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Schockwellen für Anleger

Wem kann man vertrauen?

14.06.2010
Von Erwin J. Frasl
Finanzkrise, Wirtschaftskrise und Griechenlandkrise: Das Vertrauen der Verbraucher in die Banken, in den Euro und in staatliche Institutionen ist erschüttert. Panik ist unangeracht, doch sollten Sie jetzt alle Finanzanlagen überprüfen und gegebenenfalls umschichten, um sich gegen steigende Inflation abzusichern.
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Seit 2008 werden Sparer und Anleger kräftig gebeutelt. Der Zusammenbruch des Immobilienmarktes und die Lehman-Pleite in den USA lösten Schockwellen aus, die rund um den Erdball gingen und weltweit das Vertrauen in die Banken und die Sicherheit von Geldanlagen erschütterten. Zahlreiche Banken gingen im Gefolge der Finanzkrise pleite und weltweit mussten die Staaten ihre Banken mit Milliarden an Finanzhilfen unterstützen, um so das Vertrauen in die Kreditinstitute zu stärken. Auch in Österreich schnürte die Regierung in aller Eile ein Milliarden-Paket, um das Eigenkapital der Banken zu stärken und so das Vertrauen in die Leistungskraft der österreichischen Banken im In- und Ausland zu untermauern.

IWF-Fehler sorgte für Turbulenzen in der Bankenwelt

Obendrein mussten Österreichs Banken noch mit Fehleinschätzungen des Internationalen Währungsfonds fertig werden, der  Anfang 2009 auf das immense Ostrisiko der österreichischen Banken hinwies und warnte, die Probleme im Osten könnten bald zu einem Flächenbrand anwachsen und damit die österreichischen Banken Richtung Abgrund reißen. Schnell stellte sich aber heraus, dass diese Einschätzung des IWF auf Fehlberechnungen des IWF beruhte und IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn musste sich bei Finanzminister Josef Pröll für die entschuldigen. In der Zwischenzeit war aber für Turbulenzen bei Banken, Anlegern und natürlich der Regierung gesorgt.

Finanzkrise sorgt für Krise in realer Wirtschaft

Die Krise der Finanzmärkte riss auch die reale Wirtschaft mit. Firmenpleiten, Kündigungen, Arbeitslosigkeit, und der Kampf gegen all diese Probleme mit Hilfe von höheren Staatsausgaben mündeten in das nächste Problem: Rasant wachsende Budgetdefizite, wachsende Staatsverschuldung mit zunehmenden Zinslasten und sinkender Kreditwürdigkeit auf den internationalen Finanzmärkten.

Donnerschlag Griechenland trifft den Euro

Als die ersten Zeichen der Erholung Anfang 2010 spürbar wurden, erfolgte ein neuerlicher Donnerschlag: Der drohende Staatsbankrott Griechenlands, der von den Griechen jahrelang mit Hilfe gefälschter Wirtschaftsdaten getarnt und plötzlich sichtbar wurde. Mit einem Schlag geriet die gemeinsame Währung der Eurozone in Verruf. Die gemeinsame Währung gerade der erfolgreichsten Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verlor gegenüber dem US-Dollar laufend an Wert und brachte damit die gesamte Europäische Union in Bedrängnis.

Nach Milliarden-Hilfen, die die Europäische Union gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds für die Rettung Griechenlands bereitstellen musste, zwang der Kursverfall des Euro die EU auch noch dazu, einen 750 Milliarden Euro-Rettungsschirm zu beschließen, der als Nothilfe für schwer verschuldete Staaten der Eurozone wie Portugal, Spanien, Italien oder Irland eingesetzt werden kann, um für Stabilität in der Eurozone zu sorgen.

Flucht in Sachwerte

Die im Zuge all dieser Ereignisse verunsicherten Sparer und Anleger reagierten mit Flucht in alle Arten von Gold, wie Goldbarren, Goldmünzen, Goldaktien, in Immobilien wie Grundstücke, Eigentumswohnungen, Eigenheime, ja selbst in Wald wurde Vermögen umgeschichtet. Angesichts eines Vier-Jahres-Tiefs des Euro rechnen Experten mit einem weiteren Anstieg des Goldpreises.

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