16.01.2010
auf Facebook teilen
Twittern

Pensionskassen 2009

Ertrag steigt - Linderung bei Pensionskürzungen

Von Erwin J. Frasl
Die bisherigen Verluste für Pensionskassen-Pensionisten sind unaufholbar. So kommentiert der Schutzverband der Pensionskassen-Berechtigten Pekabe das Ergebnis der Pensionskassen. Diese konnten im vergangenen Jahr einen Ertrag von 9,0 Prozent erwirtschaften.
Pensionskassen-Privatpensionen-Pekabe Schutzverband der Pensionskassen-Berechtigten-Firmenpensionen-Zusatzpensionen-Seniorenrat-Pensionen-Verluste-Pensionskürzungen-Pekabe-Pensionskassen-Gesetz-Veranlagungserträge-Pensionserhöhungen-Andras
Mag. Christian Böhm, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, freut sich über positiveErgebnisse für 2009
Das Jahr 2009 habe zwar gute Erträge gebracht, so der Schutzverband der Pensionskassen-Berechtigten Pekabe, aber es handelt sich dabei - und auch nur zum Teil - gerade einmal um das Erreichen der vertraglich zugesagten Ziele. Im Verhältnis zu den bis zu 45-prozentigen Pensionskürzungen seit 2000 sei das leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Das geltende Pensionskassen-Gesetz verbietet zudem auch nach Jahren mit höheren Veranlagungserträgen Pensionserhöhungen über ein bis zwei Prozent. Schon dadurch ist es unmöglich, die schweren Verluste der Vergangenheit jemals auszugleichen, so der Pekabe.

Außerdem wären dazu Ertragszuwächse im zweistelligen Prozentbereich über Jahrzehnte notwendig, die wohl keiner der heute im Schnitt 70-jährigen Zusatzpensionen-Pensionisten erleben wird. Das Veranlagungsgeschick der Pensionskassen in den letzten zehn Jahren, in denen die durchschnittliche Jahresperformance nicht einmal drei Prozent erreichte, hat
im Übrigen gezeigt, was die Pensionskassenpensionisten erwartet, kritisiert der Schutzverband.

Gesetzesreform bei Pensionskassen überfällig

"Die guten Ergebnisse, die die Pensionskassen für 2009 präsentieren, sind zu begrüßen, ersetzen aber die überfällige Gesetzesreform nicht", macht auch Dr. Andras Khol, Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes und amtierender Präsident des Österreichischen Seniorenrates, klar. Reformen der Pensionskassen seien dringend notwendig. "Bei den Pensionsverhandlungen im Herbst 2009 wurden dem Seniorenrat Verhandlungen zur Pensionskassenreform für den Jahresbeginn zugesagt, so Khol.

Pensionsplus für Hälfte der Firmenpensionisten 

Lesen Sie auch

Pensionskassen
Steuerermäßigter Ausstieg gefordert

Reform der privaten Altersvorsorge
Ausstieg aus Pensionskassen

Altersvorsorge
Sparbuch schlägt private Zusatzpension

Interview mit Präsident Karl Blecha
„Alte Pensionskasse ist tot!“

Grüne fordern Schutz für Privat-Pensionen
Öffentliche Pensionskasse als Alternative

Für Christian Böhm, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, befinden sich die Pensionskassen hingegen "beim Ertrag wieder dort, wo sie vor der Finanzkrise lagen - im Spitzenfeld der Anbieter von Altersvorsorge." Für rund die Hälfte der Firmenpensionisten bewirkt das Jahresergebnis 2009 eine Pensionserhöhung. Ein weiterer großer Teil der Pensionen entwickelt sich entsprechend dem Rechnungszins und bleibt daher gleich. "Bei den alten Sonderverträgen - in ihnen wurden Ende der Neunzigerjahre sehr hohe Rechnungszinssätze vereinbart - kann in Einzelfällen sogar ein sehr gutes Ergebnis zu Reduktionen führen. Die große Mehrheit der Pensionisten kann für 2009 aber eine positive Nachricht erwarten", so Böhm. Im Vorjahr haben die Pensionskassen 453 Millionen Euro privaten Pensionsgeldern ausbezahlt. Das Vermögen aller Firmenpensionen wurde von 12,4 auf über 13,8 Milliarden Euro gesteigert.


Zahl der Anwärer auf Betriebspensionen wächst

Neben dem positiven Jahresergebnis wuchs 2009 auch die Zahl der Arbeitnehmer mit Anspruch auf eine Firmenpension. Zu den bisher 560.000 Menschen mit Anspruch auf eine Betriebspension kamen bis Dezember 2009 über 210.000 neue Kunden hinzu, so der Fachverband der Pensionskassen. Für Geschäftsführer Fritz Janda ist "dieser Zuwachs ein Indiz dafür, dass sich das Pensionskassen-System immer mehr durchsetzt."

Aktienanteil bei Veranlagung von 33 Prozent

Durch die Veranlagung der Gelder an den Kapitalmärkten erwirtschafteten die Pensionskassen für die Arbeitnehmer und Pensionisten im vergangenen Jahr rund eine Milliarde Euro. Seit ihrer Gründung haben die Pensionskassen an den Kapitalmärkten 4,6 Milliarden Euro Pensionskapital erwirtschaftet. Da die österreichischen Pensionskassen eine auf Sicherheit und Stabilität bezogene Veranlagungsstrategie verfolgen, liegt der Aktienanteil hierzulande deutlich unter dem internationalen Durchschnitt: Derzeit veranlagen die heimischen Pensionskassen knapp 33 Prozent des Vermögens in Aktien, den Großteil in Anleihen und anderen festverzinslichen Werten. Böhm: "Durch die geringe Aktienquote sind die Schwankungen beim Ergebnis hierzulande nicht so stark ausgeprägt, wie in anderen Ländern. Das bedeutet, dass wir in guten Börsenjahren weniger stark vom Aufwärtstrend an den Börsen profitieren, dafür aber in schlechten Jahren auch nicht so stark von den negativen Auswirkungen betroffen sind."

Firmenpensionen

Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Rund 780.000 Österreicherinnen und Österreicher haben Anspruch auf eine Firmenpension. Der langjährige
Veranlagungserfolg der Pensionskassen beträgt 5,92 Prozent, die durchschnittliche Zusatzpension 474 Euro pro Monat. Insgesamt veranlagen die 17 Pensionskassen ein Vermögen von 13,8 Milliarden Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs.
Foto: Fachverband der Pensionskassen ID:502