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Ingrid Korosec im Interview
 
05.04.2010

Ingrid Korosec im Interview Banken bremsen bei Krediten für ältere Menschen

Von Erwin J. Frasl
Biallo.at sprach mit Ingrid Korosec, Bundesobmannstellvertreterin des Seniorenbundes, über die Schwierigkeiten von Senioren, von den Banken Kredite zu erhalten.
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Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stv. des Seniorenbundes, zeigt Schwirerigkeiten älterer Menschen auf, von den Banken Kredite zu bekommen
Biallo.at: Als Sparer sind die Senioren den Banken sehr willkommen. Gilt das auch für Senioren, die einen Kredit aufnehmen wollen?
Ingrid Korosec: Senioren sind natürlich wichtige Kunden für Banken. Es ist aber richtig, dass die Banken an Senioren kaum Kredite vergeben, da hier hauptsächlich auf die „Einbringlichkeit“ während der Laufzeit geachtet wird.

Biallo.at: Wie hoch ist ein typischer Kredit, den Senioren bei Banken beantragen?

Korosec: Die meisten Anfragen bei uns sind wegen eines unbedingt notwendig gewordenen Treppenliftes, der oft die momentanen Finanzierungsmöglichkeiten übersteigt. Wir sprechen hier von einer Summe von etwa 5.000 Euro, manchmal brauchen sie aber auch mehr für Wohnungs- oder Hausumbauten.

Biallo.at: Was sind die Hauptschwierigkeiten für Senioren einen Kredit zu bekommen?

Korosec: Meist das oft höhere Alter und das geringe Einkommen, das Kreditobligo ist oft nicht mehr versicherbar.
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Biallo.at: Wie könnten hier Lösungen für die Senioren aussehen?

Korosec: Sollte der Kreditnehmer über keine Bonität oder Sicherheit verfügen, könnte man andenken, dass öffentliche Stellen mit Haftungen einspringen. Dies kann ich mir aber nur bei dauerhaften bzw. unausweichlichen Investitionen vorstellen. Bei reinen Verbraucherkrediten ist dies sicherlich nicht zu verantworten.

Biallo.at: Gibt es aus Ihrer Erfahrung hier Unterschiede unter den Banken in ihrem Umgang mit älteren Menschen?

Korosec: Der Unterschied liegt nicht bei den Banken, sondern wie so oft bei den handelnden Personen. Dies sind vor allem die Schaltermitarbeiter, im Besonderen aber die Personen, die verantwortlich sind für die Erstellung der Richtlinien bei der Kreditvergabe.

Biallo.at: Wie kommen die Senioren aus ihrer Sicht mit dem Trend zur Selbstbedienung zurecht?

Korosec: Wer im Beruf Umgang mit der EDV hatte – bestens. Bei Personen, die kein Basiswissen haben, dauert es verständlicher Weise länger, bis sie sich an die neuen Zwänge gewöhnt haben. Dies wird aber sicher von Jahr zu Jahr besser. Entsprechende Unterstützung bietet hierbei der Österreichische Seniorenbund, unter anderem mit Computerkursen, bei denen man sich Basiswissen aneignen oder vertiefen kann.

Ingrid Korosec

... wurde 1940 geboren und war 40 Jahre in Managementpositionen in der Privatwirtschaft tätig. Ihre politische Laufbahn begann vor über 20 Jahren als Gemeinderätin und Abgeordnete zum Wiener Landtag:

1983 – 1986: Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin in Wien
1986 – 1995: Abgeordnete zum Nationalrat
1991 – 1995: Generalsekretärin der Österreichischen Volkspartei
1995 – 2001: Volksanwältin

Zudem ist Ingrid Korosec Bundesobmannstellvertreterin des Seniorenbundes. Sie hat zwei Söhne und drei Enkelkinder.

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