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Wertpapiere

Wie verlässliche Renditen bringen Anleihefonds?

17.03.2011
Von Martin Mikulik
Die Frage nach Verlässlichkeit der Renditen von Anleihefonds istaktuell eine sehr häufig gestellte Frage. Man muss diese aber auch in zwei Bereiche teilen. Einerseits geht es um die Frage der Attraktivität des aktuellen Zinsumfeldes, andererseits um die Fähigkeit der Schuldner, die begebenen Anleihen auch zurückzuzahlen.
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Martin Mikulik Ist Vorstand der Security KAG; einer indirekten Tochter der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG
Kommen wir zunächst zum Zinsumfeld. Die Zinsen befinden sich auf einem historisch tiefen Niveau und implizieren damit eine relative Unattraktivität. Vielen Anlegern sind noch die Jahre 1994 und 1999 in Erinnerung, als Anleihefonds mit hoher Bonität negative Erträge einfuhren.

Doch kann man die Attraktivität von Anleihen so einfach nach der Höhe der Zinsen einschätzen? Meine Antwort darauf ist eindeutig NEIN. Es gibt verschiedene Faktoren, an Hand derer man die Attraktivität von Anleihen einschätzen kann, ja sogar muss. Da wäre einmal die Zinsstrukturkurve. Ist diese steil (=lange Laufzeiten bringen höhere Renditen als kurze), so rechnet der Markt schon mit Zinserhöhungen. Treten diese nun nicht in der erwarteten Höhe ein, so erzielt man einen Mehrertrag in der Veranlagung. Seit über zwei Jahren ist die Zinsstrukturkurve sehr steil, es werden also seit zwei Jahren steigende Zinsen erwartet. Eingetreten ist dies jedoch noch nicht und daher haben Anleihen eine überdurchschnittliche Wertentwicklung im Verhältnis zum absoluten Zinsniveau erzielt. Für die Bewertung der Attraktivität muss also auch die Markterwartung berücksichtigt werden.

Dann sollten auch noch die Alternativen zu einer Veranlagung in Anleihen erwogen werden. Aktuell ist der Geldmarkt mit seiner sehr geringen Verzinsung nur bedingt eine Alternative. Und wie es bei anderen Anlageformen aussieht, kann man ja anhand der sehr bewegten Historie der letzten Jahre ablesen. Es sind daher auch die Alternativen von Anleihen rar.

Kommen wir nun zur Bonität von Anleihen. Im Jahr 2008 wurde wieder einmal klar, wie sehr man sich auf Ratings verlassen kann. Dies verwundert umso mehr, als bereits in den Jahren 2001/02 eine ähnliche Situation am Markt zu beobachten war – die Ratingagenturen waren auch damals im Zentrum der Kritik. Doch scheinbar ist das Gedächtnis des Marktes für diesen langen Zeitraum zu kurz. Um hier negativen Überraschungen zu entgehen kann nur auf eine breite Streuung der Emittenten zurückgegriffen werden. Risikokonzentrationen in einem Anleihenportfolio sind tunlichst zu vermeiden.

Als Conclusio kann also gesagt werden, dass das aktuelle Zinsniveau zwar gering ist, jedoch die Zinsstrukturkurve sowie das Fehlen von Alternativen zur Anleihenveranlagung die Attraktivität von Anleihen hebt. Außerdem sind Anleihen gut gestreut wichtige Stabilisationsfaktoren in gemischten Portfolios und dürfen auf keinen Fall übergangen werden.

Martin Mikulik

... Ist seit 2001 Vorstand der Security KAG; einer indirekten Tochter der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG. Weiters ist er Chief Investment Officer der Capital Bank - GRAWE Gruppe AG. Davor war er Anleihen-Fondsmanager in der Security KAG sowie Berater von institutionellen Kunden in der Capital Bank - GRAWE Gruppe AG. Martin Mikulik ist verheiratet, Vater von zwei Söhnen und lebt in Graz.

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