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Tanken, Banken, Strom und Gas
 
13.04.2012

Tanken, Banken, Strom und Gas Wer die Verbraucher wirklich abkassiert

Von Erwin J. Frasl
Die Empörung über das Abkassieren an Tankstellen, Bankschaltern sowie Strom- und Gaszählern kennen wir seit vielen Jahren. Vom Staat können sich die Konsumenten allerdings keine spürbare Entlastung erwarten. Denn der Staat selbst profitiert ganz wesentlich von diesen Missständen.
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Erwin J. Frasl, Chefredaktion biallo.at

Monat für Monat dokumentiert die Statistik Austria, dass die horrenden Treibstoffpreise Hauptpreistreiber der Inflation sind. Vom Staat ist hier allerdings keine echte Hilfe für die Verbraucher zu erwarten. Denn mehr als die Hälfte des Treibstoffpreises besteht aus Steuern, die der Staat erhebt und obendrein sorgt die Republik Österreich als Mit-Aktionär der OMV selbst für hohe Preise an den Tankstellen.

Und auch zu den hohen Strom- und Gaspreisen leistet der Staat selbst einen wesentlichen Beitrag, wie das Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) unmissverständlich feststellt. So halten die unabhängigen Wirtschaftsforscher fest, dass es in mangels einer entsprechenden Wettbewerbs- und Regulierungspolitik keinen gut funktionierenden Energiemarkt gibt. So ist zum Beispiel die starke Position der Energieversorgungsunternehmen der Länder und größeren Stadtwerke, die sich mehrheitlich in öffentlichem Eigentum befinden von der Liberalisierung unangetastet geblieben.

Mit einem Wort, der Staat selbst sorgt dafür, dass seine Bürger hohe Strom- und Erdgaspreise bezahlen müssen, weil es keinen funktionierenden Wettbewerb der Energieunternehmen gibt. Und die Wirtschaftsforscher mahnen den Staat, die marktbeherrschenden Energieversorgungsunternehmen endlich einer effektiven Missbrauchsaufsicht zu unterziehen. Bisher waren die diesbezüglichen Aktivitäten unzureichend und nicht geeignet, einen funktionierenden Wettbewerb sicherzustellen.

Und auch von der massiven Geldentwertung profitiert der Staat ganz wesentlich. Immerhin werden so die Milliardenschulden dank Inflation von Tag zu Tag real kleiner – das stimmt Politiker allemal fröhlicher als lästiges Sparen bei den Staatsausgaben. Immerhin wirkt Inflation wie eine heimliche Steuer, wird aber von den Steuerbürgern nicht als Abzocke des Staates wahrgenommen.

Und selbst am Bankschalter sitzt der Staat als Kassier dabei: Denn was an Steuern den Banken aufgelastet wird, landet in der Regel bei den Bankkunden in Form höhere Bankgebühren, auch wenn so mancher Politiker treuherzig versichert, die Banken werden diese Lasten schultern.

Die Verbraucher können sich gegen diesen finanziellen Aderlass nur durch Eigeninitiative schützen: Als Autofahrer gezielt nach Tankstellen mit den günstigsten Preisen suchen und dort tanken. Als Strom-und Gaskunden von teuren Anbietern zu billigeren Strom-und Gaslieferanten wechseln und auch bei den Banken zu jenen Kreditinstituten wechseln, die die günstigsten Konditionen bieten, was Gebühren und Zinssätze anlangt.

Nützen Sie Ihre Möglichkeiten. Die Kraft von hunderttausenden Verbrauchern ist beträchtlich, die Konsumenten müssen sie allerdings auch nützen.

Leserkommentare
17.04.2012 13:59 Uhr - von Melanie G.
Wer die Verbraucher wirklich abkassiert
Ja, der Staat ist zu einem notwendigen Übel geworden.Man verachtet ihn bald, hasst seine Vertreter, dennoch muß man ja irgendwo dazugehören. Man braucht eine Staatsangehörigkeit, einen Pass-Ausweis -u.s.w.- Also müssen wir mit dem Übel der Staatenlenker leben. Bald heißt es : man kann nicht ohne ihn, aber auch nicht mit ihm. Was tun? Keine Lösung. Staatenlos wäre noch schrecklicher. So bleiben wir beim kleineren Übel-- dem Ober-Abzocker "STAAT"; auf Gedeih und Verderb AUSGELIEFERT -und der kriegt den Kragen nie voll.
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