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Finanzwelt
 
19.05.2016

Finanzwelt Kluges Strömungstauchen mit Haien

Von Monika Herbstrith-Lappe
Die vorherrschende Dynamik unserer Gesellschaft, Wirtschaft und vor allem auch Finanzwelt nennen wir TaucherInnen „Waschmaschine“.
Finanzwelt-Haie-Waschmaschine-Conrad Celtis-Gelassenheitsgebet-Christoph Friedrich Oetinger-Erich Fried-Verlierer-Humor-Karl Valentin-Team-Selbststeuerung-Buddy-Team-Wertschätzung-Verlässlichkeit-Verantwortungsbewusstsein-Gelassernheit-Krise-Max
Mag. Monika Herbstrith-Lappe ist Geschäftsführendes Gesellschafterin von Impuls & Wirkung - Herbstrith Management Consulting GmbH.
Unter der „Waschmaschine“ verstehen wir Bedingungen, in denen starke Strömungen vorherrschen, diese immer wieder plötzlich und überraschend die Richtung ändern und damit kaum kalkulierbar sind. Manchmal prallen Kräfte aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander und können zu gefährlichem Abwärtssog führen.

Beim Tauchen mit Strömung kann man Eigenwirksamkeit intensiv trainieren: Einerseits wird man durch die Strömung massiv fremdgesteuert und andererseits kann man durch die Veränderung der Körperhaltung und Flossenstellung die eigene Bewegung steuern. Kein Nachteil ohne Vorteil: Dort wo starke Strömung vorherrscht, sind häufig auch viele und große Fische.

Kluger Umgang mit Strömungen

Gegen starke Strömung anzukämpfen, wäre sinnlos und führt zu einer drastischen Erhöhung des Luftverbrauchs. Viel besser ist es, Strömungsschatten zu nutzen und seitlich zur Strömung das Ziel anzupeilen. Wissen über Strömungsgesetzmäßigkeiten wie etwa den Verlauf der Strömungsintensität und Technik ist zielführend und hilft, die Kräfte ökonomisch einzusetzen.

Conrad Celtis hat schon gemeint: „Wer klug ist, ändert mit den Umständen seinen Plan.“ Auch bei bester Ortskenntnis, gutem Briefing und Strömungs-Check vor Beginn des Tauchgangs kann es sein, dass z.B. plötzlich die Strömung dreht oder massiv stärker wird. Dann gilt es, einen Plan B zu aktivieren. Meist wird natürlich mit und nicht gegen die Strömung getaucht. Gut im Fluss kann man dann einfach vorankommen und beglückende Begegnungen auskosten.

Annehmen was ist

Liebend gerne hätte ich mehr Einfluss auf die gesellschafts-, wirtschafts-, sozialpolitischen Strukturen. Meine Gestaltungsmöglichkeiten sind jedoch beschränkt. Also versuche ich innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen Bestmögliches zu bewirken. Ganz im Sinn des alten Gelassenheitsgebets von Christoph Friedrich Oetinger: „Gott gebe mir den Mut, die Dinge zu verändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, und die Weisheit ersteres von zweiterem zu unterscheiden.“ Sich mit Unveränderlichem im Sinn von Erich Frieds Ausspruch „Es ist, wie es ist, sagt die Liebe.“ Auszusöhnen und zu arrangieren, ist gesund. Zu resignieren wäre der toxisch-ungesunde Doppelgänger. Bei ersterem bleibe ich in meiner Souveränität, bei zweiterem fühle ich mich als VerliererIn. Humor ist der Regenschirm des Lebens. Klug ist die Einstellung von Karl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

Selbststeuerung und Eigenwirksamkeit im Team

Beim Tauchen wird größter Wert auf Selbststeuerung und Eigenwirksamkeit gelegt. Auf den meisten Tauchbasen ist es mittlerweile Pflicht, mit Computer zu tauchen, der Zeit und Tauchtiefe anzeigt - im Sinn des Grundsatzes: „What you can‘t measure you can‘t manage.“ Kluges Zeitmanagement ist gefragt: Wie lange kann ich in welcher Tiefe bleiben, um einerseits das Blut nicht mit Stickstoff zu übersättigen und andererseits den Luftverbrauch so zu steuern, dass ich die Tauchzeit von einer Stunde auskosten kann?

Bei vielen Tauchgängen heißt es auch, die Tauchzeit und den Luftverbrauch so einzuteilen, dass man sicher zum Boot zurückkehren kann - unter Berücksichtigung unterschiedlicher Tauchtiefen und unter Umständen verschiedener Strömungsverhältnisse beim Hin- und Rückweg. Getaucht wird prinzipiell im Buddy-Team, um sich gegebenenfalls gegenseitig helfen zu können. Der/die Einzelne trägt Verantwortung für sich und den/die Anderen.

Dialogische Führung im Buddy-Team

Erfahrene TaucherInnen tauchen häufig ohne einen Guide zu zweit. In Partnerschaftlichkeit übernimmt einmal der/die Eine die Tauchführung und dann wieder der/die andere. Richtungs- und Höhenänderungen werden vorher miteinander abgestimmt. Bei Entscheidungen in kritischen Passagen kann es auch vorkommen, dass der momentan Führende entscheidet - ohne dass man sich davor austauscht. Der/die andere folgt. Wir (er-)leben unter Wasser das, was uns auch im Trockenen so wichtig und wertvoll ist: eine partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung, Verständnis, Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit.

TEAM wird häufig zynisch als Abkürzung für „Toll Ein Anderer Macht es!“ verstanden. „Wir sollten …“ bedeutet tatsächlich verteilte Verantwortungslosigkeit. Jeder könnte es machen und keiner tut es. Für Hochleistungs-Teams gilt: Together Everybody Achieves More: Gemeinsam spornt man sich an und unterstütze man sich gegenseitig, um gemeinsame Erfolge zu erzielen und auszukosten.

Gefährliche Situationen entkatastrophisieren

Don’t panic ist eine der zentralen Tauch-Sicherheitsregeln. Egal was passiert, es gilt souveräne Gelassenheit zu wahren, sich auf die Ressourcen zu besinnen und in Ruhe Lösungen zu schaffen. Entkatastrophisieren ist angesagt. „Eine Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“, formuliert Max Frisch die Chance des posttraumatischen Wachstums.

Meinem Mann und mir ist z.B. einmal passiert, dass wir bei extrem starker Strömung wegen der Unachtsamkeit der Bootscrew 1 ½ Stunden über einen acht km breiten Kanal getrieben sind bevor wir wieder gefunden wurden. Was also tun? Zuerst einmal: langsam und tief durchatmen! Dies führt über die bewusste Atmung direkt zu einer Beruhigung und Verlangsamung des Körpers. Sehr hilfreich ist auch der stressmindernde Gedanke: „Was kann schlimmstenfalls passieren?“ Wir behalten immer die schwedische Weisheit im Hinterkopf: „Auf das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und es nehmen wie es kommt.“ „Wie werden wir in einiger Zeit auf diese Episode blicken?“ ist ein anderer hochwirksamer Gedanke zum Entkatastrophisieren. Meist führt er bei uns zur Erkenntnis: „Irgendwann finden wir es lustig. Dann können wir doch gleich darüber lachen.“ Lachen ist tatsächlich hochgradig entspannend und daher das wirkungsvollste Mittel, um aus der Stressfalle auszusteigen.

Den Grundsatz „Vertraue Gott und binde dein Kamel fest.“ von Mohammed beherzigend haben wir jetzt auch ein zusätzliches Sicherheitssystem zur Reduktion unseres Risikos angeschafft. Mit der sogenannten LifeLine, einem GPS-Ortungssystem, können wir ab jetzt alle umliegenden Boote alarmieren und notfalls sogar einen weltweiten Notruf absetzen.

Von Haien und denen, die sich als solche tarnen

Haie haben zu Unrecht ein Monsterimage. Unter TaucherInnen erfreuen sie sich als edle Riesen mit eleganten Bewegungen höchster Beliebtheit. Weißspitzenhochseehaie, auch Longimani genannt, sind stattliche Tiere und für SchwimmerInnen, SchnorchlerInnen und SurferInnen durchaus gefährlich. Tauchend begegnet man ihnen auf Augenhöhe und kann ihre Nähe entspannt auskosten. Doch einmal sind wir einem großen Tier begegnet, dem zwei Meter Angelschnur aus dem vielfach bezahnten Maul hingen. Sich darin zu verfangen, hätte schreckliche Folgen.

Völlig verkehrt wäre es in den meisten Situationen, schnell dem eigenen Instinkt zu folgen: ein unkontrollierter Notaufstieg kann tödlich sein, rasches Paddeln würde die Neugierde des Hais wecken und ihn zu einem erkundenden Probebiss einladen. Auch hier gilt: Ruhe bewahren! Unter TaucherInnen heißt das „Freeze“ – völliges Erstarren, damit der Hai das Interesse verliert und wo anders seine Kreise zieht.

Übrigens der Schwarzsattel-Feilenfisch imitiert perfekt den Schwarzsattel-Spitzkopfkugelfisch, der wegen seines Giftes von Fressfeinden geschützt ist. Und so könnte sich so mancher „Finanzhai“ als „Goldfisch mit Haiflosse“ entpuppen. Achtsames Hinsehen lohnt sich!

Mag.a Monika Herbstrith-Lappe

... ist geschäftsführende Gesellschafterin von Impuls & Wirkung - Herbstrith Management Consulting GmbH, Mathematikerin, Physikerin, Stastikerin, Certified Management Consultant, High Performance Coach, Keynote Speaker, Trainer of the Year 2006 / 2009 / 2010 / 2011 / 2012 / 2013 / 2014 / 2015, Excellence Award für herausragende Leistungen auf Konferenzen 2008, Autorin der Bücher “leistungsstark & lebensfroh” sowie “Tauchen im Ozean des Lebens” – jeweils gemeinsam mit Dkf. Manfred Lappe.
 
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