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Samstag, 25.05.2013
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40 Anlageberater im Test

Altersvorsorge – aber wie?

01.08.2012
Von Susanne Kritzer
Ernüchterndes Ergebnis einer umfassenden Umfrage nach Produkten für die Altersvorsorge: Berater bieten mangende Produktvielfalt, keine Bedarfsorientierung und einfach wenig Beratung. Lesen Sie, worauf es bei guter Beratung ankommt.
40 Anlageberater im Test Altersvorsorge – aber wie? Finanzportal

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) fragte 40 österreichische Anlageberater nach empfehlenswerten Produkten für die Altersvorsorge. Zu den Befragten zählte jeweils eine Filiale der zehn größten heimischen Banken sowie der zehn größten Versicherer weiters wurden zehn unabhängige Versicherungsmakler und zehn unabhängige Vermögensberater befragt. Doch beim Großteil der Befragten war das Ergebnis alles andere als erfreulich.

In nahezu allen Beratungen wurde die Einkommens- und Haushaltssituation - wenn überhaupt - nur mangelhaft erhoben. „Fraglich ist, wie man so einschätzen will, welche
Sparleistung für den Kunden sinnvoll oder überhaupt möglich ist und ob sich dieser das,Investment‘ dauerhaft leisten kann“, kritisiert VKI-Expertin Gabi Kreindl.

Mit Beratern oft schlecht beraten

Zu weiteren wichtigen Punkten wurden die Testpersonen ebenso nicht befragt, oder erst dann, wenn diese sie zur Sprache brachten. So verlief es etwa bei der Thematisierung der Risikoneigung, der geplanten Laufzeit oder bei der Frage nach bereits bestehenden Finanzierungen, Anspar- oder Vorsorgeformen.

Etwas mehr Engagement gab es von Beratern hingegen bei der Abfrage von Kenntnissen zu bestimmten Produkten. „Offenbar haben hier aufsehenerregende Haftungsfälle aus der jüngsten Vergangenheit zu etwas mehr Wachsamkeit in Beraterkreisen geführt“, vermutet Kreindl.

Der VKI stellte auch mangelhafte Transparenz beim Auftreten der Berater fest. Denn für den Anleger ist es wichtig zu wissen, ob sein Berater unabhängig agiert oder an ein Unternehmen und dessen Produktpalette gebunden ist. Bezeichnungen wie „Financial Assistant“ würden nur wenig über die Stellung des Beraters aussagen, so der VKI. Kreindl: „Zu Beginn eines Beratungsgespräches sollte daher jeder Berater von sich aus erklären, als ,was‘ er auftritt, denn je nach Vermittlerstatus treffen den Vermittler verschiedene Pflichten.“

Einzig die Vermögensberater zeigten sich hinsichtlich ihrer gewerberechtlichen Stellung deutlich auskunftsfreudiger, hierbei dürfte auch die Informationspflicht entsprechender gesetzlicher Vorgaben im Wertpapieraufsichtsgesetz (WAG) hilfreich gewesen sein.

Selbst Zukunftsvorsorge wurde empfohlen

Die Empfehlung von 37 von 40 Beratern lautete Lebensversicherung – wenn auch in ihren verschiedensten Ausprägungen wie etwa klassische oder fondsgebundene Lebensversicherungspolizzen. Selbst die für viele Sparer enttäuschende Anlageform der jüngsten Vergangenheit, die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV), wurde vorgeschlagen. Bei der Zukunftsvorsorge fließt das komplette Aktieninvestment - immerhin mindestens 30 Prozent der gesamten Summe - in Werte der Wiener Börse. Was aus Sicht der Börse erfreulich ist, ist es jedoch nicht für Sparer, deren Aktien-Risiko somit nicht gestreut wird. Zudem bringt die PZV vor allem aufgrund der hohen Kostenbelastung, wenig Ertrag und bietet zusätzlich wenig Flexibilität.

„Hier hätten wir uns mehr Vielfalt erwartet, selbst wenn es angesichts der derzeitigen finanziellen Großwetterlage nicht das ideale Produkt gibt“, so Kreindl. „Fonds, Fondssparpläne, Sparprodukte oder andere Anlageformen wie Staatsanleihen wurden nicht thematisiert. Dazu kommt, dass gerade eine Lebensversicherung ein tendenziell unbeständiges und auch unsicheres Produkt sein kann: Die Hälfte der Lebensversicherungen wird vorzeitig gekündigt bzw. Anleger bekommen nach Ablauf der Laufzeit oft viel weniger ausgezahlt als erwartet oder gar eingezahlt.“

Nur ein einziger Berater einer Bank riet dazu, in der aktuellen Situation besser abzuwarten und frei werdendes Kapital kurzfristiger auf einem Bausparvertrag oder auf (Kapital)Sparbüchern zu parken.

Ein guter Berater muss …

• sich einen Überblick über die finanzielle und familiäre Situation verschaffen, bevor er auf
  konkrete Produkte zu sprechen kommt (Einkommen- Haushaltssituation, bestehende
  Finanzierungen,…). Wird hingegen keine Bedarfserhebung durchgeführt, handelt es sich
  nicht um einen Berater, sondern um einen Verkäufer.

• die Risikoneigung seines Kunden abklären

• ein Beratungsprotokoll erstellen, das er dem Kunden aushändigt

• bei seiner Beratung die aktuelle Marktsituation erklären und auf damit verbundene Risiken
  aufmerksam machen.

• die Kosten thematisieren. Je niedriger die Ertragschancen, desto stärker wirken sich
  Spesen und Gebühren negativ auf den Gesamtertrag aus.

• die geplante Laufzeit eines Produktes thematisieren

• Transparenz bieten und seinem Kunden klar darlegen ob er unabhängig agiert oder für ein
  Unternehmen tätig ist und damit an dessen Produkte gebunden ist

• dem Kunden bei seiner Entscheidung Zeit lassen. Bei unklarer Marktlage muss er
  gänzlich von einer Vermittlung abraten und Abwarten empfehlen.

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