
1. Grundsätzlich: Gold ist kein Wundermittel und bringt keine Verzinsung. Erträge werden aus Kurssteigerungen erzielt. Berücksichtigt werden muss, dass auch der Dollar den Goldpreis beeinflusst.
2. Der Markt bietet zwei Möglichkeiten, physisches Gold zu kaufen:
3. Goldmünzen oder –barren?: Goldmünzen sollten einen hohen Bekanntheitsgrad aufweisen und aus einer bekannten Prägestätte kommen. Auch bei Goldbarren ist die Herkunft von Bedeutung, sie sollten von einem renommierten Erzeuger kommen und dem London good delivery-Standard entsprechen. Kleine Goldbarren („Ziergoldbarren“ als Geschenke), sind aufgrund des hohen Grammpreises nur bedingt als Anlageform geeignet.
4. National oder International? Für den Goldinteressenten gibt es zwei Möglichkeiten oder Richtungen: Die Anlage in nationalem Gold, z.B. Golddukaten, die in Österreich seit 1848 beinahe unverändert hergestellt werden. Golddukaten können fast überall verkauft werden. Möglichkeit zwei ist die Anlage in „internationalem“ Gold: Sämtliche Bullionmünzen samt den Unterteilungen sind weltweit handelbar – zum Beispiel Philharmoniker, Maple Leaf, Nugget etc. Der Philharmoniker deckt sowohl den nationalen als auch internationalen Aspekt ab.
5. Auf hohen Reinheitsgrad achten: Je höher der Reinheitsgrad, desto leichter sind die Stücke handelbar, unabhängig vom Ausgabeland und der Landeswährung.
6. Eine für mich vertretbare Mischung finden: Je kleiner das Goldstück, desto höher ist der Grammpreis. Je größer das Stück, desto günstiger der Grammpreis. In einer Krise wäre man mit kleinen Stücken besser ausgestattet. Daher ist es ratsam, nicht nur an den momentanen Einkaufspreis zu denken.
7. Münzen, deren Wiederverkaufspreis jederzeit erfragt werden kann, ist der Vorzug zu geben.
8. Bei der Goldanlage gibt es einen „Grundpreis“, den internationalen Goldpreis. Dieser und der Dollarpreis sind die Berechnungsgrundlage für alle Goldgeschäfte. Von „Super-Sonder-Schnäppchen-Preis“ & „Statt-Preisen“ lässt man besser die Finger.
9. Münzen bei einem Händler des Vertrauens kaufen: Dort gibt es maßgeschneiderte Beratung. Man kann hingehen und fragen. Der niedergelassene Händler verschwindet nicht von der Bildfläche.
Günter Hansal
Geboren 1966 in Linz/D., nach der Pflichtschule in Linz 1981 Eintritt in die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ). Ausbildung zum Bürokaufmann. Seit 1982 im Münzhandel tätig mit den Schwerpunkten Kundenbetreuung, Organisation, EDV, Erstellung von Preislisten und Kursblättern. Seit 2003 Leiter des Münzhandels der Raiffeisenlandesbank OÖ. Im Münzhandel sind derzeit 7 Mitarbeiter beschäftigt, es werden Privatkunden im In- und Ausland sowie die oberösterreichischen Raiffeisenbanken betreut. Der Münzhandel der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG besteht seit 42 Jahren und unterhält enge Kontakte zu unzähligen großen Münzhändlern in ganz Europa.

