer in solchen Fällen reflexhaft beteuern, in der EU-Studie werden Äpfel mit Birnen verglichen, so wäre es doch angebracht, wenn die Repräsentanten der Kreditinstitute derartige internationale Vergleiche als Benchmark nutzen, um mit Hilfe eines Blicks von aussen auf das eigene Geschäft, Verbesserungspotenziale zu entdecken. Denn es ist zwar ein herziger Spruch, wenn Bankmanager in Festreden beschwören, dass für sie der Kunde im Mittelpunkt steht, aber in der Praxis stellt sich das leider zu oft anders dar. 

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Wettbewerbsvorteil Gebühren

Da könnte es doch hilfreich sein, die EU-Studie zum Ausgangspunkt einer Analyse der eigenen Spesengestaltung zu nehmen und zu prüfen, ob man hier Kunden auch mit niedrigeren Bankgebühren die erwartete Qualität bei Bankdienstleistungen bieten kann. Die Kunden werden es jenen Banken danken, die das zustande bringen.

Schon was von Konsumentensprechern im Parlament gehört?

Die EU-Studie zeigt aber auch Handlungsbedarf bei den Konsumentenschützern der Parlamentsparteien in Österreich auf, die offenbar mehr Leisetreter als politische Anwälte ihrer Wähler sind. Dieses Feld überlässt man offenbar lieber den engagierten Konsumentenschützern in der Arbeiterkammer als sich selbst zu exponieren.

Wie Sie sich selbst helfen können

Wer hier also auf konsumentenfreundlichere Gesetze hofft, braucht realistischer Weise eine ordentliche Portion Geduld und Leidensfähigkeit. Allerdings können Bankkunden auch selber etwas zu ihrer finanziellen Entlastung bei den Bankgebühren tun. Denn, wie Biallo.at immer wieder aufzeigt, gibt es durchaus attraktive Angebote von Banken, die ihren Kunden für bestimmte Bankdienstleistungen niedrige Spesen verrechnen oder sogar gar keine Gebühren verlangen.

Natürlich können derartige kostengünstige Angebote nur jene Bankkunden nützen, die sich immer wieder informieren, zu welchen Bedingungen Kreditinstitute konkrete Leistungen für Anleger oder Kreditnehmer erbringen. Ich hoffe, Sie gehören zu jenen, die derartige Finanzinformationen für sich und ihre Familien nutzen. Damit Sie mehr aus Ihrem Geld machen. Viel Erfolg dabei.

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