
biallo.at: Die Bausaison beginnt in Kürze. Allerdings sind viele durch die unsichere Wirtschaftslage unschlüssig, ob sie sich die Finanzierung einer neuen Immobilie auch leisten können. Wie sollte man so ein Projekt angehen?
Michael T. Landschau: Wichtig ist, zuerst einen Kostenplan aufzustellen und zu prüfen, was man an Eigenmitteln hat. Bei Baufinanzierungen, die erfahrungsgemäß über 20 bis 25 Jahre laufen, sollten zumindest 30 Prozent Eigenmittel vorhanden sein. Eine Fremdfinanzierung zu 100 Prozent kann nicht gut gehen.
biallo.at: Der Schlüssel für die Aufnahme eines Kredits zur Baufinanzierung ist doch vor allem das laufende Einkommen?
Landschau: Neben dem Einkommen der Familie sind auch noch Reserven zu berücksichtigen. Wir prüfen dann, was noch übrig bleibt, um einen Kredit samt Zinsen zurückzuzahlen. Die finanzielle Reserve sollte zehn Prozent des Haushaltseinkommens betragen.
biallo.at: Mit welchen Nominal- bzw. Effektivzinssätzen muss man bei einer derartigen Baufinanzierung bei mittlerer Bonität rechnen?
Landschau: Für Hypothekardarlehen muss man mit einem Zinssatz ab 4,250 Prozent und einem Effektivzinssatz ab 4,40 Prozent rechnen, wenn der Kreditnehmer eine mittlere Bonität aufweist. Die Bonitätsbewertung hängt unter anderem vom Kreditvolumen, dem Verwendungszweck und der Besicherung des Kredites ab.
biallo.at: Welche Sicherheiten muss man bieten können, um eine Baufinanzierung bewilligt zu bekommen?
Landschau: Hier ist eine hypothekarische Sicherstellung auf das Objekt, das gekauft wird, üblich. Man muss zudem unbedingt die Nebenkosten in die Planung einbeziehen. Da sollte man schon zwölf Prozent der Gesamtkosten berücksichtigen.
biallo.at: Erfreulicherweise gibt es auch staatliche Förderungen im Wohnbau. Blicken da die Bauwilligen durch, da es ja in jedem der neun Bundesländer verschiedene Förderungen gibt?
Landschau: Das Thema öffentliche Wohnbauförderung erscheint vielen zwar sehr komplex, aber ein möglicher Griff in den Fördertopf lohnt sich in jedem Fall. Eine erste Hilfe bietet hier der Bank Austria-Wegweiser durch den Förderdschungel. Der nächste Schritt sollte dann eine Beratung in den Förderstellen der jeweiligen Landesregierungen sein, um sich unbedingt noch vor Baubeginn über mögliche öffentliche Förderungen zu informieren.

