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Dienstag, 22.05.2012
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Geldanlage

Die dunkle Seite der Bankberatung

26.04.2011
Von Erwin J. Frasl
Haben Sie auch Dank eines Bankberaters Ihr Geld dem Betrüger Bernard Madoff anvertraut? Oder haben Sie es einem Bankberater zu verdanken, dass Sie einst in Meinl European Land investiert haben? Oder war es ein Bankberater, der Sie zu einer Investition in die Auer von Welsbach-Gruppe animiert hat? Oder haben Sie zu den „Glücklichen“ gehört, denen ein Bankberater GM-Anleihen noch vor der Pleite des Autoriesen schmackhaft gemacht hat?
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Wer mit diesen und ähnlichen Fällen von Bankberatung und Berater-Banken schon viel Geld verloren hat, weiss, was den Bankkunden von so manchem Kreditinstitut alles unter Bankberatung verkauft wird. Kein Wunder, dass sich da manche Banken ihre Beratungserfolge schon mit der Bankberatung für „Täglich fälliges Geld“ holen wollen oder ihren Kunden weiß machen wollen, daß sie für Spargelder, die sechs Monate, ein Jahr oder gar zwei Jahre fix angelegt werden sollen, einen Bankberater benötigen.

Gerade die Beispiele verlustreicher Geldanlagen dank Bankbetreuung machen doch klar, dass die Kreditinstitute ihre knappen Beratungskapazitäten auf hochwertige Geldanlagen konzentrieren sollten, um die Kunden in diesem Bereich bestmöglich zu beraten, damit diese ihr schwer verdientes und erspartes Geld nicht durch Finanzprodukte verlieren, die weder der Bankberater noch seine Berater-Bank verstanden haben.

Möglich ist dies aber auch, weil Transparenz bei vielen Banken einen besonders niedrigen Stellenwert hat, wie viele Websites der Kreditinstitute zeigen. Da werden potenziellen Kunden schon bei einfachen Finanzprodukten nach wenigen Sätzen kärglicher Information aufgefordert, einen Beratungstermin zu vereinbaren. Auch so kann man Öffentlichkeit und Überprüfbarkeit von Information unter dem Stichwort Beratungsgespräch verhindern.

Dabei haben gerade Fälle wie Madoff, Meinl European Land, Auer von Welsbach-Gruppe und viele andere Beispiele gezeigt, wie wichtig Transparenz bei Finanzprodukten ist, um Anleger vor Schaden zu bewahren. Banken, die bei jeder Gelegenheit predigen, wie sehr der Kunde im Mittelpunkt ihres Handels steht, können dies leicht unter Beweis stellen, indem sie ihre Produkte klar und umfassend im Internet darstellen, um interessierten Kunden die Chance zu geben, sich gründlich zu informieren, um dann in einem Gespräch mit einem Bankberater auf Grund ihres Vorwissens die richtigen Fragen zu jenen Produkten zu stellen, die wirklich Beratung benötigen. Es ist schön, dass es möglich ist, auch an Tankstellen Geld anzulegen, noch schöner wäre es allerdings, einfache Bankgeschäfte vom Computer aus zu erledigen – egal, wo dieser steht. Dazu bedarf es weder einer Bankfiliale noch einer Tankstelle, sondern nur Transparenz, Transparenz und nochmals Transparenz.

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Leserkommentare

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04.05.2011 17:53 Uhr
Bauer Wolfgang: Transparenz bei Kundenberatung
In Ihrer Liste der fehlerhaften Kundenberatungen sind die deutsche Bank mit Ihren Auslandsfilialen und die HypoVereinsbank Teil der italienischen Gruppe mit lybischen Kapitaleinlagen nicht zu finden.
27.04.2011 20:33 Uhr
JosefB: wissen konnte man es
@GerHof: Stimmt leider nicht. Es war sehr wohl möglich vor dem Skandal daraufzukommen. Ein Ö Fonds war bei Madoff vorstellig und lehnte ein Investment ab da die Performance und Geldflüsse nicht eindeutig belegbar waren. Auch eine AvW war allein an der Geschäftsgebarung und der Wertentwicklung suspekt. Ich selbst hatte meinen Kunden abgeraten und wurde hierfür (damals in der Bank) von meinen Vorgesetzten gerügt. Aber es stimmt - Moral wäre angebracht - liegt aber nicht in der Natur des Menschen
27.04.2011 13:36 Uhr
GerHof: Die dunkle Seite der Bankberatung
Dieser Artikel ist dieses Mediums nicht würdig. Weltweit wußte ausser Herrn Frasl wahrscheinlich niemand ausser den handelnden Personen (Madoff, Meinl,etc.), welche Eigenschaften diese Produkte haben oder in einer Krise entwickeln würden. Folglich kann auch kein Berater davor warnen. Transparenz ist da nicht das Thema, alle Unterlagen waren verfügbar, wenn auch überwiegend in Juristen-Englisch. So wie sie mit Transparenz nichts gegen Einbrecher ausrichten, sind sie auch gegen Betrüger chancenlos. Was fehlt ist Moral. Sehr oft können die Schädiger sogar ungestraft weiter leben.
Foto: colourbox.com ID:1654
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