21.08.2010
auf Facebook teilen
Twittern

Vermögensaufbau mit Wertpapieren

Ist Fondssparen noch rentabel?

Von Wolfgang Thomas Walter
Die Banken wollen nicht nur Neukunden fürs Fondssparen gewinnen. Doch ist das immer die beste Anlagewahl? Biallo.at sagt Ihnen, mit welchen Kosten und Extraspesen Sparer rechnen müssen.
Fondssparen-nach Spesen-Depotgebühren-Direkt-Fondsangebot-ING-DiBa Direktbank Austria-Andrea Hansal-Ansparplan-Einmalkauf-Ausgabeaufschlag-AGA-Kaufsumme-Verrechnungskonto-Fondssparer-Fondscenter-Kurse-Wertentwicklungen-Verkaufsprospekte- Fondsportal

Die Frage nach Spesen bzw. Depotgebühren für das Direkt-Fondsangebot der ING-Diba Direktbank Austria„ist leicht zu beantworten, so Andrea Hansal von der ING-Diba: “Es fallen keinerlei Spesen oder Depotgebühren an“. Sowohl für Ansparplan als auch für den Einmalkauf fällt aber ein Ausgabeaufschlag (AGA) an, den „wir allerdings um 50 Prozent vergünstigt anbieten". Abhängig vom ausgewählten Fonds liegt dieser Ausgabeaufschlag dann zwischen 1,5 Prozent und 2,63 Prozent der Kaufsumme.
Als Verrechnungskonto für Fondssparer dient bei der ING-Diba das ebenfalls kostenlose Direkt-Sparkonto mit einer Verzinsung von derzeit zwei Prozent bei täglicher Fälligkeit und ab dem ersten Euro.

Die wichtigsten Fondsinfos im Fondscenter

Auf der Homepage der ING-Diba finden die Kunden im Bereich Fondscenter für ihre Anlageentscheidung zudem kostenlos alle aktuellen Kurse, Wertentwicklungen, Verkaufsprospekte und Fondsporträts. "Das Produktkonzept der Direkt-Fonds richtet sich klar an Anleger, die sich nicht auf institutsgebundene Berater verlassen, sondern selbstständig ihre Entscheidung treffen wollen", so Hansal.

Die Kunden bekommen mit dem Online-Investment-Check der ING-Diba ein professionelles und kostenloses Tool an die Hand, „das ansonsten nur in der hochvolumigen Vermögensverwaltung zur Verfügung gestellt wird“, ist Hansal überzeugt. Das auf den Prinzipien der Portfoliotheorie von Nobelpreisträger Harry M. Markowitz basierende Tool hilft den Interessenten, die individuelle Vermögensanlage unter die Lupe zu nehmen (Ist-Analyse) und das individuelle Anlegerprofil zu ermitteln (Ziel-Analyse). Darauf basierend werden dann Vorschläge zur Verbesserung des Anlageportfolios gemacht und „so das Rendite-Risiko-Profil des Kunden optimiert“, meint Hansal.

So läuft Fondssparen bei der Easybank

Lesen Sie auch

Stabile Zinsen
Spar-Anleihe mit bis zu 3,40 Prozent

Bundesschätze
4,2 Prozent für zehn Jahre

Bestzins für täglich fälliges Geld
Denizbank ab sofort mit 2,10 Prozent

Porsche Bank mit Festgeld
2,3 Prozent Zinsen ab Februar

Bei der Easybank fallen für die Erstanlage eines Fondssparers jeweils der halbe Ausgabeaufschlag an, wenn die Order via Internet erteilt wird. Auch beim monatlichen Ansparen gilt dieser reduzierte Ausgabeaufschlag.

Für alle Geldmarktfonds der BAWAG P.S.K. INVEST, die via Easybank erworben werden, gilt: Es gibt Fixspesen von zehn Euro; für den OptiRendite gilt ein fixes Entgelt von 30 Euro; für alle anderen Fonds gilt ein Ausgabeaufschlag von bis zu vier Prozent. Ausgabeaufschläge, welche in Prozent angegeben werden, sind bei Orders via Internet um 50 Prozent reduziert. Auch bei monatlichen Sparbeträgen gilt der reduzierte Ausgabeaufschlag. Die jährliche Depotgebühr beträgt 0,1 Prozent pro Jahr, mindestens aber 12,16 Euro. Für Fonds in einer Fremdwährung fällt eine Devisenprovision in der Höhe von 0,25 Prozent an, so Katharina Stampfer von der Easybank.

Was Fondssparer bei der Erste Bank erwartet

Die Erste Bank empfiehlt Fondssparern, die 3.000 Euro bei "durchschnittlicher Risikobereitschaft" investieren wollen, den ESPA PORTFOLIO BALANCED 30. Für das regelmäßige Ansparen empfiehlt die Erte Bank grundsätzlich den gleichen Fonds oder im Hinblick auf den Cost Average-Effekt einen volatileren Fonds - eventuell Aktienfonds. Auch ein glober Fonds wie etwa der ESPA SELECT STOCK würde sich laut Katrin Thonhauser von der Erste Bank anbieten oder der Anleger greift auf aussichtsreiche Wachstumsmärkte zu, beispielsweise mit dem ESPA STOCK GLOBAL-EMERGING MARKETS.

Die Depotgebühr beträgt bei der Erste Bank 0,22 Prozent p.a. netto. Die Aufgabeaufschläge (AGA) bewegen sich je nach Fonds zischen 0,75 Prozent und vier Prozent.

Die Spesen bei der Bank Austria

Generell werden bei der Veranlagung via Bank Austria immer die Ausgabeaufschläge des jeweiligen Fonds verrechnet, so Thore Dohse von der Bank Austria. Bei Verkauf, Überweisung bzw. Auszahlung werden Spesen in Höhe von 0,75 Prozent verrechnet. Die jährliche Planverwaltungsgebühr beträgt 0,22 Prozent vom Kurswert (exkl. USt), das Minimum dabei sind 3,89 Euro und wird vierteljährlich im Nachhinein belastet. Aktuell gibt es ein Aktionsangebot der Bank Austria, den „FondsPlan“, bei dem der Ausgabeaufschlag standardmäßig um 30 Prozent reduziert wird.

Die Bedingungen bei der Volksbank Wien

Grundsätzlich können alle Arten von Fonds im Rahmen des Fondssparens verwendet werden, so Mag. (FH) Agnes Gugumuk von der Volksbank Wien. Allerdings sei durch die geringe Schwankungsbreite bei Rentenfonds aus dem Cost-Average-Effekt weniger Ertrag zu erwarten. Je nach Risikoprofil und Anlagehorizont des Kunden eignen sich aus der Sicht der Volksbank Wien gemischte Fonds - und ganz besonders Aktienfonds - zum langfristigen Vermögensaufbau sehr gut. Durch die größere Schwankungsbreite profitiert der Kunde hier besonders durch den Cost-Average-Effekt.


Bei der Volksbank Wien AG kann der Kunde innerhalb von 29 verschiedenen Investmentfonds wählen. Der Mindestbetrag für die monatliche Fondssparveranlagung beträgt in der VB Wien AG 40 Euro. Die empfohlene Erstdotation bei Abschluss 2.200 Euro.

Und so sehen die Kosten beim Fondssparen bei der Volksbank Wien aus:

Einmalig: Bei Kauf beträgt der Ausgabeaufschlag zwischen 0,75 Prozent und fünf Prozent individuell je Fonds.

Jährlich (zuzüglich 20% Ust.): Es fällt eine Depotgebühr von 0,25 Prozent an. Weiters kommt eine Veranlagungsgebühr pro Fonds/Position von elf Euro zum Tragen.

Sonstige Spesen (zuzüglich 20% Ust.):

  • Auszahlungsgebühr: fünf Euro
  • Buchungsgebühr bei Auszahlungsauftrag pro Fonds/Position: ein Euro
  • Schließung bei Auflösung: 30,00 Euro und
  • unterjähriger Depotkontoauszug: zehn Euro

So läuft Fondssparen bei direktanlage.at

Privatkunden mit durchschnittlicher Risikobereitschaft, die 3.000 Euro als Erstanlage in Fonds investieren möchten und anschließend fünf Jahre monatlich 50 Euro Fondsparen möchten, empfiehlt direktanlage.at den Kauf Top Balanced Mix (AT0000A067M6). Auf den Ausgabeaufschlag von fünf Prozent gibt es bei einer Anlagesumme von 3.000 Euro 70 Prozent Rabatt. Somit beträgt der Ausgabeaufschlag für den Erstanlagebetrag 1,50 Prozent, das sind 45 Euro, zusätzlich werden zwei Euro SWIFT-Gebühr verrechnet, so Gerlinde Oberndorfer von direktanlage.at. Der Ausgabeaufschlag für den monatlichen Sparbetrag liegt ebenfalls bei 1,50 Prozent, das sind monatlich 0,75 Euro. Erfreulicherweise berechnet direktanlage.at für Investmentfonds keine Depotgebühr (ausgenommen ETFs).
 

So können Sie Kosten sparen

Aufgrund der Mindestdotierungen ist es ratsam, den genannten Einmalbetrag in Höhe von 3.000 Euro sowie die laufende Besparung von 50 Euro in einen einzigen Fonds zu investieren, der natürlich der eigenen Risikoveranlagung entspricht.

Aufgrund der derzeitigen Marktlage und in Anbetracht einer mittel- bis langfristigen Anspardauer „würden wir derzeit folgende Investmentfonds unserer VB Investments als Investitionsmöglichkeit anbieten, so Gerlinde Oberndorfer:

Tipp 1: VB Dividend Invest – weltweiter Aktienfonds
Veranlagt ausschließlich in Aktien und Wandelschuldverschreibungen vorwiegend großkapitalisierter internationaler Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite. Ziel ist es, Erträge durch Kurssteigerungen und hohe Dividenden zu erzielen. Regional investiert der Fonds vorwiegend in Nordamerika und Europa. Das offene Fremdwährungsrisiko beträgt max. 50 Prozent des Fondsvermögens, der Ausgabeaufschlag vier Prozent.

Tipp 2: VB Pacific Invest – Aktienfonds Pazifischer Raum

Veranlagt in Aktien und Wandelschuldverschreibungen asiatischer, australischer sowie neuseeländischer Unternehmen. Das Fondsmanagement verfolgt in Bezug auf die Einzeltitel- bzw. Branchenauswahl einen aktiven Investmentstil. Diese Strategie kann zu Wertentwicklungen führen, die von den Hauptbörsenindizes abweichen. Ausgabeaufschlag: Vier Prozent

Tipp 3: – Immobilienfonds 

Veranlagt werden Immobilien mit Schwerpunkt Österreich, Deutschland, den sonstigen Ländern der europäischen Union sowie Osteuropa. Der Schwerpunkt liegt hierbei bei Büro- und Gewerbeobjekten, gemischt genutzten Objekten wie Büro/Lage und Einzelhandelsimmobilien.
Ausgabeaufschlag: 3,25 Prozent

Tipp 4: VB Convertible Bond Fund – Wandelanleihefonds

Veranlagt in Wandelschuldverschreibungen und Aktien internationaler Unternehmen. Der Aktienanteil beträgt max. zehn Prozent. Ein großer Teil des Fremdwährungsrisikos wird abgesichert. Ausgabeaufschlag: Drei Prozent

Tipp 5: VB Smile – Mischfonds mit Wertsicherungskonzept 

Dieser gemischte Fonds in Euro veranlagt in Anleihen/Fonds und europäische Aktienfonds. Der Aktienfondsanteil liegt zwischen 0 und 50 Prozent und wird mittels eines technischen Systems gesteuert.  Ausgabeaufschlag: 3,5 Prozent

Die Konditionen der Hypo Oberösterreich

Bei der Hypo Oberösterreich muss ein Fondssparer mit folgenden Spesen rechnen: Der Ausgabeaufschlag beim Fondskauf macht ca. zwei bis fünf Prozent aus. Der Ausgabeaufschlag beim Vermögensaufbau beträgt ebenfalls zwei bis fünf Prozent. Als Depotgebühr fallen 0,2 bis 0,5 Prozent p.a. an, so Georg Haushofer von der Hypo Oberösterreich.

Die Konditionen der Hypo Niederösterreich

"Grundsätzlich empfehlen wir unseren Kunden Fondssparverträge nicht mit zu kleinen Ansparbeträgen abzuschließen" meint Erwin Klinglhube von der Hypo Niederösterreich. Für ihn liegt "ein Einmalerlag von 3.000 Euro und monatlichen Beträgen von 50 Euro schon ganz hart an der Grenze, was für einen Kunden sinnvoll ist". Bei diesen kleineren Summen fallen die Spesen überproportional ins Gewicht, das schmälert den Kundenertrag.


Die Spesen sehen bei der Hypo Niederösterreich so aus: Der Erstanlageaufschlag (AGA) für einen Erstanlagebetrag von Fonds macht in der Regel drei Prozent aus, ebenso bei der monatlichen Sparrate. Die jährliche Depotgebühr beträgt  0,2 Prozent, mindestens aber  2,50 Euro p.a. An sonstigen Spesen müssen Fondssparer mit einer Ordergebühr von 0,91 Euro p.m. rechnen, der Depotauszug kostet ein Euro, das Verrechnungskonto 24 Euro p.a.

Foto: colourbox.com ID:517