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Schlappe Kontrollorgane

Wie gefährlich sind österreichische Aktien?

20.08.2010
Von Wilhelm Rasinger'
Finanzmarktaufsicht und Staatsanwaltschaft brauchen bessere gesetzliche Handhaben und mehr Ressourcen um Skandale und Fehlentwicklungen rasch und effizient mit der notwendigen Härte aufzuarbeiten.
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Vorsicht vor Fallen
In den letzten zwei Jahren haben die Anleger Höhen und Tiefen, Chancen und Risken von Aktienbesitz hautnah miterleben müssen. Einige wenige haben von diesen Bewegungen enorm profitiert, die Mehrzahl der Investoren musste schmerzliche Verluste verkraften. Die Schwankungen der Kurse haben sich von der realen wirtschaftlichen Verfassung der Unternehmen immer mehr entkoppelt. Hoffnungen, Gerüchte, volkswirtschaftliche Berichte und politische Ereignisse haben eine unmittelbare, aber nicht berechenbare Auswirkung auf das Geschehen auf den Finanzmärkten. Euphorie und Ängste wechseln sich permanent ab. Finanzkrisen und Anlegerskandale von Madoff, HypoRealEstate, Arcandor bis Meinl und Immofinanz erschüttern zusätzlich das Vertrauen in die Welt des Geldes.
Ost-Phantasie ist für viele Anleger zum Alptraum verkommen
Österreich kann sich den internationalen Trends nicht entziehen. Es gibt aber einige Spezifika. Einerseits fehlt für eine entrüstete Diskussion über Managergehälter und Boni mangels Übertreibungen die Grundlage. Andrerseits haben die als sicher geltenden Immobilienwertpapiere durch Missmanagement und Gier der handelnden Manager und Profiteure der gewagten Konstruktionen vor allem viele private Anleger enttäuscht. Die immer wieder gepriesene Ost-Phantasie ist für viele Anleger zum Alptraum verkommen.
Nach wie vor sind die Säulen des Börseplatzes Wien ehemals staatliche Unternehmen wie OMV, Telekom, voestalpine und Post. 
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Die Schwächen des heimischen Kapitalmarktes liegen darin, dass Institutionen wie Finanzmarktaufsicht und Staatsanwaltschaft nicht in der Lage sind, Skandale und Fehlentwicklungen rasch und effizient mit der notwendigen Härte aufzuarbeiten, weil einerseits die rechtlichen Grundlagen noch verbessert werden müssen und anderseits die vorhandenen personellen Ressourcen den hoch bezahlten und mit allen Wassern gewaschenen Beratern derzeit (noch) nicht gewachsen sind.

Auch Spareinlagen und Staatsanleihen nicht mehr ungefährlich

Jede Aktie weist ein unterschiedliches Risikoprofil auf. Die Aufnahme eines Wertes in den ATX-Index (bzw. Prime Segment) ist bereits ein wesentliches Qualitätskriterium. Eine Beurteilung hängt auch entscheidend von den Alternativen ab. Daher stellt sich heute die Frage, welche Veranlagung ist risikolos. Auch die Spareinlagen und Staatsanleihen können heute nicht mehr als absolut ungefährlich eingestuft werden. Zusammenfassend kann daher festgestellt werden, dass Aktien systemimmanent Risken beinhalten. Im Vergleich zum Ausland gibt es zwar gewisse Eigenheiten, die aber nicht zulassen, von mehr oder weniger "Gefahr" für die Investoren im internationalen Vergleich auszugehen. 

Mag. Dr. Wilhelm Rasinger

...
ist Präsident des  Interessenverbandes für Anleger "IVA". Der IVA  ist eine unabhängige Interessenvertretung für private Minderheitsaktionäre und Anleger gegenüber dem Gesetzgeber, Mehrheitsaktionären, Vorstand, Aufsichtsrat und Abschlussprüfern. Weiter ist Rasinger Honorarprofessor für Betriebswirtschaft sowie Aufsichtsrat bei Wienerberger, Erste Group Bank AG und CEE Immobilien Development AG.

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