Startseite | Impressum | | RSS | biallo.de de | geldsparen.de | biallo-unternehmen.de | bialloblog.de
Dienstag, 22.05.2012
Suche:
Versenden
Kommentieren
Drucken
auf Facebook teilen
Twittern

Österreichisches Steuersystem ist ungerecht

Allein zwei Drittel an Mehrwert- und Lohnsteuer

28.06.2010
Von Herbert Tumpel
Die Ungerechtigkeiten im österreichischen Steuersystem müssen beseitigt werden. Denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen derzeit die Hauptlast an Steuern - inklusive Verbrauchssteuern zwei Drittel am Gesamtaufkommen.
Steuern-Steuersystem-Ungerecht-Arbeitnehmerinnen-Arbeitnehmer-Steuerprivilegien-Unternehmen-Banken-Vermögen-Lohnsteuer-OECD-Finanztransaktionssteuer-Spekulationen-Staatskasse-Wertpapiere-Steuergeschenke-Steueroasen-Massensteuern-Mehrwertsteuer-Minera
AK-Präsident Mag. Herbert Tumpel - die Arbeitnehmer wollen die "Ungerechtigkeit" nicht länger schlucken

Das österreichische Steuersystem ist momentan alles andere als gerecht, denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen einen Großteil der Steuern. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Steuerprivilegien für Unternehmen, Banken und große Vermögen. Einerseits machen Mehrwert- und Verbrauchssteuern mit über einem Drittel einen sehr hohen Anteil am Steueraufkommen aus. Andererseits ist insbesondere Arbeit im internationalen Vergleich extrem hoch besteuert – die Lohnsteuer allein trägt mit einem weiteren Drittel zum Gesamtsteueraufkommen massiv bei. Hingegen liegt Österreich mit den vermögensbezogenen Steuern bekanntlich an vorletzter Stelle in der Reihe aller OECD-Länder – mit nur 0,56 Prozent des BIP.

Vermögensbezogene Steuern erhöhen bzw. einführen

Im Sinne eines gerechteren Steuersystems sollten daher dringend vermögensbezogene Steuern erhöht und eingeführt werden. Inbesondere die Einführung einer Finanztransaktionssteuer wäre eine notwendige und längst überfällige Maßnahme um Spekulationen einzuschränken. Dabei werden Veräußerungsgewinne von Wertpapieren steuerlich erfasst. In einem durchschnittlichen Börsenjahr könnten durch diese Maßnahme allein in Österreich 500 Millionen Euro in die Staatskassen gespült werden. Wenn Österreich zusätzlich die vermögensbezogenen Steuern zumindest dem Durchschnitt der EU-Länder anpasst, würde das Aufkommen vier Milliarden Euro betragen. Vier Milliarden, die nun an allen Ecken und Enden fehlen und zwar ohne die ArbeitnehmerInnen zu belasten oder wichtige Zukunftsbereiche kaputtzusparen.

Lesen Sie auch

Geringe Steuern, gute Staatspensionen
Sind Bauern in Österreich zu privilegiert?

Abbau der Staatsschulden
Wifo gegen Massensteuern

Gewinne explodieren
Reiche Banken, arme Sparer?

Schluss mit Steuergeschenken an Unternehmen

Darüber hinaus muss aber auch Schluss sein mit Steuergeschenken an Unternehmen. Dabei muss es inbesondere zu Einschränkungen bei den großzügigen Bestimmungen der Gruppenbesteuerung kommen. Denn momentan zahlen österreichische SteuerzahlerInnen für die Auslandsverluste der Konzerne. Das ist nicht gerecht. Auch die steuerlichen Privilegien bei Privatstiftungen müssen abgeschafft werden. Nur in Steueroasen – wie der Schweiz, Liechtenstein und den Kanalinseln – bestehen derart umfassende Steuerprivilegien für Stifter. Privatstiftungskonstruktionen und Trusts werden häufig benutzt, um Steuern zu umgehen und sollten deshalb nicht nur in Österreich, sondern auch international aufgehoben werden. Zu einem funktionsfähigen und effizienten Steuersystem eines Landes sind Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung unabdingbar. Dazu wäre es etwa dringend notwendig mehr qualifiziertes Personal in diesem Bereich einzustellen, denn: Ein Steuerprüfer für einen Großbetrieb bringt durchschnittlich 900.000 Euro an Mehreinnahmen. Personal in diesem Bereich füllt also die Staatskassen.

Massensteuern schaden

All diese Maßnahmen würden also eine sinnvolle Konsolidierung ermöglichen. Ausgesprochen schädlich wären hingegen neue Massensteuern, wie es etwa die Mehrwertsteuer oder die Mineralölsteuer sind. Neue oder erhöhte Massensteuern würden dem Konsum schaden und damit das zarte Pflänzchen des Aufschwungs im Keim ersticken. Das ginge zu Lasten der Wirtschaft und der Beschäftigung und würde die Krise fortschreiben. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wollen die Krot nicht schlucken. Gerechtigkeit muss sein – gerade im Steuersystem.

Mag. Herbert Tumpel

Seit 1997 Präsident der Arbeiterkammer Wien und der Bundesarbeitskammer. Von 1958 bis 1962 besuchte Tumpel die AHS, von 1962 bis 1967 erhielt er eine Berufsausbildung als Textilingenieur an der HTL für Textilindustrie in Wien. Von 1968 an studierte Tumpel Nationalökonomie an der Universität Wien, das Studium schloß er 1973 ab.

1973 begann Herbert Tumpel als Mitarbeiter des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. 1987 wurde er Leitender Sekretär im ÖGB, zuständig für Grundsatzpolitik und Finanzen und seit 1979 ist er als Kammerrat der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien gewählt.

Herbert Tumpel wurde 1948 in Wien geboren und ist verheiratet mit Mag. Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank.

Versenden
Kommentieren
Drucken
auf Facebook teilen
Twittern

Leserkommentare

Name:
Email:

Ziffernfolge hier eingeben:
Überschrift:
Kommentar:
Foto: AK / Fotocredit: Lukas Beck ID:903
Nach Oben
Anzeige
Frasl fragt
Kolumne von Erwin J. Frasl
Erwin J. Frasl

Griechenland

Die Ausbeutung der Retter

Seit Monaten vermitteln griechische Spitzenpolitiker den Eindruck als ob die Europäische Union die Griechen per Folter gezwungen hätte, über ihre Verhältnisse zu leben, Chaos in der Verwaltung Griechenlands zu etablieren und damit für einen Bankrott Griechenlands zu sorgen.
Lesen
Archiv
Der Biallo.at Newsletter
Hier können Sie sich anmelden!
Anzeige
Biallo präsentiert

Guthaben ganz nach Ihrer individuellen Lebenssituation anlegen

Mit dem Termingeld der VakifBank. Garantierter Fixzins für die gesamte Laufzeit - z. B. 3,26 % garantiert für 3 Jahre. Mindesteinlage 5.000 Euro, keine Höchstanlage.
Bitte mehr Informationen ...
Anzeige
Kredit-Vergleich
Finden Sie Kreditkonditionen von österreichischen Banken in unserem Kredit Online-Vergleich
Laufzeit:
Kreditsumme in EURO
Anbieter Anzeigen
Aktueller Silberpreis
[Most Recent Quotes from www.kitco.com]
.
© 2012 Biallo & Team GmbH - info@biallo.at - Impressum - Datenschutz