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Gold & Co.

Wer will jetzt schon aussteigen?

01.04.2011
Von Erwin J. Frasl
Senior Analystin Susanne Toren sieht nicht nur bei Gold weiterhin deutliches Potential. Auch für weisse Edelmetalle wie Platin, Palladium oder Silber stehen die Anlegerchancen glänzend.
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Dr. Susanne Toren, Senior Analystin der Zürcher Kantonalbank
Biallo.at: Der Run beim Goldpreis hält unverändert an. Lohnt es sich da jetzt noch in Gold zu investieren?


Susanne Toren: Der rekordhohe Goldpreis ist fundamental sehr gut abgesichert. Weltweite Unsicherheiten betreffend Währungskrisen und -kriege, aber auch Inflations- oder Deflationssorgen sowie Ängste im Zusammenhang mit der Stabilität des Finanzsystems und der Konjunktur dürften darüber hinaus weiteres Aufwärtspotenzial für den Goldpreis bieten. Neben Renditeaspekten werden gerade im Fall von Gold seine vorteilhaften Portfolioeigenschaften betont, die auch in der jüngsten Finanzkrise überaus deutlich zum Vorschein kamen. Die Korrelation zu anderen Assetklassen ist gering, gleichzeitig bieten Goldengagements einen natürlichen Inflationshedge und Schutz vor einer weiteren US-Dollar-Abschwächung.

Biallo.at: Welche attraktiven Alternativen sehen Sie für Anleger zu Investitionen in Gold?

Toren: Z.B. Investitionen in weisse Edelmetalle, die einen hybriden Charakter haben - sowohl als Vermögensanlage interessant sind, als auch von einer intakten Erholung der weltweiten (Industrie-)Konjunktur profitieren.

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Biallo.at: Sollten all jene die schon in Gold investiert sind, jetzt Kasse machen und verkaufen?

Toren: Ganz unabhängig von den weiterhin geltenden Absicherungsmöglichkeiten mittels Gold, ist es hierfür vermutlich noch zu früh. Im Zuge einer möglichen Aufhellung des derzeitigen risikoreichen Umfeldes bieten sich alternativ gewisse Switchmöglichkeiten in weisse Edelmetalle an.

Biallo.at: Die Zentralbanken von China und Indien kaufen immer wieder Gold auf – gibt es auch Zentralbanken, die voraussichtlich in den nächsten Monaten Gold aus ihren Reserven voraussichtlich verkaufen werden?

Toren: Mit Ausnahme des Internationalen Währungsfonds, der noch einen kleinen Restbetrag von 30 Tonnen Gold in 2011 veräussern will, ist dies nicht bekannt: Die westlichen Notenbanken sind dazu in den letzten Jahren übergegangen, ihre vorhandenen Goldreserven als optimal anzusehen - z.B. die Schweizer Notenbank (SNB), während die devisenstarken Notenbanken aus den Emerging Markets weiter fleissig Gold aufkaufen.

Biallo.at: Der Goldmarkt ist ja ein enger Markt. Wie leicht lässt sich der Goldpreis von großen Markteilnehmern eigentlich manipulieren?

Toren: Der Goldmarkt ist zwar ein vergleichsweiser kleiner Markt, aber mit sehr elastischen Angebots- und Nachfragebedingungen, sodass einzelne grosse Marktteilnehmer wenig Einfluss auf die Preisbildung haben. Das Gegenteil ist übrigens bei den sehr grossen, aber unelastischen Energiemärkten der Fall.

Biallo.at: Wer jetzt in Gold einsteigen will – in welcher Form sollte er das tun?

Toren: Gold-ETFs bieten eine preiswerte Möglichkeit. Die starken Währungsschwankungen der vergangenen Monate lassen dabei auch eine Währungsabsicherung dieser Gold-Engagments als interessant erscheinen - so dies möglich ist wie beim ZKB Gold ETF (in EUR, CHF und GBP neben US-Dollar).
 

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