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Staatsschuldenkrise

Schutzwall bei Pfandbriefen

24.10.2011
Von Erwin J. Frasl
Durch die Griechenlandkrise ins Gerede geratene Staatsanleihen, Unsicherheiten an den Börsen rücken Pfandbriefe wieder verstärkt ins Blickfeld von Anlegern. Biallo.at sprach mit David Sperlich, Leiter von Capital Markets Solution der BAWAG P.S.K., darüber, welche Chancen und Risiken Pfandbriefe beinhalten.
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David Sperlich, Leiter von Capital Markets Solution der BAWAG P.S.K.

Biallo.at: Sind Pfandbriefe eine gute Alternative zu Top-Staatsanleihen wie etwa Anleihen der Republik Österreich?

David Sperlich: Pfandbriefe (oder fundierte Bankschuldverschreibungen) können für Anleger, für die die Sicherheit der Investition im Vordergrund steht, eine attraktive Alternative zu Staatsanleihen mit niedrigerer Rendite darstellen. Der Anleger sollte sich dabei das zugrunde liegende Gesetz und die Zusammensetzung des Deckungsstocks beachten.

Biallo.at: Welche konkreten Qualitätsunterschiede gibt es bei Pfandbriefen?

Sperlich: Unterschiede können hinsichtlich der im Deckungsstock enthaltenen Forderungen, des zugrunde liegenden Gesetzes und der Emittentin des Pfandbriefs bestehen.

Biallo.at: Welche Auswirkungen hätte die Pleite eines Euro-Landes auf Pfandbriefe?

Sperlich: Die Pleite eines Landes der Eurozone kann Auswirkung auf den aktuellen Kurs eines Pfandbriefs haben. Etwaige Ausfälle in der Deckungsmasse müssen von der emittierenden Bank gemäß den gesetzlichen Vorgaben ersetzt werden.
 

Lesen Sie auch

Biallo.at: Was passiert, wenn der Emittent eines Pfandbriefes Pleite macht?

Sperlich: In Österreich ist bei der Insolvenz eines Emittenten eine gesonderte Erfüllung der Ansprüche von Pfandbrief-Gläubigern aus dem Deckungsstock vorgesehen. In Österreich ist dies jedoch noch nie der Fall gewesen. Durch die klaren gesetzlichen Erfordernisse für den Deckungsstock und die Überwachung durch einen Regierungskommissär besteht ein hohes Sicherheitsniveau.

Biallo.at: Kann es passieren, dass der Deckungsstock nicht reicht – und was geschieht dann?

Sperlich: Der Deckungsstock muss zu jeder Zeit ausreichen, um die dagegen stehenden Forderungen zu befriedigen (Überwachung durch einen Regierungskommissär).

Biallo.at: Wie träfe eine Pleite Griechenlands private Anleger, die in Pfandbriefe investiert haben?

Sperlich:: Die Pleite eines Landes der Eurozone kann Auswirkung auf den aktuellen Kurs eines Pfandbriefs, beziehungsweise auf die Geschäftstätigkeit der emittierenden Bank, haben.  

Biallo.at: Welche Pfandbriefe sind in Österreich zugelassen?


Sperlich: In Österreich gibt es drei Gesetze, nach denen die Emission von Pfandbriefen und fundierten Bankschuldverschreibungen möglich ist: Hypothekenbankgesetz, Pfandbriefgesetz, Gesetz betreffend Fundierte Bankschuldverschreibungen. Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier. Als deckungsstockfähige Werte gelten:

  • Forderungen gegen bzw. Wertpapiere begeben durch oder garantiert von der öffentlichen Hand
  • Sicherungsgeschäfte zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken
  • Hypotheken

Biallo.at: Welche Pfandbriefe kann man Anlegern jetzt empfehlen und warum?


Sperlich: Wir empfehlen, mit Ihrem Kundenbetreuer in der Hausbank zu sprechen, um individuell die besten Veranlagungsmöglichkeiten für Sie zu finden.

 

David Sperlich

• Seit September 2005 in der BAWAG PSK beschäftigt
• Seit Jänner 2011 Leiter von Capital Markets Solutions, verantwortlich für die Umsetzung der internationalen Emissionen der BAWAG PSK
• Vertreter der BAWAG PSK im Österreichischen Pfandbrief & Covered Bond
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