Rund 8.000 in- und ausländische Investmentfonds werden in Österreich derzeit gehandelt. Diese große Auswahl für den Anleger sei zwar erfreulich, aber es ist auch schwierig, optimal geeignete Produkte auszuwählen, so Bernhard Saringer, Dachfondsmanager der Schoellerbank Invest AG. Denn findet eine mangelhafte Produktauswahl statt, kann dies für den Anleger zu unliebsamen Überraschungen führen.
Der klassische Fehler
Viele Anleger begehen beim Erwerb von Investmentfonds den „klassischen“ Fehler – sie ziehen im Rahmen ihrer Anlageentscheidung lediglich die bisherige Wertentwicklung der Fonds heran und vergleichen sie miteinander. Diese Orientierung ist nicht grundsätzlich falsch, greift aber zu kurz, so Saringer.
Zwar können aus der relativen Performance eines Fonds zu seiner Vergleichsgruppe durchaus Rückschlüsse auf die Qualität des Fondsmanagements bzw. des Investmentansatzes möglich sein. Wichtig ist es aber, diese Betrachtung nur als Teil des Gesamtbildes zu sehen. Denn die isolierte Betrachtung dieses Kriteriums bringt erhebliche Gefahren mit sich. Häufig stehen Fonds, die falsch zugeordnet sind, ganz oben in den Bestenlisten. Oft weisen gerade diese Produkte auch besondere Risiken auf, die es für den Investor zu beachten gilt. Das ist auch der Grund dafür, dass die Top-Performer der Vergangenheit häufig die Verlierer der Zukunft sind, so ist aus der Schoellerbank zu hören.
Vorsicht beim Vergleichszeitraum der Analyse
Nicht selten wird der Vergleichszeitraum bei dieser Analyse sehr kurz gewählt. Entscheidend ist aber, wie sich ein Fonds über mehrere Wirtschafts- bzw. Börsezyklen hinweg entwickelt hat. Dabei muss wiederum beachtet werden, ob es zwischenzeitlich zu maßgeblichen Änderungen beispielsweise in der Fondsstrategie oder zu einem Wechsel im Fondsmanagement gekommen ist - was natürlich die Aussagefähigkeit stark einschränken kann. Die Historie zeigt uns, dass es Fonds mit einer ausgewogenen, auch unter Risikoaspekten gut durchdachten Anlagestrategie gibt, die in einzelnen Jahren nie einen absoluten Spitzenrang innerhalb ihrer Kategorie erreicht haben, aber trotzdem längerfristig zu den ertragsstärksten Produkten zählen.

