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Dienstag, 22.05.2012
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Goldprofi Stöferle

Physisches Gold bleibt Investment Nummer 1

20.04.2011
Von Wolfgang Thomas Walter
Auch wenn der Goldpreis derzeit auf hohem Niveau konsolidiert, sieht Goldexperte Ronald-Peter Stöferle keinen Grund zur Panik. Warum physisches Gold und Minenaktien klare Favoriten sind und weshalb Shorts immer ineffektiver werden.
Goldprofi Ronald-Peter Stöferle Wir müssen uns über vielen Dinge Sorgen machen, aber nicht um den Goldpreis
Ronald-Peter Stöferle - seit Jahren ein gefragter Experte in Sachen Rohstoffe und Edelmetall
Biallo.at: Herr Stöferle, derzeit erleben Goldfans "volatile" Zeiten. Der gerade Weg nach „Norden“ scheint beim Goldpreis kein Tagesgeschäft zu sein. Müssen sich Investoren Sorgen machen - und weitere Goldpreisdrückungen befürchten?

Ronald-Peter Stöferle: Ich denke, wir müssen uns über viele Dinge Sorgen machen, aber nicht um den Goldpreis. Mittelfristig sind wir in einem intakten Bullenmarkt. Shortswird es immer wieder geben - allerdings verpuffen diese zusehends.

Auch wenn wir nur knapp 6 Prozent unter dem Allzeithoch sind, hat die Stimmung zuletzt klar gedreht. War das Sentiment vor einigen Wochen noch himmelhoch jauchzend, so ist es aktuell zu Tode betrübt. Bullish Consensus ist lt. Market Vane auf 60 Prozent gefallen, dies bedeutet den tiefsten Stand seit Dezember 2008. Der Hulbert Sentiment-Index ist indes auf 9,2 Prozent gefallen und markiert somit einen Jahrestiefststand. Dies sind klar positiv zu interpretierende Kontraindikatoren.

Betrachten wir die Charttechnik, so relativiert sich das negative Bild rasch. Die 1.300 hat schön gehalten, der nächste Support läge im Bereich des 200-Tage-Schnitts bei 1.145 sowie nachfolgend bei 1.110 (250-Tage-Moving Average). Der Goldpreis handelt nun am unteren Bollinger-Band, insofern sollte sich das überverkaufte Szenario bald abbauen. CCI und Williams R zeigen bereits positive Divergenzen, der MACD steht allerdings auf Verkauf. Die Konsolidierungsphase kann noch weitergehen, insb. zumal die Sommermonate eine traditionell schwache Saisonalität ausweisen. Wir würden dies jedoch ganz klar als Kaufgelegenheit interpretieren. September weist die positivste Saisonalität aus, zudem dürfte „quantitative easing pt. 2“ vor der Türe stehen.

Biallo.at: Der Goldpreis konsolidiert aktuell auf hohem Niveau. Welches Kurspotenzial trauen Sie dem Edelmetall auf Jahresfrist dennoch zu?

Stöferle: Mein aktuelles Kursziel lautet USD 1.600 bis Juni 2011, das langfristige Kursziel bleibt ganz klar das inflationsbereinigte Allzeithoch von USD 2.300. Ich denke, dass die positive Saisonalität zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird, da sie in den Vorjahren recht verlässlich war. Zudem kann ich mir gut vorstellen, dass die Staats-Schuldenkrise neue Dimensionen erreicht. Stichwort USA.

Biallo.at: Viele Anleger suchen derzeit nach Alternativen. Sind beispielsweise Silber, Aluminium, Kupfer und Zink die richtigen Antworten?

Stöferle: Grundsätzlich covere ich nur Gold und Öl. Ich denke, dass Silber im Rahmen eines Goldbullenmarktes weiter outperformen sollte, zudem ist Silber – neben Gold – seit Jahrtausenden das einzige monetäre Metall. Gold wird beispielsweise im Alten Testament 391 Mal erwähnt, Silber 117 Mal. Und Papiergeld?

„Dr. Copper“ (da Kupfer in sämtlichen Phasen der Wertschöpfungskette benötigt wird, sagt man ihm nach, ein exzellenter Konjunkturindikator zu sein) spricht derzeit ganz klar für eine gelungene Reflationierung. Auch der Ölpreis bereitet sich scheinbar auf einen Ausbruch auf der Oberseite vor.

Biallo.at: Unsere User fragen oft nach dem „richtigen“ Goldinvestment. Welche Anlageform favorisieren Sie derzeit – Goldbarren, Münzen oder Goldfonds respektive Goldaktien?

Stöferle: Natürlich physisches Gold sowie Aktien. Ich denke, dass Goldminenaktien nach wie vor ein Contrarian-Investment sind. Dabei werden nur wenige andere Branchen 2010 und darüber hinaus eine Kombination aus hohem Umsatzwachstum, steigenden Margen und Gewinnwachstum ausweisen können. Der Goldsektor wird definitiv dazu zählen. Darauf basierend haben wir im Vorjahr einen Goldmining-Basket(ISIN: AT0000A0DY51) aufgelegt, der derzeit 11 kanadische Aktien enthält. Seit Auflage im Sommer 2009 konnte sich der Basket bereits beinahe verdoppeln, derzeit sind wir gerade dabei, neue Aktien aufzunehmen und die Gewichtungen zu modifizieren. Die Änderungen werden demnächst auf unserer Homepage publiziert.

Biallo.at: Börsennotierte Investments in Gold-Explorer sind eine Möglichkeit, erfolgreich jenseits der Goldpreisentwicklung am derzeitigen Goldhype zu partizipieren. Haben Sie hier Favoriten für unsere Leser?

Stöferle: In unserem Basket befinden sich ausschließlich Mid-Tier-Unternehmen (ab einer Marktkapitalisierung von ca. 400 Mio. CAD und nachgewiesenen Reserven), der Explorer-Bereich ist natürlich deutlich volatiler und riskanter. Auch hier sehe ich derzeit aber wunderschöne Chance/Risikoverhältnisse. Etwa bei Bowmore Exploration, Colombian Mines Corp, Geologix oder Rio Novo.

Biallo.at: Abschließend eine persönliche Frage: Wie sind Sie aktuell selbst in das Edelmetall Gold investiert?

Stöferle:
Ist der Papst katholisch?

Biallo.at: Herr Stöferle, vielen Dank für das Interview.

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Leserkommentare

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12.02.2011 12:07 Uhr
Mr Mindcontrol: Warum nicht Silber?
Silber ist trotz des Anstiegs gegenüber Gold von einen Verhältnis von ca. 1 zu 67 im Juli auf derzeiit etwa 1 zu 45 immer noch stark unterbewertet gegenüber Gold. Das historische Mittel lag bei 1 zu 15 und damlals wurde Silber noch nicht so massenhaft industriell verbraucht, so dass heue eine noch kleinerer Spread angemessen wäre. Silber hat also konservativ gerechnet noch mindestens 3 mal so viel Luft nach oben wie Gold!
03.08.2010 15:52 Uhr
hiltsvirgil: ist der pabst katholisch?
...der kerl hat humor
Foto: Erste Group Bank AG ID:969
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