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Österreicher bunkern ihr Geld

Traust du deiner Bank?

26.10.2010
Von Erwin J. Frasl
Private Haushalte sparen immer weniger - auch in Österreich. Und Banken verlieren weiter an Vertrauen - so eine Studie der Oesterreichischen Nationalbank.
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Die privaten Haushalte reduzierten ihre Einlagen bei Banken im ersten Quartal 2010 im Vergleich zum Ultimo 2009 um 1,04 Milliarden Euro. Dies war der erste Rückgang in einem Quartal seit sechs Jahren. Das moderate Einlagenwachstum in Summe (0,1 Prozent) war auf Unternehmen zurückzuführen. Die Spareinlagen gingen geringfügig zurück, blieben jedoch die bedeutendste Sparform. Durch stärkeres Ansteigen der Direktkredite erhöhte sich das Verhältnis Einlagen zu Krediten (Loan-Deposit-Ratio) im Kundengeschäft auf 108,7 Prozent. Die unkonsolidierte Bilanzsumme der österreichischen Kreditinstitute ging im Vergleich zum Ultimo 2009 mit 0,5 Prozent leicht zurück. Die größten Veränderungen wurden im Interbankengeschäft sowohl im In- als auch im Ausland beobachtet.

Hier die Details: Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen Kreditinstituten nahmen gegenüber dem Jahresende 2009 nur um 0,29 Milliarden Euro zu. Der Einlagenstand von 279,41 Milliarden Euro verteilte sich zu 56,8 Prozent auf Spareinlagen (158,80 Milliarden Euro), zu 31,0 Prozent auf Sichteinlagen (86,49 Milliarden Euro) und zu 12,2 Prozent auf Termineinlagen (34,12 Milliarden Euro). Das Termineinlagenvolumen nahm um 0,82 Milliarden Euro zu, im Gegensatz dazu gingen die Sicht- und Spareinlagenstände um 0,33 Milliarden Euro bzw. 0,19 Milliarden Euro zurück.
 
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Bei sektoraler Betrachtung ist erkennbar, dass Unternehmen in allen drei Einlagenkategorien Zuwächse (von rund 1,60 Milliarden Euro) aufzuweisen hatten und somit auch für den leichten Gesamtanstieg hauptverantwortlich waren. Umgekehrt waren bei den Nichtbanken-Finanzintermediären (Sicht- und Termineinlagen: rund -0,75 Milliarden Euro ) und den privaten Haushalten in allen drei Einlagenkategorien Rückgänge in Summe von rund 1,04 Milliarden Euro zu beobachten. Ende März 2010 betrug der Einlagenstand der privaten Haushalte 200,53 Milliarden Euro. Anteilsmäßig folgten die Unternehmen mit 48,94 Milliarden Euro dahinter. Während letztere ihr Geld traditionell bevorzugt in Sicht- und Termineinlagen (26,67 Milliarden Euro bzw. 17,42 Milliarden Euro) veranlagten, setzten die privaten Haushalte großteils auf Spareinlagen (151,30 Milliarden Euro). Der Anteil der Direktbanken an allen Sichteinlagen stieg um 1,3 Prozentpunkte auf einen Anteil von 10,4 Prozent.

So entwickelten sich die Kredite

Der Stand der Direktkredite stieg im 1. Quartal 2010 um 0,5 Prozent und bezifferte sich Ende März 2010 auf 303,69 Milliarden Euro. Euro-Ausleihungen betrugen 249,10 Milliarden Euro und Fremdwährungsausleihungen beliefen sich auf 54,59 Milliarden Euro. Deutlicher stiegen die verbrieften Kredite und Schuldverschreibungen an inländische Nichtbanken: Sie wiesen im Berichtsquartal einen Anstieg von 1,62 Milliarden Euro (bzw. 6,4 Prozent) auf und bezifferten sich in Summe auf ein Volumen von 27,16 Milliarden Euro. Zurückzuführen ist diese Veränderung im Wesentlichen auf den Anstieg der Schuldtitel öffentlicher Stellen (0,85 Milliarden Euro ) und der Meldeposition Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (0,79 Milliarden Euro ).

Die unkonsolidierte Bilanzsumme der in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute belief sich Ende März 2010 auf 1.028,28 Milliarden Euro – daraus ergibt sich ein leichter Rückgang von 5,68 Milliarden Euro für das 1. Quartal 2010. Die größten Veränderungen betrafen das Interbankengeschäft: Auf der Aktivseite fielen die Forderungen an inländische Kreditinstitute (17,18 Milliarden Euro), während die Forderungen an ausländische Kreditinstitute stiegen (9,70 Milliarden Euro). Passivseitig standen -16,36 Milliarden Euro im inländischen Interbankeneinlagengeschäft u. a. einem Einlagenzuwachs ausländischer Kreditinstitute von 6,25 Milliarden Euro gegenüber.

Eigenmittel steigen bescheiden

Die nach den Bestimmungen von Basel II errechneten unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende März 2010 94,47 Milliarden Euro, was einer Erhöhung im 1. Quartal von 1,20 Milliarden Euro bzw. 1,3 Prozent entsprach. Mit 73,67 Milliarden Euro entfielen rund 79 Prozent der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency ratio) betrug 18,7 Prozent (unveränderte Relation im Vergleich zum Ultimo 2009). Die unkonsolidierte Kernkapitalquote1) stieg gegenüber Dezember 2009 um +0,1 Prozentpunkte auf 14,0 Prozent.

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