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Staatsanleihen
 
03.12.2012

Staatsanleihen Risiko ohne Rendite

Von Wolfgang Thomas Walter
Rendite ohne Risiko – dieser Satz galt lange Zeit für Investments in Staatsanleihen. Doch inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Die Zinsen für Staatsanleihen von haushaltspolitisch vermeintlich soliden Ländern wie etwa den USA, Deutschland, Österreich oder England sind mittlerweile für Anleger längst zu niedrig.
Geldanlage in der Krise Anleihen – Risiko ohne Rendite Finanzportal Biallo.at
Bei Staatsanleihen kann man derzeit kaum noch von Rendite sprechen, dafür umso mehr von Risiko.
Denn obwohl beispielsweise Österreich oder Deutschland von den Ratingagenturen noch immer die besten Bonitäten erhalten und sich viele große wie kleine Anleger derzeit auf die Papiere stürzen, könnte sich dies bald als Fehlinvestment herausstellen – genau dann, wenn (erst mal) die Kosten für die Euro-Rettung zu Buche schlagen.

Kaum Zinsen

In Zeiten der überbordenden Staatsschuldenkrise sollte sich jeder Anleger gut überlegen, ob er langfristiger Gläubiger seines eigenen oder eines fremden Staates sein möchte.
Zumal die Zinszahlungen nicht gerade üppig ausfallen. Aktuell bekommen Anleger für zehnjährige Bundesanleihen in Österreich 1,733 Prozent, für Bonds aus Deutschland sind es sogar nur noch 1,5 Prozent – ein Rekordtief.

In der Nachkriegszeit erzielten zehnjährige Staatsanleihen hier durchschnittlich noch – heute unvorstellbare – sieben Prozent. Dies änderte sich, als die Notenbanken Ende der neunziger Jahre begannen, die Zinsen zu senken. Im Zuge der Finanzkrise seit 2008 sank das allgemeine Zinsniveau noch einmal drastisch ab.

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Keine Besserung in Sicht

Eine Änderung dürfte hier in den kommenden Jahren nicht in Sicht sein. Das Zinsniveau wird wohl durch die EZB noch für einen längeren Zeitraum quasi künstlich niedrig gehalten. Doch was bedeutet dies? Je länger Staatsanleihen auf solch niedrigem Niveau verzinsen, desto mehr müssen Anleger nach chancenreicheren Anlageformen Ausschau halten, um ihr Erspartes zu erhalten und nicht durch Inflationsrisiken weiter zu verlieren. Denn ähnlich wie bei mager verzinsten Tages- und Festgeldkonten oder Sparbüchern droht gerade auch bei Bundesanleihen mit Miniverzinsung nach Abzug von Inflation und Ertragsteuer ein Verlustgeschäft.

Unternehmensanleihen als Alternative

Eine Alternative zu Staatsanleihen sind Unternehmensanleihen. Der Markt wird in riskante Papiere (High Yield) und solide Bonds (Investmentgrade) unterteilt. Im weniger spekulativen Segment werden Renditen von bis zu fünf Prozent erzielt. High-Yield-Anleihen rentieren höher, haben aber naturgemäß ein größeres Ausfallrisiko.

Die aktuell eingepreisten Ausfallwahrscheinlichkeiten in der Euro-Zone sind höher als die tatsächlich eingetretenen Ausfälle in der Vergangenheit. Die Zinsaufschläge erscheinen vor diesem Hintergrund als durchaus attraktiv. Da die Papiere in der Regel an der Börse gehandelt werden, unterliegen sie Kursschwankungen. Anleger, die vor Ablauf der Laufzeit verkaufen wollen, bleiben so möglicherweise auf Verlusten sitzen. Andere machen sich genau dies zunutze: Denn wenn der Kurs einer Anleihe fällt, steigt die Rendite für Anleger, die nachträglich einsteigen wollen.

Wenn ein Unternehmen von der Pleite bedroht ist, kann dies für den jeweiligen Anleihegläubiger den Totalverlust bedeuten. Ein Risiko, das nicht unterschätzt werden sollte. Vorsicht ist auch bei bestimmten Mittelstandsanleihen geboten, die nicht einmal über ein Rating verfügen. Hier lässt sich das Risiko kaum abschätzen, der Handel ist oft wenig liquide. Anleger sollten sich also keineswegs nur von hohen Zinssätzen verleiten lassen – auch das unternehmerische Risiko sollte stets bekannt sein.

Fazit: Langlaufende Bundesanleihen lohnen sich für Privatanleger aktuell nicht mehr. Unternehmensanleihen bringen oft ansehnliche Renditen. Vor einem Investment sollte man allerdings genau vergleichen und die möglichen Risiken abwägen.

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