Newsletter:
Suche:
Facebook Twitter Google
Ihr Finanzportl für Österreich
Sonntag, 26.10.2014 01:30 Uhr
Startseite | RSS | Inhalt |
Euro-Krise
 
17.09.2011

Euro-Krise Wann beginnt das Endspiel?

Von Wolfgang Thomas Walter
Das Rettungsspektakel rund um Griechenland und Co. tritt in eine neue Phase, US-Ratingagenturen verunsichern Europas Politiker und die Angst vor einem Kollaps des globalen Finanz-Systems ist längst nicht gebrochen. Was machen Gold und Silber?
Walter K. Eichelburg im Interview Der Euro crasht im Sommer
colourbox.com

Biallo.at: Herr Eichelburg, Jürgen Stark, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, hält die Risiken in Hinblick auf die Kostenbelastungen durch die Schuldenkrise Griechenlands für beherrschbar. Eine Illusion?

Walter K. Eichelburg: Jeder in der EZB vertitt Parteiinteressen, daher sind von dort nur Lügen zu erwarten. Nachdem die EZB großteils Griechenpapiere als "Assets" in der Bilanz hat, ist sie pleite, wenn Griechenland pleite geht. Aber das will man jetzt ohnehin zulassen, da Italien gerade pleite geht. Dieses ist scheinbar "wichtiger" als die Griechen. Bald sind wir soweit: Jedes Euro-Huhn wird um das eigene Überleben kämpfen. Solidarität und gegenseitige Rettungen werden bald aufhören.

Biallo.at: Der Sparkurs überfordert das Land jetzt schon. Die Bevölkerung rebelliert, die Konjunktur bricht ein. Wie lange wird Griechenland noch Teil der europäischen Währungsgemeinschaft bleiben können?

Eichelburg: Vor etwa einem Monat hat man in Griechenland schon überlegt, ob man nicht aus dem Euro austreten sollte. Das wird jetzt sicher wieder aktuell. Das griechische "Sparen" ist eigentlich nur dazu da, damit die Zahlerstaaten ihren Bevölkerungen das Weiterzahlen für Griechenland schmackhaft machen können. Real sparen die Griechen nicht, es werden nicht massenhaft Beamte und Rentner entlassen - das wäre notwendig. Die griechischen Staatsbetriebe sind auch unverkäuflich, wenn nicht die Arbeitsgesetze geändert werden, um die Macht der Gewerkschaften zu brechen und Massenentlassungen zu ermöglichen. Keine Spur davon.

Biallo.at: Griechenland ist – vorerst – gerettet. Aber was ist mit den anderen, wohl größeren „Brocken“ in Europa: etwa Spanien, Portugal, Irland - oder auch Belgien und Italien? Kann ein ähnliches „Prozedere“ hier überhaupt greifen?

Eichelburg: Italien ist gerade dran, aus früheren Beispielen abgeleitet, ist das Land kurz davor nach dem "Rettungsschirm" zu rufen. Nur dazu ist das Land zu groß. Spanien wird auch bald drankommen, dann Frankreich, das auch eine massiv negative Handelsbilanz hat und zudem noch tief in Italienbonds drinnensteckt.

Biallo.at: Der Rettungsschirm im Zuge der europäischen Währungskrise wird vermutlich weiter ausgeweitet werden. Ab Mitte 2013 soll eine dauerhafte Lösung, der European Stability Mechanism, kurz ESM, den EFSF (European Financial Stability Facility) ablösen. Reicht der Rettungsschirm bis dahin?

Eichelburg: Ja, man redet schon von 1,5 Billionen Euro. Aber das müsste durch die Parlamente zumindest aller AAA-Zahlerstaaten gehen und vom Markt als realistisch eingeschätzt werden. Beides ist nicht der Fall. Besonders im Fall von Deutschland kippt die öffentliche Meinung jetzt massiv gegen alle Bailouts. Der ESM ist eine Art von Selbstausschaltung der Parlamente in Finanzfragen. Es ist unwahrscheinlich, dass das durch alle Parlamente geht.

Lesen Sie auch

Der Weg in die Hyperinflation
15.000 Euro für eine Feinunze Gold sind keine Utopie

Silber
Neue Rally nutzen

Gold
Die Hausse im vollen Gang

Anlegen in der Krise
Gold gehört in jedes Portfolio

Biallo.at: Der Streit um die Rolle der drei weltweit führenden Ratingagenturen Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s ist voll entbrannt. Was halten Sie von der Forderung des österreichischen Kanzlers und einem Teil seiner europäischen Mitstreiter, eine eigene europäische Ratingagentur zu gründen? Und wie könnte diese Ihrer Meinung nach überhaupt aussehen?

Eichelburg: Die EU-Politiker möchten wie in einer Diktatur diese Agenturen einfach verbieten oder die Publikation der Ratings verbieten - weil ihnen die Ratings nicht gefallen. Aber diese Agenturen sitzen in den USA - keine Chance. Werner Faymann kann ruhig selbst eine solche Agentur gründen, wenn er möchte. Nur wird ihm niemand diese Ratings glauben.

Biallo.at: Was halten Sie von Vorschlägen, gewissermaßen als letzte Rettungsaktion, einen „Nordeuro“ und eine „Südeuro“ einzuführen?

Eichelburg: Der Nordeuro taucht immer wieder auf - seit der Bankenkrise 2008. Nach dem baldigen Euro-Crash, der noch im Sommer 2011 zu erwarten ist, werden wieder neue, nationale Währungen kommen. Also die D-Mark 2, der Schilling 2, die beide schon gedruckt sind. Soetwas wie den "Nordeuro" hatten wir vor dem Euro in anderer Form schon, als verschiedene Staaten ihre Währungen an die D-Mark koppelten, d.h. den Wechselkurs stabil hielten.

Biallo.at: Thema Rohstoffpreise: Gold und Silber konnten in den letzten Tagen wieder deutliche Lebenszeichen von sich gegeben. Auch der aktuelle Spezialreport von der Ersten und Herrn Stöferle senden deutlich bullische Signale. Was sind derzeit aus Ihrer Sich die treibenden Faktoren am Goldmarkt?

Eichelburg:
Der Stöferle-Report ist gut, darf aber auch nicht alles schreiben - weil er von einer Bank kommt. Es gibt einen einzigen treibenden Faktor: den Untergang der Papiergelder weltweit. Daher wird der Goldpreis sehr bald in Höhen hochschießen, die kaum jemand für möglich hält: 10.000 Dollar/oz dürfte die Untergrenze beim Goldpreis sein. Dieser Preisausbruch wird die heutigen Papiervermögen in Rauch aufgehen lassen, denn dahinter stehen nur Schulden (etwa von Griechenland), hinter Gold steht dagegen kein Schuldner. Es ist ein purer Wert für sich selbst, also das letzte Rettungboot, wenn die große Flucht aus dem Papier beginnt.

Biallo.at: Die Inflation im Euroraum liegt – offiziell - mit rund vier Prozent nun knapp auf dem kurzfristigen Zinsniveau, in den USA und dem asiatischen Raum befinden sich die Realzinsen tief im negativen Bereich. Wie lange wird diese perfekte Situation für Edelmetalle noch anhalten?

Eichelburg: Die reale Inflation im Euroraum liegt viel höher, etwa bei acht bis zehn Prozent pro Jahr. Die Leitzinsen stehen bei 1,5 Prozent also sogar noch unter der offiziellen Lügen-Inflationsrate. Das geht nur eine gewisse Zeit, dann kommt die Flucht aus dem Geld und die Zinsen müssen hoch. In den USA, China oder Indien ist es noch schlimmer. Kein Wunder, dass die Goldverkäufe in China oder Indien boomen. Das Problem mit den zu niedrigen Zinsen gibt es weltweit. Aber der Goldpreis wird erst dann richtig anziehen, wenn die Währungskrise da ist und die Währungen über schnell steigende Zinsen verteidigt werden müssen - denn dann kracht alles zusammen.

Biallo.at: Sie sind der festen Überzeugung, dass das globale Finanz-System bereits in den nächsten zwölf Monaten kollabieren könnte – was macht Sie so sicher?

Eichelburg: Sicher ist gar nichts, aber wahrscheinlich. Überall kriselt es massiv: China, Japan, USA, Europa. Es braucht nur ein Staat oder eine Großbank untergehen und die Panikflucht aus allen Wertpapieren beginnt. Vermutlich passiert es noch im Sommer 2011 im Zusammenhang mit der kommenden Italien-Pleite. In einem Tag wird alles vorbei sein, die Banken geschlossen, die Papiervermögen weg, der Goldpreis am Mond und der Mob jagt die Politiker, die bisher die Sparer belogen haben.

Vielen Dank für das Interview!

Leserkommentare
Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.
16.07.2011 15:05 Uhr - von Durchschnittsarbeitssklave
zu Riki Eig Schilling 2
Lieber Riki Eig, Ob es einen Schilling 2 gibt oder nicht, wissen wohl 99,999% der Menschen in Österreich nicht wirklich. Ich gehe davon aus, dass auch Sie zu den 99,999% gehören. Zu dem Thema Falschmeldungen: Falls sie es noch nicht bemerkt haben, werden sie täglich von den Politikern und auch den Medien zu 100% belogen! Dafür dürfen sie dann auch noch z.b. Rundfunkgebühren bezahlen.
15.07.2011 04:49 Uhr - von Hans Kolpak
Krisenvorsorge? Aber ich bin doch schon dick, faul und gefrässig!
Die Folgen der eigenen Entscheidungen trägt und genießt jeder Mensch selbst - auch dann, wenn Faule durch Fleissige finanziell alimentiert werden oder wenn Gutmütige sich von Gerissenen ausnutzen lassen. Solange es Zahlungsmittel gibt, gibt es auch Geldverleiher und Menschen, die ihren Konsum durch Kredite bezahlen mit Geld, das sie nicht haben. Wer durch andere oder durch Zufall, durch Krankheit oder durch ein Unglück in Not gerät, befindet sich in einer Ausnahmesituation. Doch das systematische Verdummen der Menschen, um sie in die Schuldenfalle zu locken, ist Betrug! Gegen solche übermächtige Propaganda kommen denkende Menschen kaum an und das Lügengespinst aus Neusprech und Halbwahrheiten läßt sich kaum durchdringen. Warum verlaufen jegliche Erkenntniss-Prozesse so zäh, bis sich etwas zum Besseren entwickelt? Wenn schon ein einzelner Mensch Jahre und Jahrzehnte braucht, um sein Leben zu ändern und sich neu auszurichten, dann sind 30 Jahre für Gruppen oder ganze Nationen wie ein Pfurz im Wind. Es regt sich kaum etwas. Damit müssen wir leben. Apelle zur Krisenvorsorge fruchten immer nur bei Einzelnen. Unnötige Geldausgaben und Zinseszinsen bringen endlich die Menschheit an den Rand ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten. In dieser Krise liegt die Chance, endlich dezentrale Strukturen zuzulassen und Ausbeutungen durch Machtmißbrauch und Abhängigkeiten in Dörfern und Städten zu beenden. Doch wie lange steht ein Haus? Bis es unbewohnbar ist, vergehen 100 bis 200 Jahre. Nur Pappkartons und Bretterverschläge verfallen schneller. Das läßt sich einfach nicht ignorieren. Alles andere ist Träumerei.
14.07.2011 09:40 Uhr - von Euro Fighter
Alles ein Schmarn !
DIese ganzen Prognosen sind alle für den Kanal ! Die Welt wird sich einfach weiter drehen mit oder ohne Euro.
13.07.2011 10:59 Uhr - von gerd vonDe
Lemminge im Geist
Lösungen muss jeder für sich selbst erkennen. Seien wir doch dankbar, dass es solche mutige Menschen wie den W.E. gibt. Ohne Ihn könnten wir doch nur noch reagieren als zu agieren. Die Reaktion wäre in diesem Falle ( Währungs . . .) mehr als spät und würde verpuffen. Danke an W.E.
13.07.2011 09:19 Uhr - von Riki Eig
Schilling 2
Es gibt keinen Schilling 2! Es wurde nie! ein Schilling 2 gedruckt und ist auch für die Zukunft nicht vorgesehen. Warum verbreiten sie solche Falschmeldungen?
12.07.2011 17:11 Uhr - von alfred
Hr. Eichlberger Konkursverfahren
Auch wenn Hr. Eichlburg recht hat, nützt das niemand, denn dieser Mann kann nur Fakten niederschreiben jedoch keine Lösungen anbieten. Anstatt das Internet mit noch mehr Gift zu verseuchen, sollte all diese Neunmalklugen echte Lösungen anbieten, aber das ist ja zuviel verlangt.
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:

Code hier eingeben:
Überschrift:
Kommentar:
Hop oder top

Hop oder topNeun Tipps für die Börse

Der Mix macht's angeblich - doch das reicht nicht: Wer in Aktien und Fonds investiert, muss sich mit einigen Regeln vertraut machen, um keine Bauchlandung zu erleiden. zum Artikel

Foto: Colourbox.de ID:1841
Anzeige
Tagesgeld
Nr. Anbieter Zins  
1
1,40 %
zur Bank
2 Array
1,20 %
zur Bank
3 Array
1,10 %
zur Bank
4 Array
1,05 %
zur Bank
5 Array
1,00 %
zur Bank
Laufzeit:3 Monate; Betrag 20.000 Euro
Anzeige
Anzeige
Festgeld
Nr. Anbieter Zins  
1
1,60 %
zur Bank
2 Array
1,50 %
zur Bank
3 Array
1,50 %
zur Bank
4 Array
1,45 %
5 Array
1,45 %
Laufzeit:12 Monate; Betrag 20.000 Euro
Gastkommentar
Christoph Kirchmair

von Christoph Kirchmair

Brauchen Kreditnehmer einen Makler?

Die Leitzinsen und Referenzzinssätze für Wohnkredite purzeln, doch die einzelnen Kreditinstitute reagieren völlig unterschiedlich darauf. Da heißt es aufpassen.

» Lesen
» Archiv
Kolumne
Erwin J. Frasl

von Erwin J. Frasl

Kredite

Nützen Sie die Zins-Geschenke

Es gibt Banken, die zahlen ihren Kunden für Ersparnisse nur noch 0,25 Prozent Zinsen pro Jahr oder noch weniger. Da lohnt es zu prüfen, ob Sie sich höhere Sparerträge sichern können, indem Sie mit einem Teil Ihrer Ersparnisse und einem günstigen Kredit sinnvolle Investitionen tätigen.

» Lesen
» Archiv
Frasl fragt
Sparindex
Tagesgeld
Tagesgeld-Index sterreich
Durchschnittszins, 10.000 Euro
Sparindex
Festgeld
Tagesgeld-Index sterreich
Durchschnittszins, 10.000 Euro
© 2014 Biallo & Team GmbH - info@biallo.at - Impressum - Datenschutz