Von Erwin J. Frasl
Viele Gemeinden haben mit Finanzproblemen zu kämpfen. Dementsprechend kräftig schlagen sie bei den Kanalabgaben zu, bei denen die Teuerung deutlich über der Inflationsrate liegt.
Wohnen wird zunehmend teurer. Dazu tragen öffentliche Tarife kräftig bei. Das zeigt sich am Beispiel Kanalgebühren. So haben sich die Kanalbenützungsgebühren in der Steiermark in den vergangenen 15 Jahren mit einer Erhöhung um 91 Prozent fast verdoppelt. Auch der einmalige Kanalisationsbeitrag („Anschlussgebühren“) ist um 36 Prozent gestiegen, während der Verbraucherpreisindex in diesem Zeitraum lediglich um 29 Prozent zugenommen hat.
Das ist das Ergebnis einer Studie der steirischen Arbeiterkammer über die Kanalabgaben, an der sich im Vorjahr 390 der insgesamt 542 steirischen Gemeinden beteiligt haben.
Die Studie bringt aber auch beträchtliche regionale Unterschiede ans Tageslicht, wie der Präsident der Arbeiterkammer Steiermark, Walter Rotschädl, aufmerksam macht. Betragen die Anschlussgebühren bei einer Nutzfläche von 94 Quadratmetern beispielsweise im Bezirk Mürzzuschlag 965,32 Euro, schlägt die Landeshauptstadt mit 2.136,07 Euro zu.
Die laufenden Benützungsgebühren gibt es Graz hingegen steiermarkweit am billigsten. Einer Jahresbelastung eines durchschnittlichen Grazer Haushalts von 176,88 Euro stehen die Kosten für einen vergleichbaren Haushalt im Bezirk Liezen in einer Höhe von 221,63 Euro gegenüber. Dass es auch innerhalb eines Bezirks von Gemeinde zu Gemeinde zum Teil deutliche Unterschiede bei den Kanalabgaben geben kann, belegt eine „Kanalgebühren-Landkarte“ der Steiermark, die Interessierte hier finden können.