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Fremdwährungskredite

Recht auf Chancen dieser Finanzierungsform

30.01.2010
Von Johann Wally
Fremdwährungskredite bieten risikobewussten und risikobereiten Kreditnehmern durchaus Chancen, die auch weiterhin zur Verfügung stehen sollten. Kreditnehmer müssen dabei aber einige wichtige Regeln beachten.
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Johann Wally, Ombudsmann der Wiener Finanzdienstleister
Mehr als 60 Prozent der Konsumenten in Österreich, die einen Kredit benötigen, entscheiden sich für einen Fremdwährungskredit. Somit ist die Fremdwährungsfinanzierung – trotz stagnierender Neuvergabe aufgrund verschärfter Vergabekriterien – weiterhin sehr beliebt: Im Drittel Quartal 2009 machten Fremdwährungskredite immer noch 35,9 Milliarden Euro aus – das sind 29,4 Prozent aller Privatkredite.


Chancen auf Vorteile durch Zins-, Währungs- und Tilgungsträgersituation

Die Höhe des Fremdwährungskreditvolumens zeigt, dass die österreichische Bevölkerung – vor allem bei der Anschaffung bleibender Werte – auf die Chancen einer günstigen Zins-, Währungs- und Tilgungsträgersituation setzt. Der Einsatz einer fondsgebundenen Lebensversicherung als endfälliger Tilgungsträger, kann allerdings in turbulenten Börsezeiten zu einer angespannten Kreditsituation führen. Aufgrund der meist längeren Laufzeiten eines Fremdwährungskredites kann es auch wieder zu einer Entspannung der Situation kommen. Darüber hinaus kann der Zinseszinseffekt eine erheblich geringere Zinsbelastung als beim Eurokredit bewirken. Über die Zeit hinweg wird es möglich, dadurch einen Polster an Zinsvorteilen zu schaffen, der etwaig ungünstige Wechselkursentwicklungen abfedert.

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Kein Potenzial ohne Risiko!

Jeder Fremdwährungskreditnehmer muss sich dessen bewusst sein, dass bei Finanzprodukten, die hohe Ertragschancen gewähren, auch entsprechende Verlustrisiken gegeben sind. Wer einen Fremdwährungskredit in Anspruch nimmt, sollte daher zu seinem eigenen Schutz einige Regeln beachten:

Besicherung
Bei der Kreditaufnahme ist auf eine ausreichende statische Besicherung mit 70 Prozent des von der Bank festgesetzten Liegenschaftswertes zu achten. Eine ausreichende dynamische Besicherung soll gewährleisten, dass ein Euro-Kredit mit einem Zinssatz von rund sechs Prozent leicht zurückgezahlt werden könnte. Die Kreditrate darf keinesfalls die Höhe von maximal einem Drittel des nachweisbaren Einkommens überschreiten.

Risikofähigkeit und Risikobewußtsein
Wer einen Fremdwährungskredit aufnimmt, muss zudem risikofähig sein: Auch bei Steigen der Währung über den Schwellenwert soll die von der Bank geforderte Nachbesicherung erbracht werden können. Die Fremdwährungsfinanzierung setzt Risikobewusstsein und Risikowilligkeit voraus. Fahrlässig ist es allerdings, einen Fremdwährungskredit zu nehmen, wenn keine Bereitschaft zur ständigen Auseinandersetzung mit der Fremdwährungsfinanzierung sowie dem allfälligen Tilgungsträger besteht.

Laufendes Fremdwährungskreditmanagement
Gewerbliche Vermögensberater, die zur Vermittlung von Fremdwährungskrediten berechtigt sind, betreuen Kreditnehmer – sofern dies der Vertrag mit einschließt – während der gesamten Laufzeit des Kredites. Wer nur ein Angebot, jedoch keine Beratung wünscht, sollte besser eine andere Finanzierungsform wählen.

Johann Wally

Ing. Mag. Johann Wally steht im Auftrag der Fachgruppe Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Wien als Ombudsmann für Konsumentenanfragen bei Problemen im Rahmen von Vermögensaufbau und Finanzierungen zur Verfügung. Die Überprüfung von Gewerbeberechtigungen, die Meldung von unbefugten Beratern sowie Mediation zwischen Finanzdienstleistern und Konsumenten stehen seit 1996 im Mittelpunkt seiner Tätigkeit.

Zudem ist Wally Wirtschaftstreuhänder, Steuer- und Vermögensberater, seit 1997 Vorstandsmitglied der Fachakademie für Finanzdienstleister (FAF) und arbeitet als gerichtlich beeideter Sachverständiger für Vermögensberater, Mitglied der Prüfungskommission für Vermögensberater sowie als fachkundiger Laienrichter am Arbeits- und Sozialgericht Wien.

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