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Basel III erschwert Finanzierungen

90 Prozent aller Unternehmer in Österreich betroffen

25.10.2010
Von Hans Hammerschmied
Die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken, unter dem Stichwort Basel III zusammengefaßt, werden vor allem Kleinunternehmer mit einem Umsatz von höchstens einer Million Euro hart treffen und damit 90 Prozent aller Unternehmer in Österreich.
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Mag. Hans Hammerschmied ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Wien

Das Ziel von Basel III, das eine Fortsetzung der Bestimmungen von Basel II darstellen soll, ist, das Finanzsystem resistent gegenüber größeren Zusammenbrüchen und Insolvenzen zu machen. Nicht Vorsicht bei internationalen Finanzierungen, sondern mehr Eigenkapital scheint derzeit die „Wunderwaffe“ zu heißen. Für die heimischen Banken bedeutet dies laut Schätzungen zumindest ein zusätzliches Eigenkapitalerfordernis von rund zehn bis 15 Milliarden Euro. Woher dieses Geld kommen soll weiß niemand. Der heimische Kapitalmarkt wäre jedenfalls um ein Vielfaches damit überfordert.

Druck auf Kleinunternehmen wächst

Während durch Basel II vor allem die kleineren und mittleren Banken durch die hohen Systemanforderungskosten unter Druck kamen, hat Basel III primär die sogenannten „Systembanken“ (jene die man jedenfalls nicht „untergehen lassen kann“) im Visier. Diese müssen – nach bestimmten Übergangsfristen – höhere Eigenkapitalerfordernisse nachweisen, was künftig zur Folge haben könnte, dass ein Unternehmer mit einer bestehenden Bonität (Rating) bei regionalen bzw. lokalen Banken eine günstigere Finanzierung erhalten kann, als bei den sogenannten Systembanken.

Für Kleinunternehmer - Unternehmer mit einem Umsatz bis maximal einer Million Euro und damit ca. 90 Prozent aller inländischen Unternehmen - wird es naturgemäß immer schwieriger, Unternehmensfinanzie¬rungen zu erhalten. Selbst, wenn die eine oder andere regionale bzw. lokale Bank nach wohl überlegter Bonitätsprüfung die eine oder andere Finanzierung eines kleinen- oder mittleren Unternehmen (KMU) durchführen würde, werden sie es nicht tun, da sie es nicht dürfen oder die Auflagen mit Eigenkapital zu streng wären.

Jene Unternehmer, die glücklicherweise eine Finanzierung erhalten haben, müssen viel mehr zahlen als bisher. Da die Banken – wie überall zu hören ist – Eigenkapital aufbauen müssen, ist das nur mit einer höheren Ertragskraft möglich. Wenn nun in Summe weniger Kredite vergeben werden, muss der Aufschlag bei den bestehenden umso höher sein und die Zinsspanne der Banken muss entsprechend größer sein (d.h. höhere Kreditzinsen und geringere Verzinsung auf Spareinlagen).

Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger werden, sich permanent um die eigene Bonität zu kümmern, Chancen und Risiken zu erkennen und abzuwägen und diese Bonität auch in geeigneter Art der Banken gegenüber zu präsentieren und zu dokumentieren.

Mag. Hans Hammerschmied

... ist Wirtschaftsprüfer und Steuerberater in Wien, Seniorpartner der Hammerschmied Hohenegger & Partner Wirtschaftsprüfungs GmbH. Er ist Landesvizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder Wien sowie Fachautor diverser Publikationen im Zusammenhang mit Basel II und Rating.

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