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Jugendliche werden abgezockt

6000 Euro für Ausbildung zum Wellnessbetreuer

19.08.2010
Von Erwin J. Frasl
Ein St. Veiter Wellnessinstitut bietet jungen Menschen statt einer Lehre eine Ausbildung zum Wellnessbetreuer an. Die Kosten dafür belaufen sich auf über 6.000 Euro. Das Problem dabei ist, dass es den zu erlernenden Beruf gar nicht gibt.
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Ein St. Veiter Wellnessinstitut bietet jungen Menschen statt einer Lehre eine Ausbildung zum Wellnessbetreuer an. Die Kosten dafür belaufen sich auf über 6.000 Euro. Das Problem dabei ist, dass es den zu erlernenden Beruf gar nicht gibt, warnt die Arbeiterkammer Kärnten. Sie verweist darauf, dass es sich in diesem Fall um eine „sündteure Ausbildung, die unbezahlte Praktika beinhaltet, eineinhalb Jahre dauert und in keiner Ausbildungsverordnung enthalten ist: Diese Abzocke wird neuerdings Jugendlichen angeboten, die sich damit einen nicht anerkannten Beruf erkaufen sollen“.

Vorwurf der "Doppelten Abzocke"

Trauriges Beispiel dafür ist ein Wellnessinstitut im Bezirk St. Veit, so die AK Kärnten. Eine junge Frau, die sich zur Prüfung ihres „Lehr“-Vertrags an die Arbeiterkammer wandte, bezahlte für die Kurse zur Wellnessbetreuerin über 6.000 Euro. Die Ausbildung erfolgt in drei Modulen, an die Praktika angehängt sind. Für die Tätigkeiten erhält die Betroffene jedoch keinen Cent. „Erst nach dem Kurs kann die junge Frau eventuell eine außerordentliche Zulassung zur Lehrabschlussprüfung in einem anerkannten Beruf beantragen“ informiert Dr. Helmut Krainer vom Lehrlings- und Jugendschutz der AK Kärnten.

Bei den in der Ausbildung enthaltenen Pflichtpraktika werden die „Lehrlinge“ außerdem an Betriebe vermittelt, um das Erlernte umzusetzen. „Im Fall des betroffenen Mädchens arbeitet dieses oft mehr als zehn Stunden täglich. Wir nehmen an, dass das Institut sogar dafür eine Entschädigung bekommt und damit doppelt abkassiert“, erklärt Krainer.

Mehr Kontrolle nötig

„Der Druck drohender Arbeitslosigkeit führt immer häufiger dazu, dass Jugendliche in prekäre Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse schlittern“, kritisiert Krainer die unfairen Methoden der sogenannten „Ausbildner“. „Notwendig wäre in diesem Fall eine genauere Bezeichnung der Berufe sowie eine Auszeichnung, die klarstellt, dass nach Beendigung der Ausbildung keine Facharbeiterqualifikation vorliegt“, fordert die AK in diesem Zusammenhang.

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